Wahlkrampf erledigt – kein neues Ermächtigungsgesetz

Die wichtigste Nachricht des gestrigen Tages: 86,8 Prozent der Wähler haben nicht AfD gewählt. Damit wird eine Partei immerhin nicht in die Regierungsverantwortung kommen, deren Spitzenkandidat ungestraft den stolz auf die im WWII an Angriffskriegen beteiligte Armee des NS-Regimes einfordern kann.

Gauland blieb auf Nachfrage bei seiner Aussage: „…Millionen deutscher Soldaten haben ihre Pflicht getan für ein verbrecherisches System. Aber da ist das System schuld und nicht die Soldaten, die tapfer waren.“ Sinngemäß: Man müsse trennen zwischen dem einzelnen Soldaten und der NS-Regierung. Muss man? Um dann wieder stolz sein zu dürfen auf die Teilnahme an Besetzungen und Kriegshandlungen, die zu Millionen Todesopfern führten?
Ich verhehle nicht: Mir macht dieses Gerede Angst – besonders dann, wenn ich über die möglichen Beweggründe Gaulands nachdenke.

„Wer so redet, muss sich vorwerfen lassen, ein Rechtsextremer zu sein“, stellte Justizminister Heiko Maas fest – nun bin ich kein Fan des den Überwachungsstaat forcierenden Justizministers, doch in dieser Einschätzung lag er richtig.

Hatte es dieser Demaskierung der eigentlichen Gesinnung dieser Partei bedurft? Nun, immerhin wird nun sichtbar, Höcke und Pogge sind eben keine isolierten Rechts-Ausleger einer ansonsten bürgerlich-konservativen Partei – sondern sie und Gauland stehen für das, was sich hinter der nach Rechtsstaatlichkeit krähenden, aber demokratische Kundgebungen massiv behindernden Maske des AfD-Pegida-‚Ausländer raus‘-Komplexes verbirgt.

Zeit für eine nüchterne Bestandsaufnahme: Zwar ist die AfD drittstärkste Kraft im Bundestag geworden, doch eine Machtergreifung ‚wie damals‘ wird es einstweilen nicht geben. Wie es aussieht, wird die SPD die Oppositionsrolle wahrnehmen – vernünftig, denn nur so ist eine Konsolidierung vielleicht noch möglich.

Merkel bleibt Kanzlerin, obwohl auch sie einen empfindlichen Dämpfer hat hinnehmen müssen… ob sie an ihrer Haltung ‚Weiter wie bisher, im Prinzip haben wir die richtigen Entscheidungen getroffen‘ volle vier Jahre festhalten kann? Das muss sich erst noch zeigen.

Anne Will 24.09.2017- Nach der Bundestagswahl u.a mit A. Gauland (AfD)

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Prooemion (Goethe)

Wenn ich nicht mehr weiterweiß, gründe ich keinen Arbeitskreis, sondern werfe einen Blick auf die Gedanken kluger, herausragender Köpfe – ihnen sollte doch eher gelungen seinen, was mir mangels kognitiver Begabung und, wenn ich ehrlich bin, auch Bildung zwangsläufig versagt bleibt: ein wenig von dem zu erhaschen, was den Kern von Allem-was-ist ausmacht. Da konkrete, greifbare Antworten auf mein ständiges Fragen und Räsonieren nach dem Warum und Wozu (und ob wir tatsächlich in der besten aller möglichen Welten leben) ausbleiben, erhoffe ich mir von diesem Blick auf fremde ‚Notizen‘ neue Denkanstöße.

Prooemion, ein 1816 verfasstes Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe, vermag solche Impulse zu geben, denke ich. Es „gehört es zu seiner weltanschaulichen Lyrik, in der er bestimmte Ansichten bündig-belehrend formulierte und symbolische Motive verwendete, die in vielen Alterswerken zu finden sind“.

Prooemion

Im Namen dessen, der sich selbst erschuf!
Im Namen dessen, der Sich selbst erschuf
Von Ewigkeit in schaffendem Beruf;
In Seinem Namen, der den Glauben schafft,
Vertrauen, Liebe, Tätigkeit und Kraft;
In Jenes Namen, der, so oft genannt,
Dem Wesen nach blieb immer unbekannt:

So weit das Ohr, so weit das Auge reicht,
Du findest nur Bekanntes, das Ihm gleicht,
Und deines Geistes höchster Feuerflug
Hat schon am Gleichnis, hat am Bild genug;
Es zieht dich an, es reißt dich heiter fort,
Und wo du wandelst, schmückt sich Weg und Ort;
Du zählst nicht mehr, berechnest keine Zeit,
Und jeder Schritt ist Unermesslichkeit.

Was wär‘ ein Gott, der nur von außen stieße,
Im Kreis das All am Finger laufen ließe!
Ihm ziemt’s, die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in Sich, Sich in Natur zu hegen,
So daß, was in Ihm lebt und webt und ist,
Nie Seine Kraft, nie Seinen Geist vermisst.

Im Innern ist ein Universum auch;
Daher der Völker löblicher Gebrauch,
Dass jeglicher das Beste, was er kennt,
Er Gott, ja seinen Gott benennt,
Ihm Himmel und Erden übergibt,
Ihn fürchtet und wo möglich liebt.-
(Quelle: textlog.de)

Goethe beschreibt irdische Phänomene „als Zeichen einer höheren Wirklichkeit, die immer nur angedeutet und nicht in Gänze erkannt werden kann. So sieht das „sonnenhafte“ Auge immer nur die Farbe, nicht aber das Urlicht selbst“.

Diese Sichtweise impliziert einen beträchtlichen Vorteil: sie verlangt nicht danach, das Ganze zu (be-)greifen, verstehend zu erfassen – stattdessen gibt sie mit dem „Abglanz“ des Erfahrbarem zufrieden, welcher immerhin auf ein transzendentes Element verweisen kann (sofern der Betrachter offen dafür ist).

