Streitgespräch zwischen Hanna-Renate Laurien und Eugen Drewermann (1992)

„Der Mensch wird von der Kirche zum Glauben gerufen und nicht zum Denken.“

…schreibt Uta Ranke-Heinemann in der Einleitung ihres Buches ‚Nein und Amen‘. Der Mensch sei, „wenn es ihn nach Wahrheit verlangt und wenn er damit nicht nur die von den kirchlichen Vorgesetzten vorgesetzten Wahrheiten meint, auf sich selbst verwiesen“. Von Ranke-Heinemann ist es nicht sehr weit zu Eugen Drewermann, beide waren der innerkirchlichen Hierarchie ein Dorn im Auge und ihnen wurde die Lehrerlaubnis in katholischer Theologie entzogen.

Anscheinend wende ich meine Aufmerksamkeit zunehmend ‚historischen‘ Disputen zu, vielleicht weil ich in den gegenwärtigen Formaten die wünschenswerte Tiefe vermisse. Wahr ist aber auch: vor 25 Jahren, also 1992, fehlte mir persönliche bei weitem die Tiefe und die Geduld, mich auf einen zweistündigen theologischen Disput hörend einzulassen. Es ist also ein Glücksfall, in einer Zeit zu leben, in der solche Gespräche aufgezeichnet werden und Jahrzehnte später verfolgt werden können.

Am 19. Juni 1992 übertrug das ZDF ein Streitgespräch zwischen Hanna-Renate Laurien und Eugen Drewermann, das im Rahmen des 91. Deutschen Katholikentages in Karlsruhe.

Zur Erinnerung:
Hanna-Renate Laurien (1928 – 2010) war als CDU-Politikerin von 1976 bis 1981 Kultusministerin in Rheinland-Pfalz, von 1981 bis 1989 Schulsenatorin von Berlin und von 1991 bis 1995 Präsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin. Sie war damals Vorsitzende des Zentralkommittees der deutschen Katholiken, der größten katholischen Laienorganisation in Deutschland. Laurien zeigte sich durchaus mutig: „Für mich ist Ratzinger nicht die Kirche.“

Ausgangspunkt des Disputs ist Drewermanns Anliegen, die katholische Kirche menschenbezogener und -freundlicher zu gestalten und das Ziel des Heilen weit mehr in den Vordergrund zu stellen als jedes Festhalten an Dogmen, mit denen sich nicht erst seit kurzem nur noch sehr wenige Mitglieder vollständig identifizieren können, wenn sie selbst-kritisch über deren Gegenstand nachdenken.

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Streitgespräch: Kardinal Walter Kasper – Eugen Drewermann

Am 6. Feb. 1992 kam es im ZDF zu einem Disput zwischen dem Kirchenreformen fordernden Theologen und Psychoanalytiker Dr. Eugen Drewermann und dem damaligen Rottenburger Bischof Walter Kasper, der später zum Kardinal ernannt wurde und jetzt im Ruhestand ist. Das Publikum wurde weitreichend einbezogen.

Zum Image der RKK stellt Drewermann in Bezug auf das zwanghaft-dogmatische Festhalten an offensichtlichen Mythen wie der Jungfrauengeburt mit Wehmut fest:

„Wir stehen einfach lachhaft dar, wie wenn’s die Aufklärung nie gegben hätte!“

Jesus habe nicht ein einziges Sakrament gestiftet (wie ist das Abendmahl hier einzuordnen?) – sein Verdienst liege vielmehr darin, er habe „Ängste vom Menschen genommen, die immer wieder hinderlich sind, zueinander zu finden„.
Diese Aussage lohnt intensives Nach-denken, meine ich – sowie einer Ergänzung: Jesus hat den Menschen auf Grundlage der alttestamentlichen Zehn Gebote ein moralisches Leitbild gegeben, dessen Befolgung jenes Zueinanderfinden begünstigt, wenn nicht sogar erst ermöglicht.

Der seinerzeit für der Kongregation für die Glaubenslehre vorsitzende Kurienkardinal Joseph Ratzinger hatte in einem 1986 verfassten Schreiben an den Paderborner Erzbischof J. Degenhardt „große Besorgnis“ über Drewermanns öffentliche Äußerungen ausgedrückt und den Erzbischof angewiesen, Maßnahmen gegen Drewermann einzuleiten. Als Drewermann 1991 in einem Interview mit dem Spiegel die Jungfrauengeburt als biologische Tatsache angezweifelt hatte, wurde ihm von Degenhardt am 8. Oktober 1991 die Lehrerlaubnis für Dogmatik entzogen. Bald darauf wurde er mit einem Predigtverbot belegt und ein kirchliches Verfahren gegen ihn eingeleitet.

Der Entzug der Lehrerlaubnis und die spätere Suspendierung Drewermanns als Priester wurde von Befürwortern beider Seiten sehr emotional diskutiert – der Staatsrechtler J.Isensee sah in Drewermann den „Prototyp des selbsternannten Kirchenkritikers, der sich in und auf Kosten der Institution Kirche durch radikale Thesen und Veröffentlichungen zu profilieren suche“.

Kritiker der kirchlichen Vorgehensweise empfanden das Prinzip der „Bestrafung, Aussonderung und Zensur“ als nicht mehr zeitgemäß. Diese Kritik ist aus der Innenansicht der RKK schwerlich anwendbar – es handelt sich bei ihr nicht um ein demokratisches Gebilde, sondern von ihrer Führungs- und Willensbildungsstruktur um eine absolutistische Wahlmonarchie – ohne Gewaltenteilung, Papst übt gleichzeitig Regierung, Gesetzgebung und Rechtsprechung aus (auch wenn er diese Funktionen in Teilen delegiert). Wer seinen Lebensentwurf und berufliche Perspektive auf diese Institution festlegt, konnte die damit verbundenen Beschränkungen seiner kommunikativen Freiheiten im Vorfeld kennen und beurteilen.

Die Sicht von außen kommt freilich zu einer völlig anderen Einschätzung: um die Kirche, die sich nun einmal in der Person Jesu zentralisiert, fair zu beurteilen, sollte gefragt werden: Wie hätte sich Jesus verhalten? Eugen Drewermann sagt dazu: „An jeder Stelle, wo ein Menschen leidet, hätte Jesus jede beliebige Theorie über den Haufen geworfen.“ Ebenso würden die alttestamentlichen Propheten, so Drewermann weiter, scheitern am kirchlichen Lehramt.


Teil 1:

Teil 2:

Abseits der inhaltlichen Streitfragen regiere ich aus einem weiteren Grund mit einiger Betroffenheit: Das Niveau des vor 25 Jahren geführten Disputs, auch seitens der anwesenden Zuschauer, wird im gegenwärtigen TV kaum mehr erreicht – jedenfalls nicht in Talkrunden o.ä., die vor 22:00h ausgestrahlt werden. Ähm, Moment! Ich lese gerade, auch damals wurde diese erste Sendung der Reihe „Streitfall“ von 22:15-23:15 Uhr ausgestrahlt…

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Glückliches Sterben? Gespräch mit Hans Küng über Sterbehilfe

Kann Sterben glücklich sein?

