Film „Die Gotteslüge oder die Wahrheit über Gott“

Dieser Film aus der ‚Zeitgeist‘-Reihe versucht sich an einer Betrachtung vermuteter Gemeinsamkeiten von Symbolik und Motiven in verschiedenen Religionen, beginnend mit dem Gott Horus im alten Ägypten. Mein subjektives Prädikat: Mit äußerster Vorsicht zu genießen…

Auch der Mithraskult, der sich im Orient, vor allem aber auch im römischen Heer ausgebreitet hatte, wies derartige Analogien auf: „Mithras wird am 25. Dezember von einer Jungfrau geboren und tritt dann seinen Erlösungsweg an. Er bringt den endgültigen Triumph des Himmelsgottes Ahura Mazda und wir wundern uns… nicht, dass sich Mithraskult und frühes Christentum als klare Konkurrenten verstanden haben. Ganz bewusst nämlich wurde der christliche Weihnachtstermin auf den Geburtstermin des Mithras gelegt…“ (Vgl. „Eine kleine Geschichte der Hölle„, Dr. Tillmann Schröder, 2007)

Schon die harsche Sprache (z.B. Religion sei „Schwachsinn“) im Film ist nicht mein Ding. Durch Fokussierung auf Parallelen im Leben Jesu zu mythologischen Aussagen über Horus und Mithras sowie deren astrologische Interpretation lassen sich vielleicht manche religiöse Urschriften in einen ernüchternden Kontext stellen.
Wirklich neu sind diese ‚Erkenntnisse‘ indes nicht. Zudem lässt sich damit keine verlässliche Aussage über die (Un-)Möglichkeit der Existenz einer übergeordneten Entität („Gott“) begründen; sondern es werden lediglich vergleichende Mutmaßungen über von Menschen geschaffene Schriften und Konstrukte aneinander gestellt.

Manipulationen und Verängstigung („Drohbotschaften“) waren Instrumente, durch die Institutionen verschiedener Religionen umfassende Kontrolle über sämtliche Lebensbereiche der ihnen anvertrauten Menschen herstellten – dieser Mechanismus lässt sich schwerlich bestreiten. Auf der anderen Seite kommt der Versuch, die monotheistischen Religionen allein auf die unethischen Absichten ausgewählter Organisationen zu reduzieren, meines Erachtens ebenfalls einer Manipulation sehr nahe.

Wenn es im vierten Teil des Films betont wird, man wolle auf keinesfalls die Gefühle von Gläubigen verletzen, erscheint dies beinahe zynisch – nachdem zuvor mehrmals Aussagen der Bibel ins Lächerliche gezogen und sogar mit Gelächter unterlegt wurden.
Insoweit vermisse ich jene ‚akademische Auseinandersetzung‘, welche in diesem Film so lautstark gefordert wird. Eine wissenschaftliche oder wenigstens sachliche Herangehensweise würde mindestens hinterfragen, weshalb bestimmte, zum Teil der zeitgenössischen Astronomie entnommene Zahlen, Symbole und Motive in so vielen Kulturen und Religionen Verwendung finden.

Die politische Intention der Macher des Films über die vermutete ‚Gotteslüge‘ klingt am Schluss in wenigen Worten an: Das Vertrauen in politische und gesellschaftliche Strukturen soll erschüttert werden, um einen neuen Mythos glaubhaft erscheinen zu lassen – nämlich die sogenannte „Wahrheit“ über Anschlagsserie vom 11.September 2001. Darüber mag ich mich nicht auslassen; die Erörterung diesbezüglicher Verschwörungsthesen ist so mühselig wie unergiebig.

Folgerichtig werden zwar die Schattenseiten von Religion und Kirche im Laufe der Geschichte benannt, aber deren unbestreitbare Verdienste und positive Errungenschaften derselben bleiben unerwähnt.

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