Samaritaner – Gottes vergessene Kinder

Die Samaritaner bilden eine Religionsgemeinschaft, die wie das Judentum aus dem Volk Israel hervorgegangen ist.

Die Glaubensregeln in dieser Gemeinschaft sind überaus streng:  am Sabbat schalten ihre Mitglieder nicht einmal die Heizung an, der Besuch der Synagoge am Sonnabend ist Zwang. Jungen müssen genau am achten Tag nach ihrer Geburt beschnitten werden – nicht vorher, nicht nachher. Samaritaner heiraten nur untereinander; ihre Frauen gelten während der Menstruation als so unrein, dass sie sieben Tage in speziellen Räumen abgeschirmt werden.
Zum Pessachfest begehen die Männer tragen begehen ein großes Tieropfer:

„… schneidet ein Priester rund 50 Lämmern die Kehle durch. In Strömen fließt das Blut über eine Steinrinne in ein Loch, wo es mitsamt dem Gedärm verbrannt wird. Das Fleisch, in einem großen Erdofen gegart, muss noch in der Nacht gegessen werden. Sonst wird es unkoscher.“ (1)

Ihre religiösen Wurzeln gleichen denen des Judentums – allerdings akzeptieren Samaritaner nur den Pentateuch (die fünf Bücher des Mose / Tora). Alle anderen Schriften des ‚Alten Testaments‘ lehnen sie ab.
Galt den Juden der Tempel in Jerusalem als zentrale Gebets- uns Opferstätte, ist es für die Samaritanern der Berg Garizim.

Historisch gehören Samaritaner und Juden einem Volk an. Wie das A.T.  berichtet, gründeten zehn der zwölf Stämme um 926 v.Chr. den Staat Israel in der Region Samarien.

Die Samaritaner, einst in der Mehrheit folgten einem ehernen Gesetz:

„Niemand von euch darf außerhalb des Gelobten Landes siedeln.“

Ergebnis: Während die Juden sich in den Jahren nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer in alle Welt zerstreuten (→ Jüdische Diaspora), harrten die Samaritaner Verwandten in ihrer angestammten Heimat aus. Diese Haltung hätte fast zu ihrem Aussterben geführt: Um 1918 gab es noch 146 von ihnen – heute leben in Israel und im Westjordanland etwa 750 Samaritaner.

Landschaft in Samarien

Landschaft in Samarien

Die Samaritaner waren also einstmals in der Mehrheit. In der Antike gab es 300 000 von ihnen, vielleicht sogar über eine Million. Doch ihr härtestes Gesetz hätte fast ihren Untergang bedeutet. Es lautet: „Niemand von euch darf außerhalb des Gelobten Landes siedeln.“

Möglicherweise steht eine Neubewertung der bisher gültigen Lehrmeinung zur Geschichte von Juden und Samaritanern an:

„Unter den Israeliten brodelte ein Glaubenskrieg, die Nation war gespalten. Die Juden hatten mächtige Vettern, mit denen sie einen Zwist ums Kultmonopol ausfochten. Es ging um die Frage: Welchem Ort gebührt die Ehre, Heimstatt und Brandopferplatz des Allmächtigen zu sein?“

Der Artikel „Gottes vergessene Kinder“ (SPIEGEL online, 2012) befasst sich mit dieser Frage und der Geschichte beider Glaubensrichtungen.

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