Was nicht im Neuen Testament steht…

… ist für viele gläubige und ‘bibeltreue’ Christen in theologischer Hinsicht ohne Bedeutung.
Dabei ist inzwischen erwiesen: der Inhalt der ‘Urbibel’ wurde gezielt verändert. Diese Aussage beziehe ich weniger auf die nur schwer zu ergründende Manipulation einzelner Textelemente oder deren fehlerhafte Übersetzung, sondern die selektive Definition des ‘Bibelkanons’.
Die vier bekannten Evangelien im N.T. enthalten offensichtlich nicht alle mündlich und urkundlich überlieferten Aussprüche Jesu:

Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. [Joh 20,30, Lut84]

Der Fundus an Überlieferungen wurde wohl im 3. Jahrhundert von sog. ‘Correctores’ im Auftrag der Kirche gesichtet. Allein die im N.T. enthaltenen vier Evangelien, die Apostelgeschichte, die Lehrbriefe und die Apokalypse des Johannes wurden anschließend noch als “kanonisch” akzeptiert. Von da an sollten sie die göttlich inspirierten und maßgeblichen Glaubensinhalte des Christentums darstellen. Die übrigen Schriften erhielten den Status  “apokryph” (‘verborgen’); sie galten als nicht biblisch und waren von der Verwendung  in Gottesdiensten ausgeschlossen. So erschien das zuvor eher vielfältige N.T. als einheitliches Werk.

Zu den apokryphen Schriften finden sich hier einige Informationen und Textverweise, Textquellen finden sich in der Sammlung “Die Bibel der Häretiker”.
So wurde das Phänomen der ‘nichtbiblischen Christus-Worte’ geschaffen, obwohl zumindest die ältesten dieser Überlieferungen den frühchristlichen Gemeinden bekannt waren und von ihnen ebenso geschätzt wurden wie die Inhalte des kanonisierten N.T.
Ob sie tatsächlich Worte der geschichtlichen Person Jesus von Nazareth beinhalten, und ob diese Worte korrekt zitiert werden, lässt sich heute kaum mehr zweifelsfrei belegen. Ich meine aber, dass für sie die gleichen Kriterien gelten sollten wie für die Bibelinhalte – bewährt hat sich die Regel “Prüfet alles, das Gute behaltet” [1 Thess 5,21].

Das sog. Thomas-Evangelium (Text siehe hier, Verfasserschaft und Datierung werden u.a. auf Wikipedia skizziert) verdient besondere Beachtung, dessen vollständige Wiederauffindung (Handschriftenfund 1947 in Nag Hammadi) von vielen als bedeutsames Ereignis in der Geschichte des Christentums gewertet wird:

“Unter den Texten des Nag-Hammadi-Fundes ist das Thomasevangelium zweifellos der wichtigste, aufregendste und sensationellste.
Das große Aufsehen, das die Entdeckung des Thomasevangeliums auslöste, hat zunächst ganz wesentlich damit zu tun, dass dieser Text ziemlich genau so aussieht, wie die neutestamentliche Wissenschaft sich die (hypothetische) Spruchquelle Q, einen wesentlichen Bestandteil der so genannten Zwei-Quellen-Theorie, immer vorgestellt hatte.

Dass eine solche Quelle, also eine Schrift, in der hauptsächlich Worte Jesu verzeichnet waren, wirklich einmal existiert hatte, war nun mit einem Mal sehr viel wahrscheinlicher geworden.” („Was nicht in der Bibel steht. Apokryphe Schriften des frühen Christentums“ – Uwe Karsten Plisch)

Beginn des Thomasevangeliums in der koptischen Handschrift (ab Zeile 10)


Wahrscheinlich hat sein Verfasser das Thomasevangelium aus verschiedenen  schriftlichen Quellen die Aussprüche Jesu (sog. Logien) zusammengestellt. Ein durchgängiges theologisches Thema erschließt sich daraus zwar nicht, doch könne das Thomas-Evangelium wohl als Weiterführung und Ergänzung der Bergpredigt angesehen werden, an deren Worte es wiederholt anknüpfe.

