Marie Collins: Die Stimme der Opfer muss weiter gehört werden

Die Irin Marie Collins hat angekündigt, die Kinderschutz-Kommission im Vatikan zu verlassen. Collins, die selbst als Dreizehnjährige von einem Kleriker missbraucht wurde, hatte seit der Einsetzung der Kommission 2014 durch Papst Franziskus mitgearbeitet.
Ihr Beweggrund: „Mangelnde Zusammenarbeit“ durch Dikasterien der Römischen Kurie, wie Collins in ihrem Kündigungsschreiben an den Papst erklärte. Somit arbeitet derzeit kein Opfervertreter mehr in der Kommission, der es doch vor allem um die Opfer geht/gehen sollte.

Collins:“…erst kürzlich hat es eine sehr konkrete Weigerung durch ein vatikanisches Amt gegeben, mit der Kinderschutz-Kommission zusammen zu arbeiten, die ich einfach inakzeptabel fand.“
Es sei „herzzerbrechend“, wenn einige Menschen dies „im Jahr 2017 schwierig finden, wenn wir doch die Geschichte kennen und nicht wollen, dass sie sich wiederholt.“

→ Weiterlesen: „Marie Collins: Die Stimme der Opfer muss weiter gehört werden!“ auf radiovaticana.va.

Nachtrag (1.7.2017): Kardinal Müller verliert sein Amt als Chef der Glaubenskongregation der katholischen Kirche. Zwischen ihm und dem Papst gab es immer wieder inhaltliche Differenzen. „Im März hatte eines der Missbrauchsopfer katholischer Geistlicher, Marie Collins, Müllers Kongregation beschuldigt, sich der Arbeit der päpstlichen Kommission zum Schutz von Kindern zu widersetzen“, berichtet die ZEIT.

Ein Leserkommentar („dorok“) erzgänzt: Unerwähnt bleibt in dem Artikel, dass Gerhard Ludwig Müller auch wiederholt in der Kritik stand und steht, die Aufklärung von jahrelangen schweren Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen verschleppt und behindert zu haben.
→Vgl. „Die geklitterte Chronologie – Die Legende vom furchtlosen Hirten und dem Fuchs, der die Gans nicht gestohlen, sondern gebracht hat“ auf regensburg-digital.de. Im März 2010 habe „GLM“, Bischof Gerhard L. Müller, „mit einer beispiellosen Abwehrschlacht“ auf das Bekanntwerden von sexuellen Übergriffen in den Einrichtungen der Domspatzen reagiert.

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, Katholizismus, Kirche, Vatikan abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.