Beinah

Auch wenn er mit den übrigen Bloginhalten nicht viel zu tun hat, ich liebe diesen Song: Beinah von Clueso. Er handelt aus meiner Sicht vor allem von Autonomie und der Freiheit, auch im Angesicht subtilen Drucks eigene Entscheidungen zu treffen.
Diese Notwendigkeit geht weit über den im Song offenkundig intendierten Bezug – eine ursprünglich als ‚partnerschaftlich‘ angedachte Zweierbeziehung – hinaus. Fairness im Miteinander ist für mein Empfinden ein seltenes Gut geworden – und um so kostbarer.

Manchmal jedoch liegt ein Scheitern weniger in einem charakterlichen Defizit auf der einen oder der anderen Seite begründet – sondern allein darin, dass von Anfang an ganz verschiedene Wünsche und Hoffnungen bestanden haben. Wie leicht stürzen ‚wir‘ uns in eine Beziehung, Freundschaft o.ä. – ohne die eigenen Grenzen erkennbar festzulegen und zugleich auch die Erwartungen unseres Gegenübers auszuloten.
Zeigt sich dann verspätet eine unüberbrückbare Divergenz, sind unausweichliche Entscheidungen um so schmerzlicher.

Aber: es ist essenziell, sie herbeizuführen.

Mitunter kommt es freilich auch vor, dass jenes Gegenüber sich über selbstverständliche (oder als selbstverständlich angenommene) Konventionen hinwegsetzt – und alles Reden mit Engelszungen erweist sich als vergeblich. Die Schlinge zieht sich zu…

Dann, ja dann ist es noch wichtiger, Abstand zu gewinnen und diesen sichtbar werden zu lassen.

Bei dir zählt nur was zu gewinnen ist
Du willst alles haben
Und du zielst auf jedes Hindernis mit offenen Armen
Wenn du spielst geht nebenbei so viel kaputt,
Doch das macht dich an
Was du suchst so bald du’s gefunden hast
Ist alles getan.

Ich lass dich gern in deiner Welt allein
Wie kann jemand so hübsches nur so hässlich sein
Du kriegst was du willst, willst alles und nimmst noch mehr
Doch ich lauf dir jetzt nicht mehr hinterher
Weil du nur mit falschen Farben malst
Hab ich ein Bild von dir, das nicht mehr strahlt.

Nachtrag:
Dieser kurze Eintrag konnte tatsächlich als Winken mit Zaunpfählen aufgefasst werden, die sich auf einzelne Personen fokussieren sollten. Dem ist nun nicht so – der persönliche Fokus umfasst genau 20 Jahre. Damit Trigger triggrn können, muss das Feld beackert, die Saat gesät und längst in einschneidender, bisweilen erschreckender Weise aufgegangen sein.
Das ‚braucht‘ neben prägenden Eindrücken viel Zeit..

Dieser Beitrag wurde unter Erinnerungen, Gesellschaft & Soziales, Leben, Soziale Netze abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar