Richard Wurmbrand (Vortrag)

Richard Wurmbrand (1909 – 2001) war ein rumänischer lutherischer Pfarrer und Gründer einer Missionsgesellschaft, die sich für die Belange verfolgter oder benachteiligter Christen eingesetzt hat. Er wurde als vierter Sohn einer deutsch-jüdischen Zahnarztfamilie geboren.
1918 starb sein Vater und die Familie verarmte. In den 1930er Jahren versuchte Wurmbrand sein Glück als Geschäftsmann – auf nicht immer ehrliche Weise brachte er es zu Wohlstand und nahm am ausgelassenen Leben in der rumänischen Hauptstadt Bukarest teil.

Im Jahr 1936 fand die Hochzeit mit Sabine Oster statt, die ebenfalls jüdischer Abstammung war. 1938 wurde Sohn Michael,geboren.

In seiner Autobiographie berichtet Wurmbrand, wie er im Jahr 1937 durch einen alten deutschen Zimmermann in einem kleinen rumänischen Dorf zum christlichen Glauben kam. Danach wurde er bei der Anglikanischen Mission für Juden zum Pastor ausgebildet und ordiniert. In seiner Kirche und in seinem Privathaus fanden Juden Zuflucht und Schutz vor der einsetzenden antisemitischen Verfolgung.

1948 wurde Richard Wurmbrand verhaftet, verhört und gefoltert. Die Gefangenschaft im Gefängnis Sighet dauerte bis 1956. Drei dieser acht Jahre verbrachte er in strenger Einzelhaft in unterirdischen Kerkern, ohne Sonnenlicht oder Geräuschen der Außenwelt. Unter der Auflage, nicht mehr zu predigen, wurde er amnestiert. Drei Jahre später wurde Wurmbrand erneut verhaftet und bis 1964 eingesperrt. Norwegischen Christen (Norwegische Judenmission und Hebräisch-Christliche Allianz) gelang es, ihn und seine Familie freizukaufen. Erst 1990 durften Richard und Sabine Wurmbrand nach 25 Jahren Exil wieder nach Rumänien reisen.

In nachfolgenden Aufzeichnungen schildert er u.a. seiner Zeit in Einzelhaft – eine eindrucksvolle Darstellung, wie seine Beziehung zu Gott ihn am Leben erhalten habe.

Seine Vorträge vermitteln in beeindruckender Weise, worin Menschen in schwierigen, selbst existenziell bedrohlichen Lebenslagen Trost und sogar Hoffnung finden können. Man muss Wurmbrands Glaubensauffassung nicht teilen, um eine Ahnung davon zu gewinnen, woran es heutzutage im Leben vieler Menschen mangelt. 
Dass dieser Mangel bisweilen überhaupt nicht als solcher empfunden wird, mag daran liegen, dass den meisten von uns ’sooo gut geht‘ – wir leben einer Gesellschaft, in der Reizüberflutung geistige Armut kaschiert, jedoch keineswegs kompensiert.

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