Gedanken an meinen eigenen Tod verdränge ich derzeit noch aus meinem Denken – ich bin innerlich noch ’nicht bereit‘: In vielen Fragen zu Gott und dem fraglichen Jenseits ringe ich noch um Antworten, so vieles in meinem Leben ist noch nicht abgeschlossen, oder schlicht unerledigt. Gleichwohl ist mir durchaus bewusst, diese Entscheidung könnte mir von einem Tag auf den nächsten aus der Hand gerissen werden; die wenigsten von uns wissen, wann ihre Zeit gekommen ist. Plötzlicher Autonomie-Verlust etwa als Folge eines Unfalls kann jeden von uns treffen.
Dieser Beitrag geht nicht der Frage nach, wann/warum wir sterben müssen – sondern er wirft einzelne Gedanken darüber auf, wie wir sterben möchten und welche Konsequenzen daraus für uns erwachsen können. Der Wunsch, das eigene Leben vorzeitig zu beenden, mag für diejenigen unter uns, die noch nicht unmittelbar mit extremen Krankheits-/Leidzuständen bis hin zum Verlust jeglicher Kontrolle konfrontiert waren, wenig nachvollziehbar erscheinen. Eine gedankliche Hinführung entsteht eventuell durch die gegenteilige Fragestellung: Wie möchte ich auf keinen Fall sterben?

Lässt sich eine positive, gelassene Grundhaltung bis hinein in den Sterbeprozess durchhalten? Meine spontane Antwort: ‚kommt drauf an.‘ Die Grundhaltung vieler Menschen dürfte in ihren letzten Lebensjahren wesentlich davon abhängen, wie sehr sie durch zunehmende Gebrechen und Erkrankungen beeinträchtigt werden… ob ihnen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben ermöglicht bleibt. Die Problematik eines u.U. auch gegen den Willen des sterbenden Patienten immer weiter künstlich hinausgeschobenen Lebensendes entscheidet mit darüber.

Anne Will hat Ende 2013 ein halbstündiges Gespräch mit Hans Küng geführt, der als Theologe und katholischer Priester stets im Widerspruch zu seiner Kirche stand: Der damals 85-Jährige war zu diesem Zeitpunkt bereits an Parkinson erkrankt und litt an weiteren Beschwerden, die seine Lebensqualität einschränken. Küng möchte selbst bestimmen, wann sein Leben zu Ende geht. Zugleich möchte er eine Debatte über aktive Sterbehilfe in Deutschland anstoßen. Er kritisiert die unzureichende Gesetzeslage, die seiner Ansicht nach den Sterbetourismus in die Schweiz erst nötig macht.

„Ich möchte so sterben, dass ich noch voll Mensch bin.“

Mit Entschiedenheit erklärt er: „Ich will auf keinen Fall den Moment verpassen.“ Jenen Moment, nach dessen Verstreichen ihm ein selbstbestimmter Sterbeprozess in Würde nicht mehr möglich sei. „Wir haben alle eine Verantwortung für unser Leben. Und warum soll die in der letzten Phase aufhören, diese Verantwortung?“


Vorab: Anmerkung zu den Begrifflichkeiten

  • Aktive Sterbehilfe → Tötung eines Menschen auf dessen Verlangen, in Deutschland strafbar. Jede Form der „Zwangs-Euthanasie“ ohne ausdrückliche Einwilligung des Betroffenen ist schlicht Mord.
  • Beihilfe zur Selbsttötung (assistierter Suizid) → letztlich wird der Tod selber herbeigeführt. Die Assistenz beschränkt sich auf die Beschaffung des Tötungsmittels, etwa eines Medikaments in tödlicher Dosis, welches aber vom Sterbewilligen selbständig eingenommen wird.
  • Indirekte Sterbehilfe → Lebensverkürzung durch palliative Maßnahmen, d.h. ein vorzeitiger Tod wird durch eine durch eine medizinische Behandlung in Kauf genommen, welche primär der Schmerzlinderung dient.
  • Passive Sterbehilfe → Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen, wie z.B. eine künstliche Beatmung, entsprechend dem verfügten Willen des Patienten entspricht

Der 66. Deutsche Juristentag (2006) empfiehlt, die verwirrenden Begriffe aktive, passive und indirekte Sterbehilfe durch die Bezeichnungen „Tötung auf Verlangen“, „Abbruch lebensverlängernder Behandlungsmaßnahmen“ und „Durchführung einer leidenslindernden Maßnahme“ zu ersetzen (Küng).


In seinem Buch „Glücklich sterben“ erklärt Küng unter Bezugnahme auf das o.a. Gespräch, das Thema beschäftige ihn seit fast 60 Jahren, seit einem Schlüsselerlebnis: 1955 verstarb sein Bruder Georg an einem Gehirntumor, er war erst 23 Jahre alt und erstickte nach Monaten der Qual am Wasser in seiner Lunge. So wolle er selbst nicht enden, dachte sich Hans Küng schon damals.
Doch gerade weil „die menschliche Person unendlich kostbar und unbedingt zu schützen“ sei – bis an ihr Ende – müsse genau überlegt werden, was dies angesichts einer Hochleistungsmedizin bedeute, die das Sterben weitgehend schmerzlos herbeizuführen, aber auch in vielen Fällen beträchtlich hinauszuzögern vermag.

Hans Küng schreibt: „Es gehört für mich zur Lebenskunst und zu meinem Glauben an ein ewiges Leben, mein zeitliches Leben nicht endlos hinauszuzögern. (…) Wenn es mir geschenkt sein sollte, möchte ich gerne bewusst sterben und mich menschenwürdig von meinen Lieben verabschieden. Glücklich sterben heißt (…) ein Sterben in völligem Einverständnis, in tiefster Zufriedenheit und in innerem Frieden.“
Ein allein zwecks Provokation der kirchlichen Autorität geplanter Suizid liege ganz und gar nicht in seiner Absicht. Vielmehr nehme er deutliche Anzeichen wahr, dass „die letzte Periode begonnen hat und dass mein Leben auch nicht ewig dauert“.

Beginnende Demenz werde für ihn persönlich eine klare Indikation darstellen, um konkrete Schritte zur aktiven Beendigung seines Lebens einzuleiten. Diesen Zeitpunkt halte er in Übereinstimmung mit seiner Glaubens-überzeugung für geeignet: er werde nicht in ein Nichts hineinsterben, sondern in eine letzte Wirklichkeit hinübergleiten.
Obgleich meine eigenen Überzeugungen wenig gefestigt sind, ob und wohin ich dereinst gleiten werde, die Wahl dieses Zeitpunktes vermag ich recht gut nachzuvollziehen: Zeitlebens war und ist der Geist und mein Potenzial zur geistigen Betätigung ein unverzichtbarer Baustein, durch den ich mich definiere und aus dem mein subjektiver Selbstwert erwächst. In völliger Abhängigkeit und reduziert auf ein vegetatives Dasein zu existieren, erscheint mir als Schreckensvision, auf welche ich nach Möglichkeit verzichten möchte.