So lautet jedenfalls die Beurteilung von Prof. Oscar Cullmann, Experte für Geschichte des frühen Christentums an der Sorbonne:

„Die Quelle … ist offenbar eine ältere Sammlung von Aussprüchen Jesu aus den ersten Jahren nach der Kreuzigung, ganz ähnlich derjenigen, die Matthäus und Lukas kannten. Markus kannte wahrscheinlich eine Sammlung, die der unseren ganz ähnlich war.“

Manche Worte Jesu im EvThom stimmen mit den von Matthäus und Lukas angeführten Zitaten überein. Die eigentliche Besonderheit des Thomasevangeliums liegt darin, dass es zur Hälfte aus ansonsten unbekannten Worten Jesu besteht. Doch kann man vieles von dem, was darin zunächst neuartig und fremd erscheinen mag, auch in den vier kanonisierten Evangelien wiederfinden.
Das Thomas-Evangelium besitzt allerdings nicht den Charakter eines “fünften Evangeliums”, denn vom Leben und Handeln Jesu wird darin nicht berichtet – vielmehr setzt Thomas die Kenntnis dieser ‘Tatsachen’ offenbar voraus.

Applaus von der falschen Seite?

Stellenweise trifft man im EvThom auf ‘gnostische Tendenzen’, was zu dessen Beliebtheit im Manichäismus erkennbar beigetragen hat. Mehrfach wird auf die innere Spiritualität des Menschen verwiesen:

„Jesus spricht: »Wenn die, die euch vorangehen, zu euch sagen: ›Siehe, im Himmel ist das Königreich!‹, dann werden euch die Vögel des Himmels zuvorkommen. Wenn sie zu euch sagen: ›Es ist im Meer‹, dann werden euch die Fische zuvorkommen. Vielmehr: Das Königreich ist innerhalb von euch und außerhalb von euch.“

Darin mag einer der  Gründe liegen, dass das Thomasevangelium vor (und auch nach) 1947 seitens der katholischen Kirche(n) ignoriert wurde und nahezu in Vergessenheit geriet.

Vermag das EvThom aber neuartige geistige Impulse zu vermitteln, ohne die vier kanonischen Evangelien ersetzen oder in einem scheinbaren Gegensatz zu ihnen zu stehen?
Karl O.Schmidt (“Die geheimen Herrenworte des Thomas-Evangeliums”) relativiert solche Erwartungen:

“Es ergänzt sie nur und ergänzt vor allem die ganz auf die Lebenspraxis gerichtete Bergpredigt Christi nach der esoterischen Seite hin, indem es dem Wahrheitssucher bewusst macht, was es heißt, ein Sohn Gottes zu sein.”

Während die Bergpredigt vor allem Richtlinien für das äußere Leben und
seine Ordnung gibt, verweise das Thomas-Evangelium auf das innere
Leben und führe “den seelisch Erwachten bis zum vollkommenen Leben aus dem Geiste des Einsseins mit dem Reiche Gottes.”
Nicht Glaubenslehren vermitteln dessen 114 Sprüche, sondern ‘Kerngedanken des inneren Christentums’ –  unmittelbare geistige Wirklichkeiten von entscheidender Bedeutung für die Selbstverwirklichung des Menschen und die Sinnerfüllung seines Lebens. Eine isolierte Betrachtung des EvThom ohne die übrigen Evangelien würde von daher (auch) kein zutreffendes Bild von der Intention und Lehre Jesu ergeben.

Der ‘esoterische Charakter’ des Thomas-Evangeliums

Die esoterische Prägung und Sichtweise Schmidts wird dort deutlich, wo er von einer “stufenweise fortschreitende Selbsteinweihung und Selbstvollendung des Wahrheitssuchers” spricht.
Ein nicht unwichtiger Punkt: Während die kirchlichen Autoritäten unablässig die Unverzichtbarkeit der christlichen, d.h. kirchlichen Gemeinschaft für Heil und Erlösung des einzelnen betonen, gesteht die christlich-gnostische Anschauung dem Individuum durchaus zu, sich alleine auf die Suche nach innerem Wachstum zu begeben und unter bestimmten Voraussetzungen damit Erfolg zu haben!
Vermutlich ist hierin ein gesunder Mittelweg anzustreben: die ‘Theorie’ mag der Suchende sich ggf. im Selbststudium aneignen können – doch wie sollte echte Nächstenliebe als zentraler Aspekt christlichen Glaubens erfahren und praktiziert werden, ohne die Gemeinschaft mit anderen zu suchen?

