Unfehlbarkeit (in) der Bibel??

Der ‘Beweis’ biblischer Wahrheiten – ein theologischer Zirkelschluss?

„Weil die Schrift das Wort Gottes ist, ist sie vollkommen. Fehler in der Schrift zu finden, bedeutet Fehler bei Gott zu finden. Die Schrift geringer als unfehlbar anzunehmen, bedeutet die Unveränderbarkeit und die Souveränität Gottes zu verleugnen.“ Roland Hanko auf Convenant, Protestant Reformend Church über die „Unfehlbarkeit der Schrift“

Ja, so einfach kann man es sich natürlich machen: Welcher gläubige Mensch würde es schon wagen, Gott einen Fehler zu unterstellen? Nur wird hier ein entscheidendes und zugleich nicht zu leugnendes Glied in der Überlieferungskette ‚übersehen‘: der Mensch. Scharen von Verfassern, Redakteuren, Lektoren und nicht zuletzt Übersetzern waren am Entstehungsprozess heutiger Bibeltexte beteiligt – wer ihnen allen mit dem Totschlag-Argument der „Verbalinspiration“ eine Art gottgewoltte Unfehlbarkeit unterstellt, argumentiert nach meiner Auffassung nicht redlich.-


Wann immer ich Textbeiträge sinngemäßen Überschriften wie ‘Gottesbeweis’ oder ‘Warum die Bibel 100% wahr ist’ entdecke, lese ich diese mit Interesse. Besonders dann, wenn archäologische Ausgrabungen (vgl. Archäologie Palästinas) oder die Analyse alter Schriften (vgl. Qmran, Nag Hammadi) biblische Aussagen stützen sollen.

Allerdings beende ich die Lektüre entnervt , sobald die vorgefundene Argumentation auf einem typischen Zirkelschluss basiert: ‚Die Bibel ist unbestreitbar Gottes Wort – sie ist wahr, weil in der Bibel steht, dass sie wahr ist.‚ (sinngemäß)
Bibeltreue Christen vertreten offensiv ihren Anspruch, wonach die vollständige Bibel ausnahmslos von Gott inspiriert sei. Als Beweis hierfür zitieren sie gerne Bibelpassagen (z.B. Worte Jesu); unterstützend werden Prophetien angeführt, die sich vorgeblich erfüllt haben.

Ein Zirkelschluss oder Zirkelbeweis ist ein “Beweisfehler, bei dem die beweisenden Behauptungen das erst noch zu Beweisende schon enthalten.”
Diese Art der Argumentation beruht darauf, dass man etwas als wahr annimmt (= eine noch beweisbedürftige Prämisse aufstellt) und diese noch unbewiesene Aussage selbst als Voraussetzung einsetzt, um damit weitere Aussagen als offensichtlich wahr darzustellen.

In geschickten Argumentationsketten kann dieser Selbstbezug auch über mehrere Stufen erfolgen, sodass der Zirkelschluss nicht (sofort) offensichtlich wird und mitunter schwer zu entdecken ist.

Wird der fehlerhafte Charakter einer solchen Beweisführung offengelegt, schädigt er nicht zuletzt die Glaubwürdigkeit dessen, was als unangreifbar und unfehlbar bewiesen werden sollte – eigentlich ist dieser pauschal hergeleitete Glaubwürdigkeitsverlust ebenso unschlüssig wie der Zirkelschluss an sich. Mit anderen Worten: Eine unzulässige Beweisführung kann ebenso wenig belegen, dass die Bibel unwahr sei.

Sogar Naturwissenschaftler wie z.B. Professor Werner Gitt argumentieren aus der Bibel für die Bibel1) – dieses Vorgehensschema hat für sie einen triftigen Grund:
Nach ihrer persönlich-subjektiven Glaubensüberzeugung und -erfahrung hat sich der Inhalt der Bibel als ein Verständnishintergrund bestätigt und verfestigt, sodass er nicht mehr hinterfragt wird: Wer nach vielen gleich gelagerten Erfahrungen eine bestimmte Auffassung verinnerlicht hat, wird diese nicht länger infrage stellen.
Dieser Effekt und die aus ihm erwachsende Denkweise sind durchaus nachvollziehbar, doch ihre Verallgemeinerung über die eigene Person hinaus ist unzulässig.