Als Stadtbewohner finde ich seltener hinaus in die Natur, als mir lieb ist. Gerade die Natur vermittelt mir aber einen Eindruck von dem, was Goethe hiermit gemeint haben könnte.

Übrigens hat sich sogar Joseph Ratzinger bisweilen einen schmunzelnden Ausflug ins pantheistische Denken gestattet ;).

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Das große Kuscheln – „Wahlkampf“ 2017

Wo wird da gekämpft? Bislang beobachte ich eher einen Streichelzoo derer, die mutmaßlich die Große Koalition weitere vier Jahre fortsetzen werden.

Mich bedrückender der Umstand, dass die wirklich ernsthaften Themenfelder in diesem sog. Wahlkampf kaum zustande kommen. Das große Kuscheln entlang der auf Langfristigkeit angelegten GroKo-Marketingvorgaben kann nur gelingen, sofern die wirklich heiklen Fragen nicht ins Bewusstsein der Wählerschaft gerückt werden.

Ignoranz überwinden – aber wie?

Aus meiner subjektiven Sicht sind neben der ökologischen Thematik (welche nicht auf nationaler Ebene wirksam angegangen werden kann) folgende Problemfelder im laufenden Wahlkampf unterrepräsentiert:

  • Kriegsgefahr – befasst sich eine der um Bundestagsmandate ringenden Parteien und Kandidaten ernsthaft mit den vermehrten Rüstungsanstrengungen weltweit?
    Dass die Bundeswehr derzeit in 15 Auslandseinsätzen engagiert ist, hat inzwischen den Charakter einer Selbstverständlichkeit erlangt, über die kaum mehr kontrovers diskutiert wird.
  • Die weltweiten Migrations- und Fluchtbewegungen lassen sich seit etwa 2 Jahren nicht mehr verdrängen wie in den Jahren davor. Dass sie eine Folge einer ungerechten, unausgewogenen Wirtschafts- und Handelspolitik auch seitens der EU sind, bleibt meist ungesagt.
    (Vgl. → „Fluchtursache Handelspolitik„, Tagesspiegel, Okt. 2016)
  • Statt dessen werden Deckthemen bemüht, auf höchst unaufrichtige Weise: eine „Gerechtigkeitsdebatte“, die echte Armut außer Acht lässt – wie viele Menschen knapsen am Existenzminimum oder darunter und würden ohne die Tafeln zeitweilig hungern – mitten in Deutschland?
    (Vgl. → „Ernährungsarmut in Deutschland“ auf armut-und-gesundheit.de
  • Der vierte Punkt lässt sich nicht leicht in griffige Worte fassen, ohne in unangemessenes Pathos zu verfallen: Verlust von moralischer Integrität. Ist dies wirklich eine Aufgabe für die Politik?
    Nun, die im Blickfeld der Öffentlichkeit stehenden Spitzenpolitiker stehen mindestens in der Verantwortung, ihre Vorbildfunktion anzuerkennen. Interessenkonflikte, Nebeneinkünfte von Abgeordneten, der fast nahtlose Wechsel von politischen Entscheidern und Auftraggebern in exakt jene Branche der Wirtschaft, mit der sie noch wenige Monate zuvor politisch befasst waren, die Zugang von Lobbyisten zu Organen der legislativen und deren Mitwirkung in Gesetzgebungsverfahren…jeder Einzelfall trägt dazu bei, das Misstrauen der Bürger in politische bzw. staatliche Institutionen zu zementieren.

Wie kann solch ein Streichelwahlkampf funktionieren? Wohl nur, indem echte Emotionen weitestgehend ausgeklammert werden. Wird von einem interessierten Zuschauer ein ‚Reizthema‘ angesprochen, relativieren die Protagonisten mit 2-3 einstudierten Sätzen: „Jaja, das haben wir bereits im Griff…“ oder „da sind wir schon auf einem guten Weg“ und wenden sich wieder ihrem überschaubaren Kleinklein zu.

Damit will ich nicht behaupten, die zum zentralen Wahlkampfthema erklärten Fragen seien unwichtig. Doch die Relation stimmt nicht – verglichen mit den Problemfeldern, welche kaum zur Sprache kommen. Dass nach wie vor ein Drittel der Wähler unentschlossen ist, kann kaum verwundern.

Nicht zur Wahl gehen ist auch keine Lösung, klar. Wahlverweigerung stärkt potenziell die Kräfte, welche man am wenigsten unterstützen möchte: die extremen bis extremistischen Ränder.

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Sinn des Leidens? Talk mit E. Drewermann, Uta Ranke-Heinemann (1992)

Ist Gott, falls er denn existieren sollte, im Grunde ein ‚Kind mit einem Brennglas‘?

In der ORF-Talk-Show Runde Club 2 diskutierten Eugen Drewermann, Uta Ranke-Heinemann („Eunuchen für das Himmelreich“), Heinz Zahrnt und Pinchas Lapide u.a. über die Frage, ob Gott uns all das irdische Leid zumute und – falls dem so so sei – welche Entschuldigung sich dafür finden lasse.

Mich überrascht, mit welcher Leichtigkeit wir Menschen die Kausalität wegerklären und die Verantwortung für unser Handeln auf Gott verlagern wollen, da er ‚das alles‘ schließlich zugelassen habe.
Freilich geht bei weitem nicht alles Leid auf menschliches Handeln zurück – Krankheiten (soweit es sich nicht um Zivilisationskrankheiten handelt) und Naturkatastrophen (soweit nicht Folge des menschengemachten Klimawandels) lassen sich heute hinsichtlich ihrer Entstehung erklären, obwohl sie nicht vom Menschen verursacht sind. Dadurch wird einerseits der resultierende Leidensdruck kaum gemindert, die Lückenbüßer-Variante eines Gottesbildes (→ die Gottheit wird jeweils für die Erscheinungen und Ereignisse verantwortlich gemacht, welche bis dato noch nicht naturwissenschaftlich nachvollziehbar sind) erscheint zudem absurd.

