Soziales Netz: „#KeinerTwittertAllein“

„Loneliness On The Web“ war mal!

„All unser Übel kommt daher, dass wir nicht allein sein können“, befand Arthur Schopenhauer. Doch habe ich es an den zentralen Feiertagen wenig Bedarf an lautstarken Familienaufläufen. Ein Essen zu zweit ist optimal, ansonsten reicht ein gutes Buch im Verbund mit musikalischer Untermalung meist aus, um mich zufrieden zu stellen.

Allein sein weil man es so möchte, ist etwas völlig anderes, als sich über die Feiertage und ‚zwischen den Jahren‘ einsam zu fühlen und darunter zu leiden. Ausgerechnet dann sind Hilfs- und Interventions-Angebote (z.B. die bundesweit 24/7 erreichbare Telefonseelsorge) überlaufen, zumindest zeitweise. Auch liegt nicht zwangsläufig eine Notsituation vor, wenn man etwas unglücklich ist über die kurzfristig geplatzte Verabredung mit Freunden oder den grippalen Infekt, der größere Unternehmungen unerwartet torpediert.

Unter dem Twitter -Hashtag #KeinerTwittertAllein bringt User @hipsterfitness nun Menschen zusammen – auf zweierlei Weise:

  • Wer (die Weihnachtstage und) Silvester gerne in Gesellschaft verbringen möchte, wird auf Anfrage ‚vermittelt‘, d.h. mit Personen und Grüppchen in seiner Wohngegend zusammengebracht,
  • Wer zuhause bleibt und online mit Gleichgesinnten zusammenkommen mag, ruft auf Twitter einfach den #KeinerTwittertAllein auf. Unter diesem Motto wird Musik geteilt, es ergeben sich persönliche Kontakte und ein Gefühl von Online-Gemeinschaft.

Am Rande wurde neben sinnbefreiter Trollerei auch sachliche Kritik geäußert – forciert diese Initiative womöglich noch einen gesellschaftlichen Druck, z.B. den Silvester-Abend mit vielen Leuten feiernd verbringen zu müssen? Nö. Es handelt sich ja um ein bloßes Angebot, somit wird kein Druck ausgeübt.
Mit dieser ehrenamtlichen, offenbar recht spontan ins Leben gerufenen Aktion wurde zudem ein wichtiger Beitrag zur Suizidprävention in der Zeit von Weihnachten bis Neujahr geleistet!

Freilich handelt es sich nicht um eine Dating-Verantstaltung – keine Partnerschaften oder ONS sollen vermittelt werden, sondern ’nur‘ Gesellschaft an exakt jenen Tagen, zu denen ungewolltes Alleinsein besonders unangenehm aufstoßen kann.

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