„Armagadd-on“ – wer hat den Firefox-Browser kaputt gemacht?

Gestern (4.5.2019) fing am Abend der Firefox an zu spinnen – ohne mein Zutun: nahezu alle Addons waren auf einmal deaktiviert. Mich überrascht immer wieder, wie wenig ich auf meinem eigenen Rechner noch zu bestimmen habe. (Diese Zusatzprogramme unterstützen Nutzer, sie können nach Belieben in den Browser integriert werden – für mich wichtig sind Sicherheits-Elemente wie NoScript, durch die Zugriffe, Tracking und ggf. Datenklau durch nicht autorisierte Drittanbieter weitgehend abgewehrt werden können.)
Ursache: ein digitales Zertifikat ist (anscheinend unbemerkt von der Mozilla-Entwicklertruppe) abgelaufen, das für Unbedenklichkeitsprüfung der Add-ons relevant ist.
(Oder handelt es sich um eine subtile Machtdemonstration? Eher nicht, denn der Marktanteil von Firefox ist seit 2008, also seit dem Start von Google Chrome, mächtig geschrumpft.)

Wichtig in diesem Zusammenhang: jetzt bloß nicht in Aktionismus verfallen: nicht die vermeintlich ungültigen Add-ons entfernen und auch keinen Ersatz installieren!
Statt dessen: „einfach abwarten“, auch wenn gerade das nicht ganz leicht fällt. Denn Mozilla arbeitet an einem Hotfix, welches diesen Bug behebt und die Add-ons wieder gültig schaltet. Dazu braucht der Anwender normalerweise nichts zu tun – sofern automatische Updates nicht deaktiviert sind.

„There are a number of work-arounds being discussed in the community. These are not recommended as they may conflict with fixes we are deploying. We’ll let you know when further updates are available that we recommend, and appreciate your patience.“

Nähere Informationen dazu:

Soweit es mich betrifft, wurde der Fehler quasi über Nacht durch ein Update behoben, bis auf weiteres sind alle Zusatzprogramme wieder aktiv.

Merkwürdig: wie abhängig manch einer doch vom Internet ist und welche Nervosität sich weltweit breitmacht, sobald der für selbstverständlich gehaltene Zugang zum Web plötzlich nicht so klappt, wie man es doch gewohnt ist.
Viele von uns haben weitere Browser installiert – z.B. Opera oder Chrome – auf die sie jederzeit ausweichen können. Doch wenn ein englischsprachiger Anwender bekundet, Mozilla habe sein Wochenende ruiniert, gibt das schon zu denken: was fangen wir mit unseren Leben eigentlich an bzw. wie gestalten wir unsere freie Zeit, wenn ein kurzzeitiger Browserdefekt einige User schon dermaßen aus der Bahn wirft?
Sicherlich hängen vom intakten Browser etliche Aktivitäten ab, Filme über Streaming-Dienste wie Netflix gucken oder online Musik hören zu Beispiel. Ist derlei auf einmal nicht mehr möglich, darf man sich schon ein wenig ärgern …aber bricht deswegen gleich die heile Welt zusammen?

 

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