Die Pegida-Diskussion geht an der eigentlichen Gefahr vorbei!

Für ein subjektiv bedeutsames Anliegen zu demonstrieren, ist erst einmal legitim. Sich gegen die Sichtweise dieser Demonstranten zu engagieren und dafür auf die Straße zu gehen, ist ebenso legitim. Jeweils unter der Voraussetzung der Gewaltfreiheit und Einhaltung hiesiger Gesetze.

Doch die Diskussion für und wider die sog. Pegida-Bewegung („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes„) wird zunehmend hitziger geführt – und sie hat für mich einen ganz schalen Beigeschmack: Wenn so viele Ressourcen in die Abwehr einer vermeintlichen „Islamisierung“ Europas bzw. Deutschlands (‚Abendland‘ ist für mich ein eher wenig präziser Terminus) gesteckt werden, läuft etwas schief!

Eine schleichende Einführung des Islam hierzulande findet gegenwärtig nicht statt. Dennoch gibt es eine kleine Minderheit von Muslimen, die eine Einführung der Scharia in Deutschland nicht nur befürwortet, sondern aktiv betreibt. Deren Anhänger bewerten das Grundgesetz als defizitäre Übergangsregelung, deren Inhalte wie z.B. bestimmte Grundrechte (u.a. Gleichberechtigung von Mann und Frau) teilweise abgeschafft gehören.

Anstatt undifferenziert die hier lebenden Muslime zu einem Feindbild zu verarbeiten, sollte die darauf verwendete Energie m.E. eingesetzt werden, sich intensiver mit den Gruppierungen auseinander zu setzen, welche sich in der beschriebenen Weise dem Umbau unserer Gesellschaft widmen.

Maischberger (2012): „Die Salafisten kommen!“

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