Freilich liegt die Aufgabe dieser Gemeinschaft ganz sicher nicht darin, ihren Angehörigen kleinliche Dogmen aufzuzwingen, die lediglich von menschlicher Erfindungsgabe in einer (vermeintlichen) Konkurrenzsituation zeugen.
Zur Zeit der ersten Christen galten Überlieferungen und Unterweisungen als esoterisch, wenn sie nur für einen engeren, inneren Kreis von Jüngern bestimmt waren, aber nicht für die Masse der Laien. Die Esoteriker wurden demgemäß auch “Eingeweihte” genannt. ‘Esoterisch’ bezieht sich gleichfalls auf eine innere Haltung und geistig-religiöse Beweggründe, die über äußere (‘profane’) Interessen und Motiven hinaus gehen und den einengenden Überlebenskampf im Alltags verlassen.

„Äußeres Christentum ist überall dort, wo das Denken und Fühlen, Wollen und Tun vom Ich her bestimmt wird, während das innere Christentum Wirklichkeit ist, wo das göttliche Selbst bestimmt, wo der Mensch der Gottbedingtheit seines Wesens und Daseins bewusst ward.“

Das ‚Äußere Christentum‘ sei auf Lehrmeinungen, Gebote und Rituale ausgerichtet und klebe gewissermaßen an Buchstaben und Formalien. Inneres Christentum bilde den genauen Gegensatz hiervon ab – es ziele als Frucht lebendiger Gotteserfahrung auf das Wesen, den Geist, das rechte Erkennen und Tun, das innere Wachsein und Wachstum.

“Das eine ist Konfession und Fürwahrhalten, das andere Religion und lebendiges Wahrmachen und Verwirklichen.
Das eine hat es mit Auslegungen überlieferter Worte zu tun, das andere mit Innewerdungen, die zum inneren Wort und Geist führen.”

Hmm… Innen oder Außen – Schwarz oder Weiß? Sollte gerade in geistig-spiritueller Hinsicht nicht Vorsicht geübt werden mit zweiwertigen (Entweder-Oder-) Kategorien? Der von Schmidt in seinem Buch beschriebene Zugang zur Göttlichkeit setzt nicht allein jahrelanges Erkenntnisbemühen voraus, sondern auch bestimmte Potenziale bzw. Fähigkeiten, über die manche Menschen mehr verfügen als andere.
Jene Gläubigen, denen sich dieser innere Zugang nicht eröffnet, suchen Orientierung und Sicherheit in Ritualen und Gebeten mit festem Wortlaut. Vermutlich ist dieser Weg einer enttäuschen Abwendung von allem Spirituellen vorzuziehen, wenngleich auch andere, Geduld erfordernde Alternativen offenstehen. Die genannten ‚Skills‘ lassen sich vermutlich erarbeiten, soweit darunter nicht eine selektive Gnade Gottes verstanden werden soll.

Entscheidend ist m.E., dass eine konservative Tendenz zur Ritualisierung und Fokussierung auf Vertrautes durch die kirchliche Gemeinschaft nicht mit Zwang festbetoniert wird, wodurch die Gläubigen an jeder persönlichen und eigenständigen Weiterentwicklung gehindert werden.
Ein freiwilliges Angebot von Hilfestellungen ist an sich nicht negativ zu bewerten. Wie war das doch gleich – der Weg ist das Ziel, und der Wege sind mehr als einer?

‘Dynamik statt Statik’

Eduard Spranger (“Magie der Seele”, 1947) beklagte ebenfalls, das Christentum sei nach und nach zu einer äußerlichen Angelegenheit geworden, wobei der Mensch seit der Entdeckung der Vernunft auf das Außen fokussiert gewesen sei und den Weg nach innen zunehmend verloren habe.
Er beschrieb einen möglichen Wendepunkt, an dem auch die innere Welt wieder freigelegt werden müsse. Denn andernfalls drohe unser Leben arm und sinnlos zu werden, wenn man sich mit Erklärungen begnüge, anstatt sich um ein aktives Verstehen zu bemühen.
Das ist eine sicher zutreffende Beobachtung- etwas überraschend, da sie schon 1947 beschrieben wurde, als die Menschen ihr Dasein noch nicht mit IT, Globalisierung und Telekommunikation bestritten. 2007 hätte aus meiner persönlichen Wahrnehmung eher gepasst; doch wird die stetige Abfolge von Veränderungen und ‘Fortschritt’ auch schon vor 60 Jahren sichtbar gewesen sein. Spranger war seiner Zeit voraus, ohne Frage…er sympathisierte anfänglich zwar mit den Nazis, schritt andererseits 1941  gegen die Deportation von Juden ein und wurde 1944 nach dem Attentat auf Hitler als Mitverdächtiger in Berlin inhaftiert.

Sinngebung entstehe daraus, dass der Mensch wieder lernt, statt aus den Sinnen aus dem Geiste zu leben – wenn es dabei gelinge, die zurück- gewonnene Innenwelt nicht zum Tummelplatz wilder Spekulationen und Phantasien zu machen. 

Der Gefahr, sich in Verwirrungen zu verzetteln, lasse sich dadurch entgehen, dass man sich der “nicht der Nachtseite der Seele und der Magie, sondern ihrer lichten Seite zuwende, den göttlichen Kräften, zu deren Entfaltung das innere Christentum führt.” Schmidt beschreibt diese Hinwendung unter Verzicht auf alle möglichen abergläubischen Vorstellungen und spricht von den Aussprüchen Jesu als einem Ewigen Wort, dessen lebendige Allgegenwart jeder in seinem Innern erfahren könne.

Damit berührt der Verfasser einen Punkt der christlichen Überlieferungen, den ich persönlich nachvollziehen kann: einer tieferen Wahrheit und Weisheit in den Worten Jesu – gerade auch denen des Thomasevangeliums – vermag ich mich nicht zu entziehen…auch wenn ich deren tiefen Gehalt bestenfalls erahne und nur manchmal von ihm wie von einem Windhauch gestreift werde:

Spruch 6
Seine Jünger fragten ihn, und sie sagten zu ihm: »Willst du, dass wir fasten? Und in welcher Weise sollen wir beten und Almosen geben? Und auf welche Speisen sollen wir achtgeben?«

Jesus spricht: »Lügt nicht. Und tut nicht das, was ihr hasst. Denn alles ist enthüllt vor dem Angesicht [der Wahrheit]. Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar werden wird. Und es gibt nichts Verhülltes, das ohne Enthüllung bleiben wird.«

Spruch 14
Jesus sprach zu ihnen: »Wenn ihr fastet, werdet ihr euch Sünde hervorbringen. Und wenn ihr betet, werdet ihr verurteilt werden. Und wenn ihr Almosen gebt, werdet ihr Schlechtes für euren Geist tun.«
»Und wenn ihr in irgendein Land geht und wandert von Ort zu Ort und wenn sie euch aufnehmen, dann esst das, was man euch vorsetzen wird. Die Kranken unter ihnen heilt!
Denn was in euren Mund hineingehen wird, wird euch nicht unrein machen. Vielmehr das, was aus eurem Mund herauskommt, das ist es, was euch unrein machen wird.«

Diese Worte treffen meiner Auffassung nach den Kern dessen, was in Bezug auf Religion und frommes Verhalten bedeutsam ist: Nicht das Befolgen starrer, oft wirklichkeitsferner Vorgaben bewirkt Gutes für andere und einen selbst, sondern die eigenen Worte und  Handlungen – sowie der Geist, der sich durch diese Worte ausdrückt.

Das innere Christentum ist lebendiger Ausdruck dieser neuen Dynamik, so Schmidt, an der alte statische Weltanschauungen zerbrechen. Denn Statik bedeute Denk- und Geistesgebundenheit, Erstarrung in Formen und Formeln bis hin zur Versteinerung in überlieferten Systemen. Dynamik hingegen zeichne sich durch gedankliche und geistige Freiheit, schöpferische Erfassung der Lebenszusammenhänge von innen her und lebendigen, geistigen Fortschritt aus.

Darin entdecke ich zugleich die Ermunterung, dass wir uns im Genuss dieser Freiheit selbst auf die Suche begeben und nicht mit dem Konsum dessen zufrieden geben, was uns der multimediale Mainstream so bereitwillig vorsetzt.
Geistiger Stillstand – in unserer Zeit oftmals ausgelöst durch Ablenkung und Überflutung mit letztlich nutzlosen Reizen –  führt zur kognitiven wie spirituellen Erstarrung, ist aber auch bequem und lässt uns ungehindert unseren Alltag leben. Diese Bequemlichkeit impliziert freilich ein Risiko: Womöglich werden wir im Alter von 60, 70 oder mehr Jahren ‚wach‘, blicken frustriert auf ein sattes, sinnentleertes Leben zurück und verfallen dann in Selbstmitleid.

Wertvolle Bereicherung für den, der sie sucht

In seinem Buch geht K.O. Schmidt noch sehr viel weiter, doch verwandeln sich seine komplexen Aussagen für mich zunehmend in Worthülsen, deren Bedeutung im Gesamtzusammenhang eher verschwimmt.
Belassen wir es bei der Feststellung, dass das Thomasevangelium eine wertvolle Bereicherung darstellen kann, sofern ‘Bibeltreue’ nicht scheuklappenartig den Blick verstellt.

Heute, 65 Jahre nach dem Fund der Schriftrollen in Nag Hammadi, stehen die Worte des EvThom und weitere jedermann zur Verfügung – ein wichtiger Fortschritt.
Tut es da not, in heftigen Kämpfen dafür zu streiten, dass der Bibelkanon erweitert wird und so noch mehr Konfliktstoff zu schaffen? Mangels Hintergrundwissen vermag ich drauf nicht zu antworten – weiß aber, dass sich Inhalt und Bedeutung dieser Überlieferung nicht von ihrem Status abhängen, der in halb geheimen Zirkeln alter Herren festgeschrieben wird.–

„Jesus spricht: »Ich stand in der Mitte der Welt, und ich erschien ihnen im Fleisch. Ich fand sie alle trunken. Niemanden unter ihnen fand ich durstig.

Und meine Seele empfand Schmerz über die Kinder der Menschen, weil sie blind sind in ihrem Herzen, und sie sehen nicht; denn leer kamen sie in die Welt und suchen auch wieder leer aus der Welt herauszukommen.

Doch jetzt sind sie trunken. Wenn sie jedoch ihren Weinrausch abschütteln, dann werden sie umdenken.«“ EvThom, Spruch 28

 

Siehe auch:

Anmerkungen

  1. Zwei-Quellen-Theorie und Spruchquelle Q:
    Die ersten drei ’synoptischen‘ Evangelien des Neuen Testaments (Matthäus, Markus und Lukas) stimmen in der inhaltlichen Abfolge und sogar im Wortlaut häufig überein. Zudem berichten das Matthäusevangelium und das Lukasevangelium von Sprüchen Jesu (sog. Logien), die man im Markusevangelium nicht findet.

    Diese Beobachtungen führten bald zu der Vermutung, dass zwischen diesen drei Evangelien literarische Abhängigkeiten bestehen. Seit dem 19. Jahrhundert hat sich eine  so genannte Zwei-Quellen-Theorie gebildet:
    Das Markusevangelium als ältestes Evangelium diente den Autoren des Matthäus- und des Lukasevangeliums als eine von mehreren Quellen. Außerdem haben sowohl Matthäus als auch Lukas eine Quelle [die sog. Spruchquelle Q]verwendet , die vorwiegend Worte Jesu enthielt. 
    Somit wird von zwei Hauptquellen für Matthäus und Lukas (Markus und Q) ausgegangen, daher rührt die Bezeichnung Zwei-Quellen-Theorie.Freilich ist diese die Spruchquelle Q bislang eine reine Hypothese, denn von ihr existiert keine antike Handschrift mehr. Doch enthält das Thomasevangelium genau das, was auch für Q vermutet wird – fast ausschließlich Aussprüche Jesu. Durch seine Existenz des steht zumindest fest, dass Texte verfasst wurden, die vorwiegend Worte Jesu enthielten, aber keine oder kaum erzählerische Elemente über sein Leben. Somit ist die Hypothese Q  um einiges wahrscheinlicher geworden. [vgl. Plisch, so.]
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