The Man From Earth (2007)

The Man from Earth  (2007, Regie Richard Schenkman, Drehbuch v. Jerome Bixby) erzählt die fiktionale Geschichte eines 14.000 Jahre alten Cro-Magnon-Menschen, der ununterbrochen bis in unsere Zeit gelebt hat.

Kurz vor der Jahrtausendwende belädt der angesehene Professor John Oldman gerade seinen Truck mit Umzugskartons, als er einen Abschiedsbesuch von seinen Freunden und Kollegen erhält. Die mit John befreundeten Wissenschaftler – Harry (Biologe), Edith (Theologin), Dan (Anthropologe), Sandy (Historikerin) sowie Art (ein Archäologe) und seine Studentin Linda – wollen von ihm erfahren, weshalb er seine berufliche Existenz scheinbar grundlos aufgeben und weggehen will. In einer ruhigen Minute offenbart Sandy, dass sie in John verliebt sei und seinen Wegzug bedauere.

Obwohl die Fragen nach dem Grund für Johns Wegzug immer drängender werden, weicht er anfänglich noch aus. Als seine Freunde nicht locker lassen, stellt John ihnen eine Frage:

„Angenommen, ein Mensch aus der Altsteinzeit hätte bis heute überlebt,
was wäre er für ein Mensch?“

Bald stellt sich heraus, dass John von sich sich selbst spricht. Er erzählt episodenhaft aus seiner 14.000-jährigen Erinnerung; und nun leuchtet allen ein, dass er wieder einmal weiterziehen muss, denn in seinem Umfeld fällt nach spätestens zehn Jahren auf, dass er nicht altert.

John erzählt, wie er einst als Höhlenmensch lebte und dass er historische Personen wie Buddha, Hammurapi und Christoph Columbus gekannt habe. Art wird skeptisch und ruft den allen Anwesenden bekannten Psychiater Dr.Will Gruber hinzu, der Johns Bericht auch in philosophischer und metaphysischer Hinsicht hinterfragt. Die Wissenschaftler stellen Bezügen zu ihrem eigenen Fachwissen her und verfallen in eine höchst kontroverse Diskussionen über die Beweisbarkeit seiner Behauptung. Die Situation eskaliert, als Will John mit einer Waffe – die ungeladen ist, wie sich später herausstellt.

Schließlich erklärt John, dass er einst Jesus war und bestrebt war, die 500 Jahre zuvor von seinem Lehrers Buddha erfahrenen Weisheiten an die Rituale und Vorstellungswelt des römisch besetzten Palästina anzupassen. Die religiöse Edith beschuldigt John daraufhin der Blasphemie und Will meint, man müsse John wie einen Geisteskranken mit Wahnvorstellungen behandeln. Der Streit legt sich und die Runde lauscht am Kamin (der John an das Höhlenfeuer seiner 12 Jahrtausende zurückliegenden Kindheit erinnert) der 7. Sinfonie von Beethoven und weitere Erzählungen von John. Alle Zuhörer sind bestürzt und verwirrt.

Will droht John mit einer Zwangseinweisung und fordert ihn auf, seine Erzählung als Lügengeschichte zu enttarnen. John kommt dem notgedrungen nach und erklärt, er habe eine Geschichte erfunden – um zu sehen, ob und wann die Wissenschaftler ihn widerlegen würde. Einige reagieren verärgert, andere erleichtert (weil John nun doch nicht übergeschnappt sei – aber diejenigen, die inzwischen an Johns Geschichte glauben, sind traurig und enttäuscht.
Als nur noch Sandy und Will anwesend sind, der jedoch im Hintergrund bleibt, nennt John seiner Freundin Sandy einige Namen, die er in seiner Vergangenheit verwendet habe. Durch einen dieser Namen realisiert Will, dass John sein Vater sein muss und erleidet durch den Schock eine Herzattacke. Der herbeigerufene Sanitäter kann nur noch den Tod von Will feststellen.

John ist sehr aufgewühlt, weil er noch nie ein eigenes Kind hat sterben sehen, da er jede Familie nach einigen Jahren verlassen musste. John steigt in sein Auto und fährt los. Kurz darauf hält er an und lässt Sandy einsteigen.

SciFi-Drama: The Man From Earth

(Der eingebettete Film (YT) wurde zuletzt im Juni 2015 abgerufen.)

Obwohl (oder gerade weil) dieser Film ganz ohne Spezialeffekte auskommt, handelt es sich um einen meiner Lieblingsfilme. So viele Fragen nach dem menschlichen Sein, dem Woher und Wohin werden berührt. Keine dieser Fragen wird wirklich beantwortet, doch ungeachtet des fiktionalen Charakters der Story wird dem Zuschauer der Eindruck vermittelt, es könnte eine Antwort auf all jene Fragen geben.

Der Gedanke ist faszinierend… eine Person zu treffen, die nicht altert und deshalb einen großen Teil der Menschheitsgeschichte miterlebt hat und authentisch berichten kann – nicht nur Fakten, sondern auch ‚was die Menschen damals dachten‘.
Wer weiß, vielleicht reichen die Erinnerungen eines jeden Menschen (genauer eines jeden Bewusstseins) so weit zurück – oder sogar noch weiter? Dass wir gegenwärtig keinen Zugang zu früheren Lebensabschnitten haben, steht auf einem anderen Blatt…

Quellen: