Robert Nowak: Fünf ‚Warum-Predigten‘ über Gott

Zu christlichen Glaubensinhalten werden häufig Warum-Fragen gestellt – ob die im Einzelfall gegebenen Antworten hilfreich sind und zum Fragesteller durchdringen, hängt nicht zuletzt von dessen Grundhaltung ab. Wer letztlich nur nach einem Beweis für die unterstellte Nichtexistenz Gottes und die pauschal behauptete Verlogenheit jedweder Spiritualität sucht, wird wahrscheinlich auch nichts anderes findet als das Gesuchte. In so einem Fall kann man sich die Mühe (des Fragens) im Grunde gleich sparen, finde ich.

Mit vielen christlich-dogmatischen Aussagen tue ich mich bis heute schwer, beginnend mit der Exklusivität des göttlichen Heils nur für die ‚wahren Gläubigen‘ über die Göttlichkeit Jesu bis hin zur ewigen Verdammnis als Konsequenz einer freien Willensentscheidung (z.B. zum Agnostizismus/Atheismus).
Es kommt dennoch vor, dass ich meine eigene Position revidiere – nachdem ich festgestellt habe, dass ich eine bestimmte Glaubensaussage von ihrem Inhalt bzw. ihrer Bedeutung überhaupt nicht im Detail kannte. In so einem Fall beruht die eigene Ablehnung nicht selten nur auf Vorurteilen und Hörensagen. Bei Wissens- und Verständnislücken in Bezug auf einzelne Bibelpassagen greife ich gerne auf die ‚Einführung in die Bibel‚ von Dr. Jörg Sieger zurück.

Daneben bestehen auch offene ‚Grundsatzfragen‘, zu denen ich zwar manches an Erläuterungen vorfand, aber nur weniges davon für akzeptabel erachtete. Fast immer ist ein Haar in der aufgetischten Suppe – meist in der Form unbewiesener Behauptungen, die man zu glauben habe, weil ‚das so in der Bibel steht‘ oder weil ‚das in Demut zu akzeptieren ist und basta‘.
So funktioniert es aber nicht, denn solange ich eine nur im Glauben erfassbare Tatsache nicht kapiere, werde ich sie schwerlich voller Demut hinnehmen. Dazu ist das ‚Ja, aber‘-Gen in meinem Falle zu dominant.

In Bezug auf grundsätzliche Themenfelder erachte ich die nachfolgend verlinkten Predigten bzw. Erklärungen von R.Nowak für einen hilfreichen Einstieg, denn sie kommen ganz ohne missionarische Überheblichkeit und Manipulationsversuche aus:

Vorwort

  1. Warum schuf Gott den Menschen?

  2. Warum läßt Gott das Leid zu?

  3. Warum gibt es das Böse?

  4. Warum musste Jesus sterben?
    (im Kontext dazu: Die Auferstehung Jesu)

  5. Warum gibt es die Hölle?

Diese fünf Aufsätze vermitteln Einblicke, dabei sie bringen das ‚Ja, aber…‘ nicht unbedingt zum Verstummen; es bleiben noch manche Fragen und bei manchen Aussagen wird in mir etwas wach, das man wohl als Widerspenstigkeit bezeichnen muss: Ungeachtet meiner katholischen Erziehung wurde mir nicht ausdrücklich eingetrichtert, ich sei das Eigentum von jemand anders.
Auch wenn es sich bei dem Eigentümer um Gott handeln sollte – es fällt mir ungemein schwer, diese Aussage im vollen Umfang ihrer Bedeutung zu akzeptieren: Sofern ich nicht mir selbst gehöre, ist mein eigener Wille zweitrangig, denn ich habe mich grundsätzlich nach dem Willen meines Herrn zu richten …dies wird zum Problem, sobald ich Zweck und Nutzen dieses fremden Willens, etwa in Form eines Gebotes, nicht erfasse:

Niemanden zu verletzen, keiner Person grundlos zu schaden z.B. auch durch üble Nachrede – beide Gebote sind leicht einzusehen. Auch Ehebruch und Eigentumsdelikte können eine Gemeinschaft destabilisieren. Doch aus welchem Grund sollte Gott sich etwa in unsere Sexualität ‚einmischen‘, solange diese niemandem schadet, auch nicht uns selbst?
(Nicht nur) ich stehe offensichtlich vor der Alternative, bestimmte Dinge letztlich anzunehmen oder mich anders zu entscheiden und die Konsequenzen zu tragen.)

Unabhängig von solchen Überlegungen können die o.a. Erläuterungen hilfreich sein, selbst wenn man ähnliches schon anderswo gelesen hat.

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