Für mich persönlich kommt ein weiterer Aspekt dazu: Die Menschen in meinem persönlichen Umfeld sind gleichaltrig oder älter als ich. Damit entsteht für mich eine konkrete Aussicht, in einer möglichen Phase von völliger Hilflosigkeit und Verwirrtheit gänzlich fremden Personen zur Last zu fallen, die bis in die intimsten Lebensbereiche an der Ausdehnung meines an sich abgeschlossenen Lebens mitwirken müssten, meine Ausscheidungen beseitigen, mein zusammenhangloses Gestammel ertragen oder schlimmstenfalls sogar meine Wutausbrüche.
Will ich das? Falls die Antwort Nein lautet, müsste konsequenterweise die nächste Frage lauten: Welche Vorkehrungen werde ich treffen, um m.E.  würdeloses Vegetieren ausschließen zu können?

Da ist aber noch eine andere Seite: Suizid ist in meinem Denken und Fühlen tabuisiert, als ein absolutes NoGo verdrahtet. Für mich ist passive Sterbehilfe (Beendigung lebenserhaltender Maßnahmen auf Wunsch des Patienten bzw. auf Grundlage seiner zuvor erlassenen Patientenverfügung) durchaus denkbar, vor dem aktiven Schritt schrecke ich zurück.
Allerdings darf die Auflösung dieser Ambivalenz nicht darin bestehen, die Verantwortung unausgesprochen auf einen Mediziner abzuschieben, von dem ggf. die Gabe einer erhöhten Morphiumdosis erhofft würde. Im Sterben nach einer verantwortungsvollen Hilfe suchen, ist indessen unter der Voraussetzung angemessen, dass der Entschluss nicht auf den Helfenden verlagert wird, sondern eigenverantwortlich eine Verfügung (s.u.) getroffen wird bzw. rechtzeitig getroffen wurde.

Aus dieser Sichtweise ließe sich eine Geringschätzung kranken und gebrechlichen Lebens nur dann ableiten, wenn sie verallgemeinernd geäußert würde, anstatt sich ausschließlich auf das eigene Leben und Sterben zu fokussieren. Auch Küng betont mehrfach sehr eindringlich, hierbei handele es sich um sehr persönliche Fragestellungen. Ja, das muss ein(e) jede(r) von uns für und mit sich selbst ausmachen.
Deutlich wird auch: Suizid als Flucht vor Lebensproblemen kommt für Küng nicht in Betracht → „Wenn ich ein Mann wäre in seinen 40er-Jahren, mit Familie, Frau und Kindern, und hätte ein Missgeschick, etwa einen Kollaps im Berufsleben, erlebt, dann kann ich mich ja nicht einfach aus dem Leben verabschieden, unbekümmert darum, wer da noch übrig bleibt.“

Küng erklärt, er sei bei der Sterbehilfeorganisation EXIT (ein vereinsmäßiger, nicht gewinnorientierter Anbieter von Freitodbegleitung mit Sitz in der Schweiz): „Man hat früher immer angenommen, wenn jemand bei so einer Organisation ist, dann ist er Materialist oder Atheist. Nein, im Gegenteil. Man kann aus Gottvertrauen heraus freiwillig sterben. Ein durchaus nicht rationalistisches, aber rationales, vernunftgemäßes Gottvertrauen.“

Er habe aber auch dagegen protestiert, den Sterbetourismus den Eidgenossen vorzuwerfen: „Nein, es liegt an den Deutschen, die keine Gesetze machen können, damit solch ein Sterbetourismus nicht notwendig ist.“

Mit Zuversicht ans eigene Sterben denken?

Sich gewissermaßen prophylaktisch umbringen, noch bevor der Verfall des eigenen Körpers/Geistes weit fortgeschritten ist oder eine unheilbare Krankheit zu unerträglichem Leid führt? Nein, das ich mir für mich nicht vorstellen. Aus den Reaktionen auf Küngs Interview möchte ich dazu die Antwort einer pensionierten Ärztin herausgreifen:
Sie habe vor Jahren den Entschluss gefasst, im Laufe ihres 8. Lebensjahr-zehnts selbstverantwortlich mit menschlicher Begleitung ihr Leben durch Suizid beenden.
Und nun: Je näher dieser Zeitpunkt rückt, umso stärker ist in mir der Lebenstrieb, der Lebenswille. Ich empfinde Angst vor dem Nicht-mehr-Sein, vor dem völlig Ungewissen und Unbekanntem nach dem Sterben. Die Ungeheuerlichkeit des selbstbewirkten Todes steht dann drohend vor der Seele. Die Gefühle wechseln.“

Dass die RKK eine deutlich abweichende Haltung einnimmt, geht schon aus dem o.a KKK-Auszug hervor. So hatte auch der Pressesprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart kategorisch erklärt: „Küng spricht für sich selbst, nicht für die katholische Kirche.“

Diesen immerwährenden Dissens zwischen Küng und seiner Kirche mag ich hier nicht eingehender beleuchten, denn für eine so persönliche Gewissensentscheidung besitzt die zeitgeist-verzögernde Haltung von Glaubenswächtern keine Relevanz, soweit es mich betrifft: Kein Kirchenfunktionär und auch kein Politiker wird mir diese Entscheidung abnehmen können, sollte ich sie einst für mich zu treffen haben.

„…für wen, außer für sich selbst, sollte wohl ein Mensch sprechen, wenn es ums eigene Sterben geht?“

die Frage der Zuversicht vorm sterben hängt wesentlich von zwei zentralen Aspekten ab

  • Wie gestaltet sich der Prozess des Sterbens, verläuft er einigermaßen friedvoll und frei von unerträglichen Schmerzen?
  • Was wird aus uns, d.h. unserem selbst mit seiner Individualität und seinen Erinnerungen, sobald wir „tot“ bzw. hinüber gegangen sind?

Seth (Jane Roberts – Gespräche mit Seth, → Downloadbereich) erklärt hierzu:

„Die Seele ist etwas Unverlierbares! […]
Eure eigene Persönlichkeit, wie ihr sie kennt, der Teil von euch, der euch am kostbarsten und am einmaligsten dünkt, auch dieser Teil wird niemals zerstört werden oder verlorengehen. Er ist ein Teil der Seele. Er wird von der Seele weder verschluckt noch von ihr ausgelöscht, noch unterjocht werden, noch kann er andererseits jemals von ihr getrennt werden. Er ist jedoch nur ein Aspekt eurer Seele. Eure Individualität, wie immer ihr sie euch denken mögt, existiert in eurem Sinne fort.“
Damit wäre die eigentlich wichtigste Frage beantwortet, oder?

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Es klingt schon ein wenig paradox: Eine freie Entscheidung über mein Lebensende kann bzw. sollte ich nicht erst am Lebensende treffen oder kurz davor.
Fest steht aber auch: Ich werde nicht zu lange warten. Und ich werde mich nicht darauf verlassen, dass ich ’schon irgendwie‘ meinen Willen werde kundtun und glaubhaft machen können, wenn es an der Zeit. Eine solche Haltung würde sich allein auf naive Verdrängung gründen.

In diesem Zusammenhang sind zwei Dokumente relevant:

  • Mit einer Patientenverfügung wird geregelt, welche ärztlichen Maßnahmen ich zu meiner medizinischen Versorgung wünsche und welche von mir abgelehnt werden. So übe ich vorab mein Selbstbestimmungsrecht für den Fall aus, dass ich bei einer schweren Krankheit oder nach einem Unfall meinen Willen nicht mehr artikulieren kann.
    Patientenverfügungen sind verbindlich: Sie müssen von Ärzten umgesetzt werden, wenn die Behandlungs- und Lebenssituation eintritt, für die sie ausgestellt wurden. Damit die Verfügung anerkannt wird, muss sie schriftlich vorliegen und konkrete inhaltliche Vorgaben erfüllen:
  • Mit einer Vorsorgevollmacht wird eine Person Ihres Vertrauens beauftragt stellvertretend für mich zu handeln, zu entscheiden und Verträge abzuschließen – entweder umfassend oder in abgegrenzten Bereichen. Die Vollmacht gilt nur, wenn ich diese Dinge nicht mehr selbst bewältigen kann. Die Vollmacht kann dem Beauftragten jederzeit entzogen oder inhaltlich verändert werden.
    Hintergrund: Ehepartner oder Kinder können nicht automatisch für Sie im Alter entscheiden. Fehlt eine solche Vollmacht, wenn Sie wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst treffen können, wird das Amtsgericht dafür einen rechtlichen Betreuer einsetzen – dabei kann es sich auch um eine fremde Person handeln.

Theologische Aspekte?

Tja nun, darüber könnte man etliche Bücher verfassen und käme dennoch nicht zu einem zufriedenstellenden, allgemein verbindlichen Ende.

Die Studie „Haltung der Ärzteschaft zur Suizidhilfe“1) greift die ablehnende Haltung von Ärzten gegenüber Suizidhilfe (=Sterbehilfe) auf. Diese seien in einem Beispiel 2stark geprägt von seinem christlichen (katholischen) Glauben und ’seinem Menschsein'“.
Danach dürfe man nicht „Hand an das eigene Leben legen“. Dieses allgemeine Verbot von Suizid werde verknüpft mit dem Gebot, sein „Schicksal zu akzeptieren“ und der Überzeugung, dass das Leben in allen Phasen lebenswert sei.

Aus dieser Überzeugung werde das Verbot von Suizidhilfe gefolgert, denn man enthalte einem Patienten  „unter Umständen […] einen wertvollen Teil des Lebens“ vor.
„Einem konkreten Leiden sei nicht vorzugreifen, denn niemand dürfe von sich auf andere schließen. Weil Sterben etwas Natürliches sei und Leiden zum Leben dazugehöre, sei der Suizid letztlich widernatürlich. (…) Außerdem bestehe die Gefahr des Irrtums, wenn die Lebensqualität durch eine Drittperson eingeschätzt werde.“
Diese subjektive Äußerung lasse ich unkommentiert, auch weil es sich hier nur um einen winzigen Auszug aus der mehr als 160 Seiten umfassenden Studie handelt.

Indem er sich als katholischer Theologe auf die emotional wie politisch schwer belastete und entsprechend kontrovers diskutierte Frage der Sterbehilfe einlässt, tritt Küng in einen letzten Widerspruch zu seiner Kirche ein. Der Katechismus der RKK nimmt dazu eine gänzlich andere Position ein.

[→ Vgl. Abschnitt „Selbstmord“ im KKK:
„2280 Jeder ist vor Gott für sein Leben verantwortlich. Gott hat es ihm geschenkt. Gott ist und bleibt der höchste Herr des Lebens. Wir sind verpflichtet, es dankbar entgegenzunehmen und (…) zu bewahren. Wir sind nur Verwalter, nicht Eigentümer des Lebens, das Gott uns anvertraut hat. Wir dürfen darüber nicht verfügen.

2281 Der Selbstmord widerspricht der natürlichen Neigung des Menschen, sein Leben zu bewahren und zu erhalten. Er ist eine schwere Verfehlung gegen die rechte Eigenliebe. Selbstmord verstößt auch gegen die Nächstenliebe, denn er zerreißt zu Unrecht die Bande der Solidarität mit der Familie, der Nation und der Menschheit, denen wir immer verpflichtet sind. Der Selbstmord widerspricht zudem der Liebe zum lebendigen Gott. (…)
Schwere psychische Störungen, Angst oder schwere Furcht vor einem Schicksalsschlag, vor Qual oder Folterung können die Verantwortlichkeit des Selbstmörders vermindern.(…)“]

Hat Gott unser Dasein mit Vorbedacht so eingerichtet, dass Leid darin vorkommt, für die einen in erträglichem, für andere in für sie unerträglichem Ausmaß? Verlangt Gott von uns, am unvermeidbaren Ende unseres irdischen Daseins einen von ihm eigens zubereiteten Kelch aus Leid und Würdeverlust auch ja bis zum letzten bitteren Tropfen auszukosten?

Dazu kann ich nur sagen: Meinem Gottesbild entspricht dies nicht! Von Gott stammen nach meiner Überzeugung die Rahmenparameter dieses Daseins, zu denen auch die Naturgesetze zählen. Kausalität – Ursache und Wirkung – ist eines dieser Gesetze; es macht deutlich: ein erheblicher Anteil des sichtbaren Leids geht auf ebenso ’sichtbare‘ (wissenschaftlich beschreibbare) Ursachen zurück. Ein Beispiel: Sollte ich als langjähriger, inzwischen entwöhnter Raucher trotzdem noch an Lungenkrebs erkranken, werde ich die Schuld dafür ganz sicher nicht bei Gott suchen. Weshalb sollte ich also annehmen, Gott verlange aber von mir, im Endstadium einen langsamen, qualvollen Erstickungstod bis zuletzt bewusst zu durchleben – als Bestrafung, Läuterung oder was auch immer?

Bei anderen Erkrankungen und altersbedingten Gebrechen sind die Ursachen vielleicht nicht so offensichtlich. Dennoch ist eine Sichtweise, welche alles Leid auf einen göttlichen Willen projiziert und dementsprechend ein Verbot folgert, sich diesem Willen z.B. durch passive Sterbehilfe zu widersetzen, in meinen Augen nicht plausibel.
Ich bin überzeugt, Gott ist kreativer. Da wir ‚mehrmals‘ leben, finden sich zweifelsohne geeignetere Gelegenheiten für Lern- und Reifeimpulse als unvorstellbare Qualen…

Fazit

Eine entschiedene Pro- oder Contra-Haltung nehme ich auch nach der Lektüre nicht ein. Das Buch „Glücklich sterben“ von Hans Küng zu lesen, war für mich gleichwohl eine Bereicherung. Der Autor bleibt weder in einer kaltherzigen materialistischen Logik stecken noch in der autoritären, lebensfernen Dogmatik seiner Kirche. Er diskutiert, welche Form der Sterbehilfe (besser: „Hilfe beim Sterben“) ethisch verantwortbar ist und benennt klare Voraussetzungen. „Sowohl die Humanitätsregel wie die Goldene Regel der Gegenseitigkeit ist zu beachten und alles der Ehrfurcht vor dem Leben untergeordnet. Die meisten Menschen würden eine Sterbehilfe verabscheuen, die sie als inhuman oder gar bestialisch empfinden.“