R. Hanko, für den die Schrift „der göttliche Maßstab für unser ganzes Leben ist“ geht sogar noch einen Schritt weiter: „Da ist nichts in der Schrift, was nicht der Wille Gottes für uns ist, auch gibt es keinen Rat, den wir brauchen, der nicht in der Schrift zu finden ist.“ Vor diesem Hintergrund dürfte man sich über brutale Körperstrafen bis hin zur Steinigung in einzelnen islamistisch geprägten Regionen nicht echauffieren, denn auch die Bibel (konkret das A.T.) sieht die Steinigung als Todesstrafe explizit vor, zum Beispiel

  • für widerspenstige und ungehorsame Söhne (5. Mose 21,18-21),
  • und für vergewaltigte Mädchen, die nicht oder nicht laut genug geschrien haben (5. Mose 22,23-24).

Bekanntlich ist die alttestamentliche Liste der Vergehen, welche die Todesstrafe nach sich ziehen, sehr lang. Wer wollte ernstlich argumentieren, diese Strafbestimmungen seien Gottes Wille für die heutige Gesellschaft?

Warum glauben auch Naturwissenschaftler der Bibel?

Dem nachfolgend als Video eingebetteten Vortrag “Warum ich als Wissenschaftler der Bibel glaube” von Professor Gitt stimme ich in Teilen zu:

  • Die belebte Erde, das Sonnensystem und das gesamte Universum (‘Schöpfung’) ermöglichen gerade in Verbindung mit den unfassbar präzisen, aufeinander abgestimmten Naturgesetzen den Rückschluss auf das Wirken einer willentlichen, planenden, erschaffenden und transzendenten Kraft. Inwieweit dies naturwissenschaftlich beweisbar oder als wissenschaftliche Theorie haltbar ist, ist für meine Überzeugung nicht von essentieller Bedeutung2).
  • Unser Genom (=Summe aller Erbinformationen) stellt eine riesige Informationsmenge dar, welche in ihrer konkreten Ausgestaltung eine Unzahl von Eventualitäten ähnlich wie Algorithmen (IF…THEN…OR…) berücksichtigt – vergleichbar einer hochkomplexen Software.
    Dieses System, biophysikalisch erfassbar in der in jedem Zellkern befindlichen DNA, haben wir mit allen übrigen Lebewesen gemeinsam. Hinzu kommt, dass dieses Genom auf kleinstem Raum komprimiert ist. Der Durchmesser eines DNS-Moleküls liegt bei 2 Nanometern (1 nm = Millionstel Millimeter), das Genom eines Menschen benötigt lediglich drei Milliardstel Kubikmillimeter Raum – eine Speicherdichte, die von uns hergestellte Speichermedien noch längst nicht erreicht haben.3)
  • Information aber kann (auch nach meiner Überzeugung) nicht ‘von selbst’ entstehen, auch nicht in einer Reihe von Zufallsprozessen und über einen Zeitraum von mehreren hundert Millionen Jahren.
    Ohne den Prinzipien der Evolution zu widersprechen, glaube ich zu erkennen, dass aus dem Zustandekommen der vielen Entwicklungsschritte (Ausbildung von Eigenschaften durch zufällige Mutationen und anschließende Selektion der vorteilhafteren Erbinformation durch die Gesamtheit der Umweltbedingungen) erkennbar wird, dass diese zielgerichtet sind.
    So habe ich nie verstanden, warum sich bei Höhlentieren die Augen zurückbilden…dass sie sich nicht weiterentwickeln, ist nachvollziehbar – es fehlt ein entsprechender Selektionsdruck. Im Bio-Unterricht wurde dieser Effekt mit einer genetischen Prädisposition begründet – aber wie passt eine solche Disposition zum Evolutionsprinzip? Weshalb sollten sich Anlagen für Eigenschaften bilden und im Genpool der Spezies der , ohne dass die entsprechende Umgebung dies begünstigt. Die Voraussetzungen könnten dadurch geschaffen worden sein, dass in der Evolution eine zielgerichtete, ‚vorausschauende‘ Komponente wirkt, meine ich. Falls sich ein Biologe hierher verirrt, lasse ich mich gerne belehren;)

Die These einer zielgerichteten, durch eine schöpferische Kraft eingeleitete Entstehung der Arten wird allgemein mit dem Begriff der theistischen Evolution umschrieben. Es handelt sich hierbei um Sichtweisen, die sich um eine Zusammenführung des Glaubens an die Existenz einer übernatürlichen schöpferischen Kraft (‘Gott’) mit wissenschaftlichen Theorien zum Ursprung des Lebens und der Evolution von Lebewesen bemüht. Theisten sind der Überzeugung, dass ein Gott wissenschaftlich beschriebene Entwicklung des Lebens plant oder steuert, gleichsam ‘aus dem Hintergrund’.

Meine Zustimmung endet dort, wo Werner Gitt in seinem fundierten Vortrag die Gründe seiner Überzeugung darlegt, dass Altes und Neues Testament der Bibel insgesamt mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen vereinbar sei und sich zu 100 Prozent bewahrheitet habe.
Ein Zirkelschluss beginnt meiner Auffassung nach dort, wo Gitt die „3.268 biblischen Prophetien“ stochastisch auswertet und daraus einen sehr hohen Wahrscheinlichkeitsgrad („1:1087„) für die Wahrhaftigkeit der Bibel ableitet. Er setzt voraus, dass jede einzelne dieser Prophetien
a) so von Gott formuliert bzw. in ihrer Niederschrift inspiriert sind und
b) dass sich der betreffende Sachverhalt genau so wie in der Bibel beschrieben ereignet hat bzw. ereignen wird.

Dass weder a) noch b) für die Gesamtheit biblischer Prophetien historisch belegbar ist, dürfte auf der Hand liegen. Genau an dieser Stelle zieht sich Professor Gitt auf die Position zurück, an der biblischen Darstellung könne kein Zweifel bestehen – dieses Buch sei „von Gott gegeben” und könne daher keine Unwahrheit, keine Missverständnisse enthalten oder in sonst einer Weise Anlass zu Zweifeln geben. Spätestens hier werden wissenschaftliche Methodik und Denkweise verlassen.

Weshalb aber insistiert der Informationswissenschaftler Werner Gitt in diesem Punkt so beharrlich?
Reicht es nicht aus, die theologischen und sozialethischen Aussagen der Bibel als wahr und richtig anzuerkennen, in Bezug auf vermutete Widersprüche jedoch Zugeständnisse an den zeitlichen Kontext zu machen, in welchem die biblischen Bücher über einen Zeitraum von 1.500 Jahre entstanden?
Nein, jedenfalls gibt Gitt sich nicht damit zufrieden: er besteht darauf und will aufzeigen, dass jedes Wort und jede Aussage der Bibel als wahr belegt werden könne. Interessant wäre, was Psychologen über die Identifikation ‚bekehrter‘ Personen mit ihrem neu erlangten Glauben sowie seinen zentralen Protagonisten und Elementen zu sagen hat.

Welche Bibel? Der ursprüngliche Text in hebräischer bzw. griechischer Sprache? Oder die Bibelübersetzungen wie z.B. von Franz Eugen Schlachter, welche den vor 500 Jahren durch Erasmus von Rotterdam niedergeschriebenen und von Luther ins Deutsche übersetzten ’Textus Receptus’ als Grundtext verwenden? (vgl. ‘Das „ewige“ Übersetzungs-Chaos’).
Die Unterschiede zwischen den heute vorliegenden Übersetzungsvarianten stellen zwar nicht die Kernaussagen von AT und NT infrage, verweisen aber auf verschiedene Akzentuierungen.

Wenn Menschen glauben, das Wort und damit den Willen Gottes genau aus der Bibel zu kennen, darf nach m.E. das Resultat eines wichtiger Prozesses nicht übersehen werden:
Bestimmte vehement Auffassungen bibeltreuer Christen – wie die Annahme einer zeitlosen Verdammnis als Strafe für Unglauben (weiterer ‘Sünden’ bedarf es nicht, um für immer in der Hölle zu braten) – sind eben nicht dem ursprünglichen Bibeltext zu entnehmen, sondern entstanden erst in späteren Jahrhunderten. Bei Interesse zu speziell diesem Punkt empfehle ich, sich mit der Rolle des Augustinus v. Hippo (354 -430 n.Chr.) zu befassen und einen Blick auf folgende Abhandlungen zu werfen:

