Europa im Mittelalter – Von Mönchen und Ketzern

Im Mittelalter waren alle Lebensbereichen maßgeblich von der Religion und ihren Institutionen geprägt. In Europa wurden die christliche Werte als ethisch-moralischer Orientierungsrahmen vorgegeben: Gottesfurcht, Demut und die Nächstenliebe. Der Mensch hatte weit weniger als heute seine Individualität im Blick, denn er hatte sich zuallererst als Teil der göttlichen Schöpfung zu betrachten.

Glaube und religiöser Rituale waren feste Bestandteile im Alltagsleben der Menschen. Insoweit kam auch dem Mönchtum eine weitaus größere Bedeutung zu, als die heute vorstellbar scheint. Seit dem frühen Mittelalter ist das Mönchtum des Abendlandes von der Regula Benedicti des Benedikt von Nursia geprägt. Die benediktinischen Gelübde – Stabilitas loci (Ortsbeständigkeit), Conversio morum (Bekehrung der Sitten, tägliche Umkehr) und Gehorsam – schließen sinngemäß die Beachtung der Evangelischen Räte (Ehelosigkeit, Armut, Gehorsam) ein.
Im hohen Mittelalter gaben die Gründungen von Bettel- und Predigerorden u.a. durch Franz von Assisi dem Mönchtum neue Impulse.

Im östlichen christlich-orthodoxen Mönchtum spiegelt die Gründung der Klosterrepublik Athos in Nordgriechenland im 9. Jahrhundert die große Bedeutung, die das Mönchtum im byzantinischen Reich genoss, wider. Hier und in den orientalischen Klöstern, u. a. im Katharinenkloster auf dem Berg Sinai oder dem Antoniuskloster in Ägypten, hat sich die orthodoxe Klosterkultur über die Jahrhunderte der Islamisierung hinaus erhalten.

Dieser Beitrag wurde unter Christentum, Geschichte, Katholizismus, Religionen abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.