Aus heutiger Sicht kann ich mir eher die Sterbebegleitung in einem Hospiz vorstellen, als einen mich behandelnden Mediziner um den „Gnadentod“ zu ersuchen. Wirklich urteilen in dieser Frage kann ich wohl erst dann, wenn sie mich unmittelbar betreffen sollte. Der Wunsch, bis zur letzten Sekunde die Kontrolle über sein Leben zu behalten, ist eine Idealvorstellung, wie auch Küng feststellen musste. Seine jüngsten Erfahrungen, hätten ihn darin bestärkt, dass jeder Mensch zunächst einmal auch in einer gesundheitlich schweren Krise alles medizinisch Mögliche zur Wiederherstellung seiner Gesundheit und seiner Heilung unternehmen sollte.


Quellenangaben

  1.  Studie: Haltung der Ärzteschaft zur Suizidhilfe (Pdf, 164 S.), 2014, Zürich. Beauftragt von der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW). Eine kurze Zusammenfassung ist hier zu finden.
    Nach aktuellem Standesrecht ist Suizidhilfe in der Schweiz prinzipiell zulässig, wenn die Erkrankung die Annahme rechtfertigt, dass das Lebensende im Zeitraum von Tagen bis einigen Wochen eintritt. Beim auszugsweisen Lesen dieser Studie verfestigte sich mein Eindruck, wonach die Eidgenossen uns in Deutschland in mehr als einem zentralen Lebensbereich um einiges voraus.
  2. Linksammlung „Ärztliche Suizidhilfe“ der SAMW
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Sommers Geisterstunde

Und wieder ist’s des Sommers Geisterstunde

von Wilhelm Jensen (1837-1911), gefunden auf lyrikmond.de

Und wieder ist’s des Sommers Geisterstunde,
Da stumm das Haus im heißen Mittag schweigt,
Geschloss’ne Läden füll’n die Saalesrunde
Mit goldnem Dämmern; nur, von Laub umzweigt,
Trägt fernher durch des Nebenraumes Dunkel
Ein Fenster blitzend sonnengrünes Licht:
Kein Schall, kein Regen in dem Glanzgefunkel,
Das wie von ausgestorbnem Leben spricht.

Und schön und schaurig fühlt mein eignes Leben
Sich angerührt von leisem Geisterstab:
Ein Kommen ist’s, ein Schwinden und ein Schweben
In jenen stillen Strahlen auf und ab.
Ein Nichts, und alles, was ich je besessen,
In mir, und doch zugleich unendlich fern,
Ein Allgedenken und ein Allvergessen,
Ein Lebenstraum auf einem andern Stern.

Auf dieses nachdenklich-schöne Gedicht bin ich auf der Suche nach etwas gestoßen, das mir inmitten der Stadt tagsüber oftmals fehlt: Stille.
Echte Stille, nicht diesen dumpfen, wenig natürlichen Zustand, welcher sich an jedem Ort durch Schließen der modernen isolierverglasten Fenster herstellen lässt…die Geräusche von draußen werden vermindert, doch es bleibt ein störendes Grundrauschen. Da erscheint der Wunsch nach wirklicher Stille bisweilen tatsächlich als ein Lebenstraum von einem andern Stern…

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Der Tanz zweier Außenseiter

Zwei Außenseiter – beide riesengroß und in vielerlei Hinsicht ‚anders‘ – tanzen zum Kanon in D von Johann Pachelbel.
In diesem unvergleichlich schönen Stück (wann hat Musik mich zuletzt zu Tränen gerührt?…das muss Jahrzehnte her sein) finden sie einander…nur sie beide – losgelöst, getrennt von der Welt, ja, aber das ist ganz und gar ohne Bedeutung – denn sie haben einander, wenigstens für diesen einen Tanz.

„Die Musik begann leise, das Vibrieren von langsam gezupften Baßsaiten floß aus den Lautsprechern; dann kamen die Trompeten, glatt und glänzend über den schimmernden Tönen eines Cembalo stiegen sie in derselben melodischen Reihe von Tönen herab und übernahmen dann die Führung, so daß die Streicher folgen mussten.

Sofort führte Ash seine Partnerin mit großen, anmutigen Schritten in einen sanften Kreis.

Es war der Kanon von Pachelbel, Michael erkannte es sofort, gespielt, wie er ihn noch nie gespielt gehört hatte, in einer meisterlichen Wiedergabe, mit dem vollen Bläsersatz, wie ihn der Komponist vielleicht gedacht hatte.

Hatte es je klagendere Töne in der Musik gegeben, irgend etwas, das sich der Romantik so vorbehaltlos hingab? Die Musik schwoll an, ließ die Beschränkungen des Barock hinter sich; Trompeten, Streicher und Cembalo sangen ihre einander überlagernden Melodien mit einer herzzerreißenden Fülle, so dass die Musik zeitlos klang, ganz und gar aus dem Herzen kommend.
Sie trieb das Paar vor sich her; die beiden hatten die Köpfe leicht geneigt, und ihre großen Schritte waren anmutig und langsam und in perfektem Gleichtakt mit den Instrumenten.

Ash lächelte jetzt ebenso wie Tessa. Und als das Tempo schneller wurde, als die Trompeten ihre Noten gefühlvoll und mit vollkommener Beherrschung zu trillern begannen, als die einzelnen Stimmen sich prachtvoll zum Augenblick des größten Jubels vereinten, tanzten sie schneller und immer schneller. Ash schwenkte Tessa beinahe spielerisch umher, in immer kühneren Kreisen. Ihr Rock wehte frei um sie herum, ihre kleinen Füße drehten sich mit vollkommener Anmut, Absätze klapperten leise auf dem Holzboden, und ihr Lächeln war strahlender denn je.

Und noch ein anderer Klang schmolz in diesen Tanz hinein denn wenn der Kanon so gespielt wurde, war er ohne Zweifel ein Tanz -, und allmählich erkannte Michael, dass es Ash war, der sang. Keine Worte, nur ein süßes Summen mit offenem Mund, in das Tessa rasch einfiel, und ihre makellosen Stimmen erhoben sich über die dunkel glänzenden Trompeten, reisten mühelos durch die Crescendi, und als sie sich jetzt mit kerzengeradem Rücken immer schneller drehte, war es fast, als lachten sie in ihrer scheinbar reinen Glückseligkeit.

Ihre Augen hatten sich mit Tränen gefüllt, während sie die beiden beobachtete, den großen, königlichen Mann und die geschmeidige, anmutige Feenkönigin, und ebenso die Augen des alten Herrn.

