Reinkarnation und Bevölkerungsexplosion – ein Widerspruch?

Ich habe wiederholt die Auffassung vertreten, die Fragestellung der Theodizee lasse sich nur im Kontext von Karma-Prinzip und Wiederverkörperung plausibel mit dem Bild eines gütigen, allmächtigen und allwissenden Gott in Einklang bringen.

Freilich muss sich auch diese Annahme hinsichtlich ihrer der Plausibilität hinterfragen lassen; ein wesentlicher Punkt dabei:

Die Menschheit wächst rapide in die Milliarden. Woher kommen diese Seelen, wenn es sich um keine ’neuen Seelen‘ handeln soll?

Außerdem leiden Millionen unter schwerem Hunger. Haben sie alle Schweres verbrochen und werden nur wiedergeboren, um das Böse gut zu machen?

Um zu einer befriedigenden Antwort(möglichkeit) zu gelangen, wird man den Fokus über das Geschehen auf unserer Erde hinaus erweitern müssen: Obgleich die Natur-wissenschaft heute zur Annahme einer Vielzahl bewohnbarer Planeten im Universum tendiert, betrachten wir die Erde offenbar als den einzigen Ort, an dem vermeintlich intelligentes Leben möglich ist und erst seit ca. 100.000 Jahren stattfindet.

Das Universum ist jedoch knapp 14 Milliarden Jahre alt. Allein in unserer Galaxie sollen etwa 500 Millionen Planeten (von insgesamt 50 bis 200 Milliarden) in einer ‚habitablen  Zone‘ liegen, d.h. in der Leben möglich wäre. Die  die Zahl der Galaxien im Universum wird von Astronomen auf 100 Milliarden geschätzt.
Auch wenn die Mindestbedingungen für intelligentes, bewusstes Leben die Anzahl erdähnlicher, ‚bewohnbarer‘ Planeten um mehrere Zehnerpotenzen reduziert – es verbleibt eine gewaltige Anzahl von Planeten im gesamten Universum, die von Zivilisationen selbst-bewusster Individuen bewohnt sein könnten.

Ist eine Wiederverkörperung einer Seele an mehreren ‚Orten‘ denkbar?

Es muss offen bleiben, ob eine Seele im an sich grenzenlosen Universum an einen festen Ort gebunden ist. Der einschlägigen Literatur entnehme ich keine Gründe, die zwingend gegen die Annahme einer prinzipiell orts-ungebundenen Seele sprechen.

Damit würde die Anzahl von Seelen, welche ‚aus dem gesamten Universum‘ als Menschen auf der Erde inkarnieren könnten, schlicht unkalkulierbar. Zu berücksichtigen ist auch, dass jede Seele ein Vielfaches seiner Lebenszeit in den nachtodlichen Zuständen (d.h. im ‚Jenseits‘) verbringt. Es sind also zu keiner Zeit alle menschlichen Seelen gleichzeitig in ihrer Verkörperung, sondern immer nur ein Teil von ihnen.

Insofern schwankt die Anzahl der gleichzeitig verkörperten Seelen in den verschiedenen Zeitaltern. Gegenwärtig wächst die Zahl derer, die sich zu gleicher Zeit auf unserer Erde verkörpern, es gab jedoch Zeiten und es wird sie auch wieder geben, wo sie rückläufig ist. Die Zahl der menschlichen Egos, die sich insgesamt verkörpern könnten – ist und war zu jeder Zeit sehr viel größer.

Literaturhinweise

Wiedergeburt und frühere Leben„, Jan Erik Sigdell

 

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