Gleichwohl bleibt die Kernfrage der Theodizee für den Teil der Menschheit bestehen, welcher weiterhin davon ausgeht, das materielle Universum sei von einer Gottheit (oder Göttern) erschaffen worden bestehen: Wie kann Gott das Leiden und Sterben von Kindern zulassen, sogar von Säuglingen?

Wie weit kann die Barmherzigkeit – oder Allmacht – eines Gottes reichen, dessen ‚höchste‘, weil selbstbestimmte Geschöpfe seit zu jeder Zeit damit beschäftigen, die Welt zu zerstören (Umweltschäden gab es schon vor 1000 und mehr Jahren, u.a. auch Smog, z.B. im mittelalterlichen London) und sich gegenseitig umzubringen? Wenn wir nach seinem Ebenbild geschaffen sind, sollte dann nicht auch der Respekt vor dem Leben in jedem von uns angelegt sein?
Die Verteidiger des sogenannten freien Willens unter den Gläubigen jeder Religion werden auf eben diesen verweisen: Das „Geschenk des freien Willens“ impliziere zugleich das Potenzial, einander zu töten. Ist es wirklich so einfach? Wie kommt es dann, das sich auch unter den Personen, denen von anderen Menschen schwerstes Leid zugefügt wurde, durchaus nicht wenige finden, die nicht zu Vergeltung und Krieg aufrufen, sondern sich gegenteilig engagieren? Mir fällt hier als eines von etlichen Bespielen spontan Richard Wurmbrand ein. Es ist möglich, selbst unter dem Eindruck schwerster Repression nicht selbst dem dumpfen Drang zu hassen und und Rache zu üben zu erliegen! Eben dies stellt den Angelpunkt der Problematik heraus: Weshalb verfallen so viele dem Wunsch zu töten, obgleich ihnen niemals jemand etwas zuleide getan hat? Überspitzt formuliert: Welchen Wert besitzt dieser ‚freie Wille‘ für die Schöpfung als Ganzes?
Falls das Leben auf der Erde nicht lediglich einen Ausschnitt aus einem weit gewaltigeren, größeren, für uns derzeit aber nicht erkennbaren Gefüge darstellte, ginge die (ohnehin stark verkürzte) verkürzte Gleichung ‚Gott = Allmacht * Allgüte * Allwissenheit * all das, wovon wir keine Ahnung haben‚ nicht auf. In diesem Falle wäre die heutige Menschheit nicht mehr als eines der letzten Kapitel von einem gescheiterten Experiment.

Muss Gott sich rechtfertigen?

Der Begriff Theodizee („Rechtfertigung Gottes“) bezieht sich also auf unser  Unverständnis, wie ein allmächtiger, allwissender und allgütiger Gott das in unserer Welt anzutreffende Übel und Leid bestehen lassen (und ignorieren?) könne.
Heinz Zahrnt legt dar, wie Menschen hätten uns zahlreiche ‚Ideologien‘ (zu denen er auch die Religionen zählt) geschaffen, nur um mit dem Tod fertig zu werden.

E. Drewermann hingegen stellt fest: Menschen können sterben an den sinnlosesten Zufällen. Er kritisiert den „biblischen Vorsehungsglauben“ als wahrscheinliches Einfallstor für Atheismus in unserer modernen Zeiten und stellt die Sinnfrage:

Ich denke, wir müssen die Bilderlosigkeit Gottes [„du sollst dir kein Bildnis machen…“1)

] viel, viel radikaler nehmen. Das bedeutet, dass wir sehr viel hilfloser sind. Wenn ich als Priester jemanden begleite, habe ich die Hoffnung, dass Gott ihm sagen wird, woran er sich halten kann. Ich hab‘ zur Seele des Menschen ein großes Vertrauen…dass sie ein wunderbares Organ ist, in dem sehr viel Hoffnung und Kredit liegt – vielmehr, als ich erzeugen könnte.

Hm, es scheint, viele Menschen sind außerstande, dieses Potenzial unter dem Eindruck von Schicksalsschlägen und unverstandenem, weil unverstehbarem Leid noch in sich freizusetzen. Ab einem bestimmten Grad der Traumatisierung sinken die Chancen auf eine Heilung – und dieser Grad wird tagtäglich überall auf der Erde überschritten. Dies gesteht auch Drewermann ein: Hinsichtlich der Menschen, die zwischen Geborenwerden und Tod kaum eine Chance hatten, bleibe allein die Hoffnung auf ‚Etwas über den Tod hinaus“ – Eugen Drewermann bemüht sich um positive, bisweilen euphemistische Wortwahl, dennoch kann er nicht verhehlen, dass in drastischen Fällen schlicht nichts bleibt außer dieser höchst vagen Hoffnung.

Ich möchte auch glauben, dass die Liebe nicht ganz sinnlos ist. Denn sonst wäre der Tod nur eine Übung, immer mehr abzugeben, bis man so arm wieder ist, wie man zur Welt kam. Ich möchte hoffen, dass es einen Sinn gemacht hat, zusammen zu leben.