Ashs Blick war jetzt verspielt und anbetungsvoll, als er den Kopf wiegte, immer hemmungsloser umherschwang und sich schneller und schneller bewegte. Sie tanzten immer weiter, kreisten zusammen am Rande des Lichtscheins, in den Schatten und wieder ins Helle, und sie sangen einander ihre Serenade. Tessas Gesicht war begeistert wie das eines kleinen Mädchens, dem sein größter Wunsch erfüllt worden ist.

…der Tanz ging immer weiter, bis der Rhythmus sich verlangsamte, bis die Instrumente leiser spielten und ankündigten, dass sie sich bald verabschieden würden. Die einander überlagernden Stränge des Kanons verschmolzen letztmals zu einer volltönenden Stimme, ließen dann nach, zogen sich zurück, die Trompete spielte eine letzte wehmütige Note, und dann war Stille.
Das Paar blieb in der Mitte des Raumes stehen, und das Licht flutete über ihre Gesichter und ihr schimmerndes Haar.
…Solche Musik konnte weh tun. Sie konnte einen an seine Enttäuschungen erinnern, an seine Leere. Sie konnte sagen: So kann das Leben sein. Vergiss das nicht.

Stille.“

Der Text ist dem Roman ‚Die Mayfair-Hexen‘ von Anne Rice entnommen, eigentlich ein Genre, von dem ich solche Tiefe (für mich jedenfalls) nicht erwartet hätte. Der Tanz, ein Walzer(?), intensiviert das Erlebnis, klar, doch mit geschlossenen Augen, in der noch zarten Frühlingssonne ist das Stück gleichfalls ein Genuss.

Unter den zahllosen Variationen findet sich auch manch moderne Interpretation (→ „Canon Rock„), doch da kommt für mein Empfinden die Harmonie kaum zum Tragen. Eine E-Gitarre ist für so vieles gut, nur hier passt sie sich nicht recht ein.

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Marie Collins: Die Stimme der Opfer muss weiter gehört werden

Die Irin Marie Collins hat angekündigt, die Kinderschutz-Kommission im Vatikan zu verlassen. Collins, die selbst als Dreizehnjährige von einem Kleriker missbraucht wurde, hatte seit der Einsetzung der Kommission 2014 durch Papst Franziskus mitgearbeitet.
Ihr Beweggrund: „Mangelnde Zusammenarbeit“ durch Dikasterien der Römischen Kurie, wie Collins in ihrem Kündigungsschreiben an den Papst erklärte. Somit arbeitet derzeit kein Opfervertreter mehr in der Kommission, der es doch vor allem um die Opfer geht/gehen sollte.

Collins:“…erst kürzlich hat es eine sehr konkrete Weigerung durch ein vatikanisches Amt gegeben, mit der Kinderschutz-Kommission zusammen zu arbeiten, die ich einfach inakzeptabel fand.“
Es sei „herzzerbrechend“, wenn einige Menschen dies „im Jahr 2017 schwierig finden, wenn wir doch die Geschichte kennen und nicht wollen, dass sie sich wiederholt.“

→ Weiterlesen: „Marie Collins: Die Stimme der Opfer muss weiter gehört werden!“ auf radiovaticana.va.

Nachtrag (1.7.2017): Kardinal Müller verliert sein Amt als Chef der Glaubenskongregation der katholischen Kirche. Zwischen ihm und dem Papst gab es immer wieder inhaltliche Differenzen. „Im März hatte eines der Missbrauchsopfer katholischer Geistlicher, Marie Collins, Müllers Kongregation beschuldigt, sich der Arbeit der päpstlichen Kommission zum Schutz von Kindern zu widersetzen“, berichtet die ZEIT.

Ein Leserkommentar („dorok“) erzgänzt: Unerwähnt bleibt in dem Artikel, dass Gerhard Ludwig Müller auch wiederholt in der Kritik stand und steht, die Aufklärung von jahrelangen schweren Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen verschleppt und behindert zu haben.
→Vgl. „Die geklitterte Chronologie – Die Legende vom furchtlosen Hirten und dem Fuchs, der die Gans nicht gestohlen, sondern gebracht hat“ auf regensburg-digital.de. Im März 2010 habe „GLM“, Bischof Gerhard L. Müller, „mit einer beispiellosen Abwehrschlacht“ auf das Bekanntwerden von sexuellen Übergriffen in den Einrichtungen der Domspatzen reagiert.

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Gottes hidden agenda?

Armin Risi: Der verbotene Baum im Garten Eden

Manche Themen lassen einen wohl nie los, wie in meinem Fall das Leben von Adam und Eva – irgendwas an dieser Story provoziert mich und lässt mich wieder und wieder Entgegnungen im Geiste formulieren. Nennenswerte Fortschritt bleiben aus …wer nicht einmal die ‚richtigen‘ (= weiterführenden) Fragen stellt, kommt schwerlich auf befriedigende Antworten.

„Gäb’s keine Eva, wäre der Mann noch im Paradies.“
Nein, das ist noch nicht die erlösende Antwort …hmm, obwohl? …nee 😉


„Was ist denn an der Story so schwer zu verstehen?“
Nee, nicht der Inhalt an sich …das dahinter stehende Konzept – Gottes hidden agenda, wenn man so will – wurmt mich: Im jüdisch christlichen Kontext wird JHWH letztlich als erbarmungsloser Diktator inszeniert: Wer nicht entsprechend seiner apodiktischen Anordnung glaubt, hat bereits mit der Geburt (→ Erbsünde) verloren und wird nach seinem Tod für immer in der Hölle braten. Zugegeben, das ist nun sehr verkürzt …doch seit Martin Luther wissen auch, das die Entstehung des rechten Glaubens ein Geschenk sei, das man sich allein durch Eifer und Gehorsam erarbeiten könne. In diesem Punkt unterscheiden sich die Auslegungen und Handreichungen der christlichen Denominationen durchaus, im Kern steht jedoch die Aussage: Ohne Glaube keine Erlösung.

Jedesmal beiße ich mich an diesem Entweder-Oder fest: Ein ‚Friss oder verrotte in der Verdammnis‘ erscheint mir ausgesprochen unfair – meine Intuition sagt mir, so etwas kommt nicht von Gott. Sondern von Menschen, die kaum weniger fehlbar sind als ich selbst.
Auf der Suche nach einer rational wie intuitiv nachvollziehbaren Auflösung dieses Dilemmas stieß ich auf den u.a. Vortrag des schweizerischen Buchautors Armin Risi3. Risi geht in seiner Betrachtung weit über den jüdisch-christlichen Kontext hinaus und nimmt

Berthold Furtmeyr, „Baum des Todes und des Lebens“, Salzburger Missale (15. Jh.)

eine eigenständige Einordnung der Erzählung von Adam und Eva vor. Er verweist zunächst auf den zweiten Baum im Garten Eden – den Genesis 3 als Baum des Lebens bezeichnet; Früchte von diesem Baum hätte das erste Menschenpaar durchaus verzehren dürfen, verboten war ihnen allein der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Erst im Anschluss an die erste Übertretung wollte Gott verhindern, dass „der Mensch“ auch noch von diesem Lebensbaum koste und dadurch so werde „wie wir“.
Über die gematrische (die Zahlensymbolik beteffende) Herleitung von YHWH (Jahwe) erläutert Risi, nach hebräischem Verständnis stehe Gott für Einheit (ehad) und Liebe (ahava) – von ihm gedeutet als Nondualität und Individualität.
In diesem Kontext sei zu differenzieren zwischen Polarität und Dualität:

  • Polarität = Zweiheit der gleichwertigen, sich gegenseitig ergänzenden Gegenteile.
    (das ‚Sowohl als auch‘-Prinzip, lässt auf Gleichgewicht/Harmonie schließen),
  • Dualität = Zweiheit der nicht gleichwertigen, sich gegenseitig ausschließenden Gegensätze
    (das ‚Entweder-Oder-Prinzip‘, das auf Spaltung, Einseitigkeiten, Zuviel/Zuwenig schließen lässt, zB ‚Licht und Dunkelheit‘ im symbolischen Sinne, )

Sobald der Fehler begangen wird, Dualität gleichzusetzen mit Polarität, kommt es zu problematischen Relativierungen – etwa wenn Gut und Böse als ausschließlich subjektive und damit ’neutrale‘, ausstauschbare Wertmaßstäbe betrachtet werden. Mit einer dergestalt monistischen Philosophie gelange man zu Aussagen wie

  • ‚der Frieden bedingt den Krieg‘,
  • ‚das Gute erzwingt das Böse‘, oder
  • ‚das Böse ist der Dünger des Guten‘ (kennt man von Mephisto im Faust I: „Ich bin ein Teil von jener Kraft…“)

Der Monismus ist eine philosophische oder metaphysische Position, wonach sich alle Vorgänge und Phänomene der Welt auf ein einziges Grundprinzip zurückführen lassen. Er nimmt damit die Gegenposition zum Dualismus und Pluralismus ein, die die von mindestens zwei Grundprinzipien ausgehen. In der Religion stehen monistische Lehren oft dem Pantheismus oder dem Panentheismus nahe, die eine Gegenwart (Immanenz) des Göttlichen in allen Erscheinungen der Welt sehen.

Einer der größten Fehler, die Menschen machen, wenn sie über Gott nachdenken, ist, sich Gott als unpersönliches Wesen vorzustellen„.
Zwar sei Gott einerseits hinter den Naturgesetzen und -mechanismen im gesamten Universum ‚verborgen‘. Doch andererseits sei Gott auch persönlich, ja „menschlich“. Fraglos ein Paradoxon, mit dem viele Christen im Hinblick auf die Position Christi kaum ein Verständnisproblem haben dürften. Für mich leuchtet immerhin ein, dass jede Entweder-Oder-Vorstellung von Gott eine unzutreffende Reduzierung seiner Gesamtheit impliziert.

(An dieser Stelle begann ich immerhin zu erahnen, was dieser Exkurs überhaupt mit dem Baum im Garten Eden zu tun haben könnte…diese Frage hatte mich durchaus gestreift…;)

Risi leitet nun zu seinem theistischen Verständnis des Karma-Prinzips über: Erkenntnis bedeute im hebräischen Kontext auch Empfängnis (‚Adam erkannte Eva’…, Gen. 4.1) und Verschmelzung – sodass der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse auch als Konzept aufgefasst werden könne: die Verschmelzung oder Vermischung von Gut und Böse:

„In Jewish tradition, the Tree of Knowledge and the eating of its fruit represents the beginning of the mixture of good and evil together. Before that time, the two were separate, and evil had only a nebulous existence in potential.
While free choice did exist before eating the fruit, evil existed as an entity separate from the human psyche, and it was not in human nature to desire it. Eating and internalizing the forbidden fruit changed this and thus was born the yeitzer hara, the Evil Inclination…“ (engl. Wikipedia, „Tree of the knowledge of good and evil„)

Sinngemäß übersetzt: „In der jüdischen Tradition repräsentieren der Baum der Erkenntnis und der Verzehr seiner Früchte den Beginn einer Vermischung von Gut und Böse/Übel. Vor dieser Zeit waren beide getrennt, das Böse hatte lediglich eine nebulöse Existenz im Sinne eines Potenzials.
Der freie Wille existierte als Wahlmöglichkeit bereits vor dem Verzehr der Frucht als etwas von der menschlichen Psyche Getrenntes – es lag somit nicht in der menschlichen Natur, vom Bösen angezogen zu werden. Mit dem Verzehr und der ‚Verinnerlichung‘ der verbotenen Frucht (doppeldeutig: auch ‚Aufnahme‘ des Fruchtfleisches) entstand das Yetzer hara.“
Dieser hebräische Terminus wird im Englischen übersetzt mit „the indefinite ‚an evil inclination’… refers to the congenital inclination to do evil, by violating the will of God, also einer dem Menschen innewohnende Neigung zum Bösen, eine „üble Variante der Antriebe, die der Mensch zum physischen Überleben grundsätzlich braucht“.

Eine Folge dieser Vermischung zeige sich in der Tendenz bei Menschen, wenn sie der Illusion erlägen, mehr zu sein als Gott. Sofern der ‚Hang zum Bösen‘ jedoch nicht als Automatismus zu verstehen ist, hätte der Mensch immerhin die Chance, von seinem freien Willen Gebrauch zu machen und sich diesem Drang zu widersetzen, anstatt den immerwährenden Versuchungen  nachzugeben?

„Sobald der Mensch vom Baum der Erkenntnis nimmt, ist der Weg zum Baum des Lebens verschlossen.“

Wofür steht dieser zweite Baum? Ein Lebensbaum als Symbol für immerwährenden Friede und Harmonie? Die Bedeutungszusammenhänge und Interpretation in der jüdischen Tradition (→ Sephiroth, → Kabbala) sind zu komplex, als dass sie sich mit ein paar Schlagworten und einem knappen Zahlenspiel abhandeln ließen. Damit verbinde ich keine keine Kritik an Armin Risi; um hier zu einem zufriedenstellen Verständnis zu gelangen, müsste man sich wohl mit Gematrie befassen; zu dieser Interpretation von Worten mit Hilfe von Zahlen (jedem Buchstaben wird eine Zahl zugeordnet) fehlt mir jeder Zugang.

Bis hierhin ist mir immerhin klar geworden, dass Jahwe den ersten Menschen nicht verbot, Gut und Böse zu unterscheiden.


Die Rolle der Schlange

Einigkeit besteht in der Einschätzung, die Schlange sei mehr als Schlange – für wen oder was steht sie? In christlichen Kreisen scheint festzustehen: Schlange = Satan/Teufel/das Böse. Doch was hatte der/das Böse im Paradies zu suchen und woher kam es überhaupt?
Konkret:  „Gott ist Licht, und es ist keinerlei Finsternis in ihm“, befand schon Augustinus – wenn nicht von Gott, woher kommt das Übel dann?

