„Keine Wahlmöglichkeit“ – Sektenkinder

WDR-Dokumentation über Kinder, die in Sekten aufwachsen

Die großen Kirchen, allen voran die römisch-katholische, werden (mit Recht) dafür kritisiert, dass ihre Tradition unmündigen Kleinstkinder die Taufe und damit die Religionszugehörigkeit aufzwingt. Stünde wirklich das Seelenheil des jungen Menschen im Fokus, würde diesem doch an eine wichtige Entscheidung persönlich überlassen, sobald er religionsmündig geworden ist.

Die Ideologie der Sekte ‚Weltdiener‚ wird eingeordnet als „Fundamentalesoterik, vermischt mit Elementen aus Hinduismus und anderen Glaubenssätzen“. An ihrem Beispiel zeigt die hier verlinkte Dokumentation auf, dass die Vereinnahmung von Kindern noch sehr viel weiter gehen kann – u.a. mit dem Resultat, dass sie in der Schule als „Sektler“ und „Sonnenanbeter“ beschimpft ausgegrenzt werden.

Sogar die Frage einer konkreten Gesundheitsgefährdung muss gestellt werden: Die Kinder haben keine Krankenversicherung, Arztbesuche sind tabu – weil kritisch hinterfragende Ärzte die jahrelange Seelenarbeit zunichte machen könnten. Nicht einmal bekannte, schwere Erkrankungen dürfen behandelt werden. ‚Ablehnung des Materialismus‘ kann sehr unterschiedliche, bisweilen groteske Formen annehmen.

Wenn Erwachsene sich einer Gruppierung zuwenden, die einen Außenseiterstatus einnimmt und von ihren Mitgliedern ein selbstschädigendes Verhalten verlangt, dann ist dies innerhalb zu definierender Grenzen ihre persönliche Entscheidung. Wird derartiges Kindern und Jugendlichen zugemutet, ist meiner Ansicht nach behördliches Eingreifen angezeigt …doch das ist alles andere als leicht zu bewerkstelligen, wie der Film zeigt.

Dokumentation „Sektenkinder“

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