Eine abschließende Antwort darauf lässt auch dieser 20 oder mehr Jahre zurückliegende Dialog erwartungsgemäß vermissen – und soweit ich die die einschlägige Literatur kenne, kamen auch in jüngster Zeit keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse zustande. Deshalb bleibt für mich bleibt als zentrale Aussage aus dieser Sendung haften: „Ich verstehe Gott nicht.“ bzw. „Wir alle verstehen Gott nicht.“ Zumindest nicht unter dem überlieferten Anspruch, wonach Gott handelnd in die Geschichte eingreife, um sich zu offenbaren.
Möglicherweise sind wir gezwungen, uns mit dieser wenig befriedigenden Erkenntnis abzufinden – oder uns dem Atheismus zuzuwenden. Letzteres erschiene mir reichlich inkonsequent: mich gegen eine übergeordnete Entität (es ist gleich, ob man diese „Gott“ nennt oder Vorsehung oder einen neuen Begriff erfindet) zu empören, impliziert meiner Ansicht nach die Akzeptanz, dass diese Entität existiert.

Auch für mich persönlich erschließt sich der Sinn der ganzen Veranstaltung, die wir „Leben“ nennen, nur unter der Voraussetzung, diesen höchst unwägbaren und riskanten Abschnitt in ein übergeordnetes Gefüge einordnen zu fügen. Anders gesagt: ich begreife nicht, woher eingefleischte Atheisten den Mut zum Weiterleben nehmen und mehr noch, ihrerseits Kinder in diese düstere, unausweichlich tödliche Welt zu setzen – welchen Sinn, welche Bedeutung ent-decken sie in ihrem Dasein, wenn es kein Danach gibt?

Trotz aller Zweifel über seine Beschaffenheit, Wesensart und Gesinnung, ich stelle für mich fest: Ich brauche das Konzept von Göttlichkeit und jenseitigem Weiterleben zwingend, um meine irdische Existenz fortzusetzen. Die Modalitäten (Welcher Gott existiert? Wie sieht das Jenseits aus oder kommt eine unterbrochene Kette von Wiedergeburten zustande? Wie verhält es sich mit der Rechenschaft, die wir dereinst ablegen müssen?) ist dabei keinesfalls ohne Bedeutung, aber zweitrangig gemessen an der alles entscheidenden Frage: Leben wir nur, um uns selbst und jene, die wir lieben, beim Sterben zu beobachten? Oder sind wir hier, um anhand bestimmter Erfahrungen zentrale Lektionen zu lernen und dadurch zu reifen – was nur möglich ist, sofern es nach dem physischen Tod irgendwie weitergeht?

Reicht eine einzelne Religion aus , um Antworten zu finden?

Klar, diese Fragen stellt sich (hoffentlich) jeder. Wer in den vorformulierten Schriften einer einzelnen Religion ’seine‘ Antwort auf diese wohl uralten Fragen findet, mag damit selig werden…das meine ich ohne jede Ironie und abfälligen Unterton. Für jene, denen das konzeptionelle Gerüst einer einzelnen Buchreligion nicht die zufriedenstellenden Antworten bereithält, hat Uta Ranke Heinemann aufmunternde Worte niedergeschrieben:

„Wenn der Mensch, der nach einer unmittelbareren, eigentlicheren und größeren Wahrheit verlangt, einfach fortgeht aus den vielen Wörtern und den leeren Predigten, kann es sein, dass eine neue und schöne und sanfte Wahrheit in seiner Dunkelheit aufgeht, die Wahrheit der Barmherzigkeit Gottes nämlich, die von den vielen kirchlichen Märchen verdeckt war und die doch die einzige Wahrheit ist und auch die einzige Hoffnung.“ (Nein und Amen, U. Ranke-Heinemann)

Für Ranke-Heinemann begegnet uns diese Wahrheit in der Person Jesu. Darum beneide ich sie und jeden, dem es ähnlich ergeht, der fündig geworden ist – wo auch immer. Persönlich bin ich auch mit über 50 noch immer zu sehr vollgestopft mit erzkatholischen Drohungen und Höllenvisionen, welche leider trotz aller inneren Distanzierung zur Drohbotschaft auch mein Bild von der Person Jesu so sehr verzerren, dass ich dessen eigentliche ‚Frohbotschaft‘ bisher zwar rational erfassen, aber kaum auf mich wirken lassen konnte.

Der Einfluss der düsteren Predigten und Bettgeschichten hat bewirkt, dass ich mit „Jesus“ als allererstes das „Heulen und Zähneklappern“2), wie es von Matthäus in der Rede an den Hauptmann von Kafarnaum (Mt 8,11-12) verwendet wird:

11 Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; 12 die aber, für die das Reich bestimmt war, werden hinausgeworfen in die äußerste Finsternis; dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.

Michelangelo lieferte die passende Visualisierung dazu, wenn man Wikipedia glauben schenkt:

Detail aus Michelangelos Darstellung des Jüngsten Gerichts, Sixtinische Kapelle

Auch mit 7 oder 8 Jahren war mir klar, mit den Zähnen knirscht oder klappert man nur in einer Extremsituation, also schien es ’nach dem Tod‘ zwei Gruppen zu geben: 1. die Vollkommenen, Reinen, die einen beinahe heiligmäßigen Lebenswandel vorzuweisen hatten – für sie waren anscheinend die angenehmen und tröstlichen Stellen in der Bibel gedacht, dachte ich mir damals.
2. der schäbige Rest, also all die Leute, die es mit der Reinheit selten genau nahmen und deren Lebenslauf bedenkliche Episoden enthielt – sie alle würden im Jenseits nicht ‚der Himmel‘ erwarten, sondern eine fiese, immerwährendes Straflager, wo eben jenes Heulen, Weinen und Zähneklappern an der Tagesordnung war.

Für mich bestand absolut kein Zweifel, innerhalb dieser nur Schwarz und Weiß kennenden Jenseitsbetrachtung würde ich selbst zur zweiten Gruppe gehören – auch wenn Jesus sich auf der Erde noch mit Sündern abgegeben hatte, im Himmel wollten er und sein Vater nur jene Menschen dulden, die sich ernsthaft bekehrt und von da an nicht mehr gesündigt hatten.
Die Integration der Beichte in diese kindliche Sichtweise schmälerte die Furcht vor dem Jenseits freilich kaum: Der Soll-/Ist-Abgleich hinsichtlich verinnerlichter Normen ließ keinen Raum für jegliche Illusion → jeden Tag hätte ich zweimal zur Beichte rennen müssen, um gegen die Hölle ‚versichert‘ zu sein. Tatsächlich war ich in dieser Zeit ziemlich eifrig, wenn es ums Beichten ging – vermutlich war ich ‚a pain in the ass‘ jedes Pfarrers und Religionslehrers, bei dem ich mich einzuschleimen suchte.

Im Laufe der Jahre wurde klar, es kommt wesentlich auf die innere Einstellung und den Willen zur Integrität an denn auf formalisierte Rituale der Vergebung. Meine altersweise Großmutter machte deutlich: zuallererst müsse man sich selbst vergeben, mit sich im Reinen sein. Dennoch blieb Jesus bis heute eine der Persönlichkeiten, die für die Drohbotschaft standen.
Unfair? Ja, vermutlich ebenso unfair, wie ein Kind tagtäglich mit finsteren Höllenmärchen zu bombardieren…so ganz bekommt ‚man‘ das nie mehr aus dem Kopf raus. Das ist mehr als bedauerlich, denn wenn wir Jesus „nachgehen, spüren wir, dass er Gott gesucht und dass er Gott gefunden hat und dass er diesen Gott als einen jedem Menschen Nahen offenbaren und dass er jeden Menschen zu einem Nahen dieses Gottes und zu einem Nahen jedes Nächsten werden lassen wollte“ (R.-Heinemann).

All dem lässt sich auch Positives abgewinnen: die frühe Sorge um mein Seelenheil wandelte sich mit den Jahren in eine eifrige Suche nach Denkanstößen, wie es sich denn wohl tatsächlich verhalte mit der göttlichen Vergebung.

Anmerkungen/Ergänzungen

  1. Das Bildnis-Verbot lässt sich aus dem Dekalog nicht wegdiskutieren, wird aber von christlichen Gegenwartsreligionen vielfach ignoriert. Sympathisch an E.Drewermann ist insbesondere, wie er das Verbotensein umgeht und statt dessen zum Kern dieses Anliegens vorstößt.
  2. Die Phrase „Dort wird Heulen und Zähneklappern/-knirschen sein“ kommt übrigens sechsmal im Matthäusevangelium und einmal im Lukasevangelium vor: Matthäusevangelium: Mt 8,12; Mt 13,42; Mt 13,50; Mt 22,13; Mt 24,51 und Mt 25,30) Lukasevangelium: Lk 13,28
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Streitgespräch zwischen Hanna-Renate Laurien und Eugen Drewermann (1992)

„Der Mensch wird von der Kirche zum Glauben gerufen und nicht zum Denken.“

…schreibt Uta Ranke-Heinemann in der Einleitung ihres Buches ‚Nein und Amen‘. Der Mensch sei, „wenn es ihn nach Wahrheit verlangt und wenn er damit nicht nur die von den kirchlichen Vorgesetzten vorgesetzten Wahrheiten meint, auf sich selbst verwiesen“. Von Ranke-Heinemann ist es nicht sehr weit zu Eugen Drewermann, beide waren der innerkirchlichen Hierarchie ein Dorn im Auge und ihnen wurde die Lehrerlaubnis in katholischer Theologie entzogen.

Anscheinend wende ich meine Aufmerksamkeit zunehmend ‚historischen‘ Disputen zu, vielleicht weil ich in den gegenwärtigen Formaten die wünschenswerte Tiefe vermisse. Wahr ist aber auch: vor 25 Jahren, also 1992, fehlte mir persönliche bei weitem die Tiefe und die Geduld, mich auf einen zweistündigen theologischen Disput hörend einzulassen. Es ist also ein Glücksfall, in einer Zeit zu leben, in der solche Gespräche aufgezeichnet werden und Jahrzehnte später verfolgt werden können.

Am 19. Juni 1992 übertrug das ZDF ein Streitgespräch zwischen Hanna-Renate Laurien und Eugen Drewermann, das im Rahmen des 91. Deutschen Katholikentages in Karlsruhe.

Zur Erinnerung:
Hanna-Renate Laurien (1928 – 2010) war als CDU-Politikerin von 1976 bis 1981 Kultusministerin in Rheinland-Pfalz, von 1981 bis 1989 Schulsenatorin von Berlin und von 1991 bis 1995 Präsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin. Sie war damals Vorsitzende des Zentralkommittees der deutschen Katholiken, der größten katholischen Laienorganisation in Deutschland. Laurien zeigte sich durchaus mutig: „Für mich ist Ratzinger nicht die Kirche.“

Ausgangspunkt des Disputs ist Drewermanns Anliegen, die katholische Kirche menschenbezogener und -freundlicher zu gestalten und das Ziel des Heilen weit mehr in den Vordergrund zu stellen als jedes Festhalten an Dogmen, mit denen sich nicht erst seit kurzem nur noch sehr wenige Mitglieder vollständig identifizieren können, wenn sie selbst-kritisch über deren Gegenstand nachdenken.

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Streitgespräch: Kardinal Walter Kasper – Eugen Drewermann

Am 6. Feb. 1992 kam es im ZDF zu einem Disput zwischen dem Kirchenreformen fordernden Theologen und Psychoanalytiker Dr. Eugen Drewermann und dem damaligen Rottenburger Bischof Walter Kasper, der später zum Kardinal ernannt wurde und jetzt im Ruhestand ist. Das Publikum wurde weitreichend einbezogen.