„Gnostisch-esoterische Kreise glauben, dass die Schlange in Wirklichkeit der wahre Freund der Menschen sei – und Jahwe sei ein falscher Gott, der die Menschen unterdrücken wolle und nur deshalb den Menschen verbot, vom ‚Baum der Erkenntnis von Gut und Böse‘ zu essen.“
Ophitisches Denken, also Schlangenanbetung? Nicht, wenn man allein die heutige Zeit betrachtet. Die Ophiten oder Naassener waren freilich eine Richtung innerhalb der frühen Gnosis, welche der Schlange im Paradies eine göttliche Natur zuschrieb. Folglich wird JHWH in diesem dualistischen Denkmodell die Rolle des ‚Bösen‘ bzw. des unvollkommenen Schöpfers der materiellen Welt (→ Demiurg) zugewiesen.

Andere ‚Theorien‘ beschreiben  die „Götter von Eden“ (→ Elohim, auch im A.T. in Pluralform gebraucht) als Außerirdische, die an den Menschen der früheren Zeitalter genetische Manipulationen durchführten.
Risi spricht hier vom Eintritt in einem weiteren, namentlich den sumerischen „Verwirrgarten“; seine eigene Rolle sei die eines konstruktiven Kritikers der Präastronautik.
Diesbezüglich gaaanz neue „schockierende Enthüllungen“ gehen mehr oder weniger alle auf die Veröffentlichungen von Zecharia Sitchin zurück – taugen sie gewissermaßen als Upgrade für Darwinisten? Ärgerlich ist jedenfalls, wenn wieder und wieder „Beweise“ versprochen werden – was den Absatz der Anunnaki-Frankenstein-Bücher („Alien + Schimpanse = Mensch 😉 ) fördert, aber nach wie vor nicht der Wahrheit entspricht. (→ Vgl. „Wie plausibel sind die Thesen von Zecharia Sitchin?„)

Für Armin Risi steht fest: Mit ‚wirklichem Urwissen‘ haben diese auf Yellowpress-Niveau verbreiteten „Ihr seid Sklaven“-Behauptungen nur sehr wenig zu tun. Seine diametrale Aussage „Ihr seid Lichtwesen“ (oder ‚Götter‘) bezieht Risi übrigens auf Joh. 10,34, wo Jesus seinerseits die Tora zitiert:

Ich habe gesagt: Ihr seid Götter, und Söhne des Höchsten ihr alle!

Eingerahmt wird dieser Vers freilich von zwei Mahnungen zur Umkehr, vielleicht an jene, die sich als falsche Götter inszenieren: „Sie wissen nichts und verstehen nichts, in Finsternis gehen sie umher (…)“ [Ps 82,5] und „Doch wie ein Mensch werdet ihr sterben, und wie einer der Fürsten werdet ihr fallen.“ [Ps 82,5-7]

Eine unterschiedslose Gleichsetzung der Menschen mit Gott bzw. ‚den Elohim‘ war von den Autoren des A.T. sicherlich nicht intendiert. Lässt sich hier eher Gottes besonderer Anspruch an den Menschen – den er nach seinem Ebenbild erschuf (1 Mose 1,26) – hier erahnen, bezogen auf den Umgang des Menschen mit der ihm anvertrauten Schöpfung wie auch mit seinesgleichen?
Wie wir mit dieser Verantwortung umgehen, erweise sich in der „kannibalistischen Weltordnung“.

Dieser Begriff einer ‚kannibalistischen Weltordnung‘ beschreibt Auswüchse eines zunehmend unkontrollierten Raubtierkapitalismus; er wurde von dem Schweizer Soziologen Jean Ziegler geprägt, den Trend.at anlässlich der Erscheinung seines Buches „Ändere die Welt!“ interviewte:
„Es geht nicht um Gut und Böse, es ist ein System der strukturellen Gewalt. […]
Wir leben in einer kannibalischen Weltordnung, die sich durch zwei Dinge auszeichnet: eine unglaublichen Monopolisierung von politischer, ökonomischer und ideologischer Macht in den Händen weniger Oligarchen, die niemand kontrolliert, und enorme Ungleichheit unter den Menschen. Vergangenes Jahr haben die 500 größten Konzerne 52 Prozent des Weltbruttosozialprodukts kontrolliert. (…) Weder Nationalstaaten noch internationale Institutionen können sie kontrollieren.“1)

Ziegler betonte, heute bestehe weltweit kein objektiver Mangel an Nahrung mehr. Wo aber die Verteilung der ausreichend verfügbaren Nahrung verweigert werde, „wird ein Kind, das an Hunger stirbt, ermordet. Diese absurde Weltordnung ist von Menschen gemacht, also kann sie von Menschen gestürzt werden“.

Gerade jetzt, in diesen Tagen (März 2017) herrscht in vier afrikanischen Ländern eine schwere Hungerkrise, bis zu 20 Millionen Menschen sind akut vom Tod bedroht. Dass in diesen Ländern Krieg herrscht, mag die fürchterlichen Zustände dort erklären – zeigt aber doch um so deutlicher unser Versagen als Spezies.

Falsch abgebogen?

Die allegorische Erzählung von Adam und Eva im Garten Eden kann auch in der heutigen Zeit noch aufzeigen, dass die Menschheit an einem entscheidenden Punkt ihrer Zivilisationsgeschichte in eine ‚falsche Richtung‘ abbog und von da an zunehmend schädliche Konzepte verfolgte. Kennzeichnend hierfür mag sein, „dass die heutige Gesellschaft in zwei Arten von Einseitigkeiten gefallen ist, einerseits im Namen von Gott (religiöse Machtansprüche), andererseits im Namen von Wissenschaft (atheistische/monistische Weltbilder)“3) – insbesondere da, wo Vertreter beides Seiten sich das das Recht anmaßen, die Menschheit manipulativ oder gar mit Gewalt in ihre Richtung zu zwingen.
Die Differenzierung zwischen der Menschheit als Spezies und uns selbst als einzelnen Individuen fällt nicht immer leicht: Einerseits müssen wir uns als Teil dieser Zivilisation begreifen, der laufende Kriege und schwerste Versäumnisse im humanitären Sektor anzulasten sind – doch auf der anderen Seite verstehen wir uns als Einzelwesen, welche auf die globalen Strukturen und Ereignisse nur sehr minimalen Einfluss haben.

Als Alibi oder Ausrede taugt der Rückzug auf die Position ‚Was kann ich schon tun?‘ eher selten: Zuvor müsste sich das Individuum über eine vorrangige Frage Klarheit verschaffen: Tue ich denn das Wenige, das in meiner Macht liegt, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen?
Jedesmal, wenn ich mir diese Frage stelle, werde ich ziemlich kleinlaut und nachdenklich…

Vortrag von Armin Risi: Der verbotene Baum im Garten Eden

Teil 1 (ca. 60 Min.):

Teil 2 (ca. 48 Min.)

Risi kommt im Laufe seines Vortrages mehrfach auf die Freimaurerei und ihre Philosophie zu sprechen, die er als monistisch beschreibt.

Quellenangaben:

  1. Jean Ziegler: „Die Weltordnung ist kannibalistisch“, Trend.at, 11/2015
  2. Krieg treibt den Hunger„, ZEIT, 13.3.2017
  3. Webseite von Armin Risi: ‚Zur Person
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