  •  “Fragwürdige Übersetzungen von Begriffen der Bibel
    (hier wird u.a. ausgeführt, das der deutsche Begriff Ewigkeit/ewig, im Laufe der Zeit die ursprüngliche Bedeutung (=’langer Zeitraum’) einen Bedeutungswandel durchlaufen hat und erst später als Synonym für zeitliche „Unendlichkeit“ verwendet wurde.
    Auch die Übersetzung des griechischen Aion im Text des NT stütze die Interpretation im Sinne von in ihrer Dauer begrenzten Zeitaltern.
  • Wie sich die Ewigkeit einschlich”, Paul Petry

Andere Themen, wie die biblische Schöpfungslehre sind nicht minder problematisch. Und wenn – z.B. von Gitt in einem anderen Vortrag – vermittelt werden soll, Gott habe die schier unendliche Zahl von Sternen im Universum geschaffen, um den Menschen seine Größe und Allmacht zu zeigen, dann nehmen sich diese Mensch m.E. viel zu wichtig. Können wir heute wirklich noch davon ausgehen, das gesamte Universum sei alleine für bzw. wegen uns Menschlein erschaffen worden?
Daran habe ich erhebliche Zweifel, auch wenn wir (soweit bekannt) noch keinem außerirdischen, intelligenten Lebewesen begegnet sind.

Mindert man indessen Gottes Größe, wenn man nicht von einer Schöpfung binnen sechs Tagen zu 24 Stunden, sondern im Laufe von Milliarden Jahren ausgeht?
Die biblische Überlieferung als wahr im naturwissenschaftlichen Sinne zu beweisen, ist m.E. weder möglich noch notwendig:
Wir werden den Unterschied zwischen Wissen und (Glaubens-) Gewissheit akzeptieren müssen, auch wenn wir unserem Naturell nach auf größtmögliche Sicherheit aus sind. Diese Gegensätzlichkeit wächst in dem Maße, wie wir die Konkretisierung von Glaubensaussagen anstreben: in der Frage nach der Existenz Gottes mag auch ein Naturwissenschaftler das Für und Wider argumentieren – aber z.B. die Frage nach einem Gottesbild ist Sache der Theologen.

Ein weiterer Aspekt, der auch in den Vorträgen von Werner Gitt regelmäßig Raum einnimmt, ist in meinen Augen jedoch weitaus problematischer:

Pauschale Strafe für religiöse Sozialisation und Erziehung?

Glaube ist ein Geschenk.“ Inwieweit wir einen religiöse oder synkretistische Glaubensvorstellung entwickeln, hängt in hohem Maße von Erfahrungen und Faktoren ab, die wir nicht eigenverantwortlich steuern.
Vor diesem Hintergrund ist jede Missionierung zugunsten eines ‘alternativlosen’ Glaubens kritisch zu sehen: Wie könnte es göttlicher Gerechtigkeit entsprechen, dass entweder alle Muslime oder alle Christen verloren seien, wenn sie sich vor dem physischen Tode nicht ‘bekehrten’ – unabhängig von ihrem Verhalten sich selbst und ihren Mitmenschen gegenüber? (Vgl. → Rechtfertigungslehre Luthers / Glaubensgerechtigkeit)
Wohl niemand ist noch ein kognitiv, mental und seelisch unbeschriebenes Blatt in einem Alter, mit dem die Religionsmündigkeit eintritt! Bis dahin wurden übernommene Vorstellungen sowie Denk- und Verhaltensansätze in hohem Maße verinnerlicht, und das zu einem schwer bestimmbaren Grad irreversibel!

Die Folgen dieser Internalisierung im Laufe der Sozialisation sollen durch eine gerechte transzendente Instanz bestraft werden? Für mich ist dies nicht vorstellbar. (Vgl.→  Religiöse Sozialisation und Erziehung)
Hier schließe ich mich den Sozialwissenschaftlern und Psychologen an, welche eine Orientierung an interreligiöser Subjektivität als erstrebenswert herausstellen. In diesem Kontext wird Gott u.a. wahrnehmbar als eine Instanz, welche endliche Freiheit bei unbedingter Anerkennung der Freiheit des anderen ermöglicht.

So sehr ich die Vorträge von Professor Gitt auch schätze, die unterstellte Alternativlosigkeit seines Glaubens – ein sich wiederholendes Element – empfinde ich als wirklich unangenehm. Diese vermeintlichen Exklusivität mündet stets in die unterschwellig implizite Drohung: ‘Wenn ihr nicht das glaubt, was ich anhand der Bibel für wahr und richtig erachte, dann kommt ihr für alle Zeiten in die Hölle’.
Indessen halte ich ihm seine Motivation zugute: Aus seiner Überzeugung heraus unternimmt Werner Gitt alles ihm mögliche, um so viele Menschen wie irgend möglich vor dieser Verdammnis zu erretten.
Dafür hat er zwar nicht meine Zustimmung, aber meinen Respekt.

“Warum ich als Wissenschaftler der Bibel glaube”
– Prof. Dr. Werner Gitt –

 

Begünstigt Kompromisslosigkeit auch religiöse Verfolgung?

Um hier kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Ich habe keinen Zweifel daran, dass Professor Gitt vehement gegen die Verfolgung von Menschen aus religiösen (und anderen) Gründen eintritt. Andererseits schließen bestimmte Glaubenshaltungen  ‘faulen Kompromissen’ ausschließen, wie sie von Prof. Joseph Ratzinger als Relativismus angeprangert wurden.

Zugleich hinterfrage ich sehr wohl einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Denkweise, die andere Menschen bis heute eine dogmatische Glaubenslehre mit Worten und Höllen-Drohungen aufnötigt und der Tatsache, dass Hunderttausende gegenwärtig wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Es sind nicht nur ein paar radikale Terroristen, welche die Intention ihrer jeweiligen Religion missverstehen oder ignorieren und abweichende Glaubensüberzeugungen sogar innerhalb der eigenen Religion mit brutaler Gewalt bekämpfen.
Nach wie vor lassen auch politische Regime die religiös motivierte Verfolgung zu oder üben sie einer pervertierten Form von Staatsterrorismus selbst aus.

In welchem Maße der angedeutete Zusammenhang gegeben ist, vermag ich nicht einzuschätzen. Doch ich wage zu behaupten: In dem Maße, wie religiöse Vordenker jedweder Couleur sich für strikte Glaubensfreiheit einsetzen und diese auch in ihren eigenen Predigten, Büchern, TV-Ansprachen usw. aktiv thematisieren, wird der ein  friedvoller, von gegenseitigem Respekt getragener Dialog zwischen Religionen und Gläubigen begünstigt.
Für Christen liegt dies besonders nahe, wenn man das Gebot der Nächsten- und ‘Feindes’-Liebe bedenkt. Im N.T. steht nicht etwa: “Du sollst deinem Nächsten und deinen Kindern so viel Angst vor Gott einjagen, dass sie in ihrer Verängstigung deine Glaubensüberzeugung annehmen.”

In vielen islamischen Staaten ist es bis zur Konkretisierung einer wirklichen, vorbehaltsfreien Religionsfreiheit noch ein weiter Weg.

Was spricht aber dagegen, dass christliche Autoritäten aller Konfessionen mit gutem Beispiel vorangehen und auf jegliches Drohgebaren nach dem Motto ‘…sonst kommst du in die Hölle’ verzichten? Die beiden großen Konfessionen (in Deutschland) üben in dieser Hinsicht heute erkennbare Zurückhaltung.

Anmerkungen

  1. Diese Argumentationsweise lässt sich beispielsweise in dem Vortrag von Prof. Werner Gitt nachvollziehen: Die Wunder der Bibel – Zumutung oder Tatsache?
  2. Daran würde sich nur etwas ändern, falls z.B. die Entstehung von Leben aus unbelebter Materie als Zufallsprozess bewiesen würde – davon ist die Wissenschaft aber weit entfernt.
  3. “Wussten Sie, dass ein wissenschaftlicher Programmierer im Mittel etwa 40 Zeichen Programmcode pro Tag entwerfen kann, wenn man die Zeit von der Konzeption bis zur Systempflege mit einbezieht? Geht man nur einmal von der Menge der Zeichen im Genom des Menschen aus, so wäre für diese Programmieraufgabe ein Heer von über 8000 Programmierern erforderlich, das sein gesamtes Berufsleben nur an diesem Projekt arbeitete. Kein menschlicher Programmierer aber weiß, wie dieses Programm zu gestalten ist, das auf einem gestreckten DNS-Faden von nur einem einzigen Meter Platz hat.(Auszug aus “Das menschliche Genom”, Prof. Werner Gitt)
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