Zum Image der RKK stellt Drewermann in Bezug auf das zwanghaft-dogmatische Festhalten an offensichtlichen Mythen wie der Jungfrauengeburt mit Wehmut fest:

„Wir stehen einfach lachhaft dar, wie wenn’s die Aufklärung nie gegben hätte!“

Jesus habe nicht ein einziges Sakrament gestiftet (wie ist das Abendmahl hier einzuordnen?) – sein Verdienst liege vielmehr darin, er habe „Ängste vom Menschen genommen, die immer wieder hinderlich sind, zueinander zu finden„.
Diese Aussage lohnt intensives Nach-denken, meine ich – sowie einer Ergänzung: Jesus hat den Menschen auf Grundlage der alttestamentlichen Zehn Gebote ein moralisches Leitbild gegeben, dessen Befolgung jenes Zueinanderfinden begünstigt, wenn nicht sogar erst ermöglicht.

Der seinerzeit für der Kongregation für die Glaubenslehre vorsitzende Kurienkardinal Joseph Ratzinger hatte in einem 1986 verfassten Schreiben an den Paderborner Erzbischof J. Degenhardt „große Besorgnis“ über Drewermanns öffentliche Äußerungen ausgedrückt und den Erzbischof angewiesen, Maßnahmen gegen Drewermann einzuleiten. Als Drewermann 1991 in einem Interview mit dem Spiegel die Jungfrauengeburt als biologische Tatsache angezweifelt hatte, wurde ihm von Degenhardt am 8. Oktober 1991 die Lehrerlaubnis für Dogmatik entzogen. Bald darauf wurde er mit einem Predigtverbot belegt und ein kirchliches Verfahren gegen ihn eingeleitet.

Der Entzug der Lehrerlaubnis und die spätere Suspendierung Drewermanns als Priester wurde von Befürwortern beider Seiten sehr emotional diskutiert – der Staatsrechtler J.Isensee sah in Drewermann den „Prototyp des selbsternannten Kirchenkritikers, der sich in und auf Kosten der Institution Kirche durch radikale Thesen und Veröffentlichungen zu profilieren suche“.

Kritiker der kirchlichen Vorgehensweise empfanden das Prinzip der „Bestrafung, Aussonderung und Zensur“ als nicht mehr zeitgemäß. Diese Kritik ist aus der Innenansicht der RKK schwerlich anwendbar – es handelt sich bei ihr nicht um ein demokratisches Gebilde, sondern von ihrer Führungs- und Willensbildungsstruktur um eine absolutistische Wahlmonarchie – ohne Gewaltenteilung, Papst übt gleichzeitig Regierung, Gesetzgebung und Rechtsprechung aus (auch wenn er diese Funktionen in Teilen delegiert). Wer seinen Lebensentwurf und berufliche Perspektive auf diese Institution festlegt, konnte die damit verbundenen Beschränkungen seiner kommunikativen Freiheiten im Vorfeld kennen und beurteilen.

Die Sicht von außen kommt freilich zu einer völlig anderen Einschätzung: um die Kirche, die sich nun einmal in der Person Jesu zentralisiert, fair zu beurteilen, sollte gefragt werden: Wie hätte sich Jesus verhalten? Eugen Drewermann sagt dazu: „An jeder Stelle, wo ein Menschen leidet, hätte Jesus jede beliebige Theorie über den Haufen geworfen.“ Ebenso würden die alttestamentlichen Propheten, so Drewermann weiter, scheitern am kirchlichen Lehramt.


Teil 1:

Teil 2:

Abseits der inhaltlichen Streitfragen regiere ich aus einem weiteren Grund mit einiger Betroffenheit: Das Niveau des vor 25 Jahren geführten Disputs, auch seitens der anwesenden Zuschauer, wird im gegenwärtigen TV kaum mehr erreicht – jedenfalls nicht in Talkrunden o.ä., die vor 22:00h ausgestrahlt werden. Ähm, Moment! Ich lese gerade, auch damals wurde diese erste Sendung der Reihe „Streitfall“ von 22:15-23:15 Uhr ausgestrahlt…

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Glückliches Sterben? Gespräch mit Hans Küng über Sterbehilfe

Kann Sterben glücklich sein?

Gedanken an meinen eigenen Tod verdränge ich derzeit noch aus meinem Denken – ich bin innerlich noch ’nicht bereit‘: In vielen Fragen zu Gott und dem fraglichen Jenseits ringe ich noch um Antworten, so vieles in meinem Leben ist noch nicht abgeschlossen, oder schlicht unerledigt. Gleichwohl ist mir durchaus bewusst, diese Entscheidung könnte mir von einem Tag auf den nächsten aus der Hand gerissen werden; die wenigsten von uns wissen, wann ihre Zeit gekommen ist. Plötzlicher Autonomie-Verlust etwa als Folge eines Unfalls kann jeden von uns treffen.
Dieser Beitrag geht nicht der Frage nach, wann/warum wir sterben müssen – sondern er wirft einzelne Gedanken darüber auf, wie wir sterben möchten und welche Konsequenzen daraus für uns erwachsen können. Der Wunsch, das eigene Leben vorzeitig zu beenden, mag für diejenigen unter uns, die noch nicht unmittelbar mit extremen Krankheits-/Leidzuständen bis hin zum Verlust jeglicher Kontrolle konfrontiert waren, wenig nachvollziehbar erscheinen. Eine gedankliche Hinführung entsteht eventuell durch die gegenteilige Fragestellung: Wie möchte ich auf keinen Fall sterben?

Lässt sich eine positive, gelassene Grundhaltung bis hinein in den Sterbeprozess durchhalten? Meine spontane Antwort: ‚kommt drauf an.‘ Die Grundhaltung vieler Menschen dürfte in ihren letzten Lebensjahren wesentlich davon abhängen, wie sehr sie durch zunehmende Gebrechen und Erkrankungen beeinträchtigt werden… ob ihnen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben ermöglicht bleibt. Die Problematik eines u.U. auch gegen den Willen des sterbenden Patienten immer weiter künstlich hinausgeschobenen Lebensendes entscheidet mit darüber.

Anne Will hat Ende 2013 ein halbstündiges Gespräch mit Hans Küng geführt, der als Theologe und katholischer Priester stets im Widerspruch zu seiner Kirche stand: Der damals 85-Jährige war zu diesem Zeitpunkt bereits an Parkinson erkrankt und litt an weiteren Beschwerden, die seine Lebensqualität einschränken. Küng möchte selbst bestimmen, wann sein Leben zu Ende geht. Zugleich möchte er eine Debatte über aktive Sterbehilfe in Deutschland anstoßen. Er kritisiert die unzureichende Gesetzeslage, die seiner Ansicht nach den Sterbetourismus in die Schweiz erst nötig macht.

„Ich möchte so sterben, dass ich noch voll Mensch bin.“

Mit Entschiedenheit erklärt er: „Ich will auf keinen Fall den Moment verpassen.“ Jenen Moment, nach dessen Verstreichen ihm ein selbstbestimmter Sterbeprozess in Würde nicht mehr möglich sei. „Wir haben alle eine Verantwortung für unser Leben. Und warum soll die in der letzten Phase aufhören, diese Verantwortung?“


Vorab: Anmerkung zu den Begrifflichkeiten

  • Aktive Sterbehilfe → Tötung eines Menschen auf dessen Verlangen, in Deutschland strafbar. Jede Form der „Zwangs-Euthanasie“ ohne ausdrückliche Einwilligung des Betroffenen ist schlicht Mord.
  • Beihilfe zur Selbsttötung (assistierter Suizid) → letztlich wird der Tod selber herbeigeführt. Die Assistenz beschränkt sich auf die Beschaffung des Tötungsmittels, etwa eines Medikaments in tödlicher Dosis, welches aber vom Sterbewilligen selbständig eingenommen wird.
  • Indirekte Sterbehilfe → Lebensverkürzung durch palliative Maßnahmen, d.h. ein vorzeitiger Tod wird durch eine durch eine medizinische Behandlung in Kauf genommen, welche primär der Schmerzlinderung dient.
  • Passive Sterbehilfe → Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen, wie z.B. eine künstliche Beatmung, entsprechend dem verfügten Willen des Patienten entspricht

Der 66. Deutsche Juristentag (2006) empfiehlt, die verwirrenden Begriffe aktive, passive und indirekte Sterbehilfe durch die Bezeichnungen „Tötung auf Verlangen“, „Abbruch lebensverlängernder Behandlungsmaßnahmen“ und „Durchführung einer leidenslindernden Maßnahme“ zu ersetzen (Küng).


In seinem Buch „Glücklich sterben“ erklärt Küng unter Bezugnahme auf das o.a. Gespräch, das Thema beschäftige ihn seit fast 60 Jahren, seit einem Schlüsselerlebnis: 1955 verstarb sein Bruder Georg an einem Gehirntumor, er war erst 23 Jahre alt und erstickte nach Monaten der Qual am Wasser in seiner Lunge. So wolle er selbst nicht enden, dachte sich Hans Küng schon damals.
Doch gerade weil „die menschliche Person unendlich kostbar und unbedingt zu schützen“ sei – bis an ihr Ende – müsse genau überlegt werden, was dies angesichts einer Hochleistungsmedizin bedeute, die das Sterben weitgehend schmerzlos herbeizuführen, aber auch in vielen Fällen beträchtlich hinauszuzögern vermag.

Hans Küng schreibt: „Es gehört für mich zur Lebenskunst und zu meinem Glauben an ein ewiges Leben, mein zeitliches Leben nicht endlos hinauszuzögern. (…) Wenn es mir geschenkt sein sollte, möchte ich gerne bewusst sterben und mich menschenwürdig von meinen Lieben verabschieden. Glücklich sterben heißt (…) ein Sterben in völligem Einverständnis, in tiefster Zufriedenheit und in innerem Frieden.“
Ein allein zwecks Provokation der kirchlichen Autorität geplanter Suizid liege ganz und gar nicht in seiner Absicht. Vielmehr nehme er deutliche Anzeichen wahr, dass „die letzte Periode begonnen hat und dass mein Leben auch nicht ewig dauert“.

Beginnende Demenz werde für ihn persönlich eine klare Indikation darstellen, um konkrete Schritte zur aktiven Beendigung seines Lebens einzuleiten. Diesen Zeitpunkt halte er in Übereinstimmung mit seiner Glaubens-überzeugung für geeignet: er werde nicht in ein Nichts hineinsterben, sondern in eine letzte Wirklichkeit hinübergleiten.
Obgleich meine eigenen Überzeugungen wenig gefestigt sind, ob und wohin ich dereinst gleiten werde, die Wahl dieses Zeitpunktes vermag ich recht gut nachzuvollziehen: Zeitlebens war und ist der Geist und mein Potenzial zur geistigen Betätigung ein unverzichtbarer Baustein, durch den ich mich definiere und aus dem mein subjektiver Selbstwert erwächst. In völliger Abhängigkeit und reduziert auf ein vegetatives Dasein zu existieren, erscheint mir als Schreckensvision, auf welche ich nach Möglichkeit verzichten möchte.

Für mich persönlich kommt ein weiterer Aspekt dazu: Die Menschen in meinem persönlichen Umfeld sind gleichaltrig oder älter als ich. Damit entsteht für mich eine konkrete Aussicht, in einer möglichen Phase von völliger Hilflosigkeit und Verwirrtheit gänzlich fremden Personen zur Last zu fallen, die bis in die intimsten Lebensbereiche an der Ausdehnung meines an sich abgeschlossenen Lebens mitwirken müssten, meine Ausscheidungen beseitigen, mein zusammenhangloses Gestammel ertragen oder schlimmstenfalls sogar meine Wutausbrüche.
Will ich das? Falls die Antwort Nein lautet, müsste konsequenterweise die nächste Frage lauten: Welche Vorkehrungen werde ich treffen, um m.E.  würdeloses Vegetieren ausschließen zu können?

