Vortrag: Evolution – zwischen Wissenschaft und Weltanschauung

Prof. Dr. Siegfried Scherer, Leiter Mikrobiologie an der TU München, September 2012

Schon der Titel des Vortrags löst ein Stirnrunzeln aus: Evolutionsforschung als Teilgebiet der Biologie ist unzweifelhaft den Naturwissenschaften zuzuordnen. Im Privatgebrauch darf natürlich jeder Theologe, jeder Philosoph und jeder normale Laie darüber räsonieren, ob wirklich Alles-was-ist-und-lebt auf einer Kette von Zufällen (beginnend mit dem Urknall als „zufälliges Singulär-Ereignis“) beruht – oder ob eine kausale Einwirkung von außen erfolgt sein könnte/muss.

Innerhalb der Biologie haben Weltanschauung bzw. religiöse Aspekte per definitionem nichts zu suchen. Nun ist Prof. Scherer in der Einführung zu seinem u.a. Vortrag jedoch so ehrlich und gesteht ein: Objektivität ist eine Illusion.
Was bedeutet dies konkret? In der empirischen Methodik und Auswertung ist die Vorgehensweise des Naturwissenschaftlers klar definiert. Dies umfasst auch das Aufstellen von Theorien: Eine neue Theorie innerhalb der Evolutionsbiologie kann nicht Gott zum Gegenstand haben.
Andererseits, so Scherer, betrachtet er die Resultate seiner Arbeit durchaus vor seinem persönlichen Hintergrund als gläubiger Christ.

Dank dieser Offenheit gleich zu Beginn konnte ich meine auflodernden Vorbehalte beim Anschauen des Vortrages erst mal zurückstellen.

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