Da ist aber noch eine andere Seite: Suizid ist in meinem Denken und Fühlen tabuisiert, als ein absolutes NoGo verdrahtet. Für mich ist passive Sterbehilfe (Beendigung lebenserhaltender Maßnahmen auf Wunsch des Patienten bzw. auf Grundlage seiner zuvor erlassenen Patientenverfügung) durchaus denkbar, vor dem aktiven Schritt schrecke ich zurück.
Allerdings darf die Auflösung dieser Ambivalenz nicht darin bestehen, die Verantwortung unausgesprochen auf einen Mediziner abzuschieben, von dem ggf. die Gabe einer erhöhten Morphiumdosis erhofft würde. Im Sterben nach einer verantwortungsvollen Hilfe suchen, ist indessen unter der Voraussetzung angemessen, dass der Entschluss nicht auf den Helfenden verlagert wird, sondern eigenverantwortlich eine Verfügung (s.u.) getroffen wird bzw. rechtzeitig getroffen wurde.

Aus dieser Sichtweise ließe sich eine Geringschätzung kranken und gebrechlichen Lebens nur dann ableiten, wenn sie verallgemeinernd geäußert würde, anstatt sich ausschließlich auf das eigene Leben und Sterben zu fokussieren. Auch Küng betont mehrfach sehr eindringlich, hierbei handele es sich um sehr persönliche Fragestellungen. Ja, das muss ein(e) jede(r) von uns für und mit sich selbst ausmachen.
Deutlich wird auch: Suizid als Flucht vor Lebensproblemen kommt für Küng nicht in Betracht → „Wenn ich ein Mann wäre in seinen 40er-Jahren, mit Familie, Frau und Kindern, und hätte ein Missgeschick, etwa einen Kollaps im Berufsleben, erlebt, dann kann ich mich ja nicht einfach aus dem Leben verabschieden, unbekümmert darum, wer da noch übrig bleibt.“

Küng erklärt, er sei bei der Sterbehilfeorganisation EXIT (ein vereinsmäßiger, nicht gewinnorientierter Anbieter von Freitodbegleitung mit Sitz in der Schweiz): „Man hat früher immer angenommen, wenn jemand bei so einer Organisation ist, dann ist er Materialist oder Atheist. Nein, im Gegenteil. Man kann aus Gottvertrauen heraus freiwillig sterben. Ein durchaus nicht rationalistisches, aber rationales, vernunftgemäßes Gottvertrauen.“

Er habe aber auch dagegen protestiert, den Sterbetourismus den Eidgenossen vorzuwerfen: „Nein, es liegt an den Deutschen, die keine Gesetze machen können, damit solch ein Sterbetourismus nicht notwendig ist.“

Mit Zuversicht ans eigene Sterben denken?

Sich gewissermaßen prophylaktisch umbringen, noch bevor der Verfall des eigenen Körpers/Geistes weit fortgeschritten ist oder eine unheilbare Krankheit zu unerträglichem Leid führt? Nein, das ich mir für mich nicht vorstellen. Aus den Reaktionen auf Küngs Interview möchte ich dazu die Antwort einer pensionierten Ärztin herausgreifen:
Sie habe vor Jahren den Entschluss gefasst, im Laufe ihres 8. Lebensjahr-zehnts selbstverantwortlich mit menschlicher Begleitung ihr Leben durch Suizid beenden.
Und nun: Je näher dieser Zeitpunkt rückt, umso stärker ist in mir der Lebenstrieb, der Lebenswille. Ich empfinde Angst vor dem Nicht-mehr-Sein, vor dem völlig Ungewissen und Unbekanntem nach dem Sterben. Die Ungeheuerlichkeit des selbstbewirkten Todes steht dann drohend vor der Seele. Die Gefühle wechseln.“

Dass die RKK eine deutlich abweichende Haltung einnimmt, geht schon aus dem o.a KKK-Auszug hervor. So hatte auch der Pressesprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart kategorisch erklärt: „Küng spricht für sich selbst, nicht für die katholische Kirche.“

Diesen immerwährenden Dissens zwischen Küng und seiner Kirche mag ich hier nicht eingehender beleuchten, denn für eine so persönliche Gewissensentscheidung besitzt die zeitgeist-verzögernde Haltung von Glaubenswächtern keine Relevanz, soweit es mich betrifft: Kein Kirchenfunktionär und auch kein Politiker wird mir diese Entscheidung abnehmen können, sollte ich sie einst für mich zu treffen haben.

„…für wen, außer für sich selbst, sollte wohl ein Mensch sprechen, wenn es ums eigene Sterben geht?“

die Frage der Zuversicht vorm sterben hängt wesentlich von zwei zentralen Aspekten ab

  • Wie gestaltet sich der Prozess des Sterbens, verläuft er einigermaßen friedvoll und frei von unerträglichen Schmerzen?
  • Was wird aus uns, d.h. unserem selbst mit seiner Individualität und seinen Erinnerungen, sobald wir „tot“ bzw. hinüber gegangen sind?

Seth (Jane Roberts – Gespräche mit Seth, → Downloadbereich) erklärt hierzu:

„Die Seele ist etwas Unverlierbares! […]
Eure eigene Persönlichkeit, wie ihr sie kennt, der Teil von euch, der euch am kostbarsten und am einmaligsten dünkt, auch dieser Teil wird niemals zerstört werden oder verlorengehen. Er ist ein Teil der Seele. Er wird von der Seele weder verschluckt noch von ihr ausgelöscht, noch unterjocht werden, noch kann er andererseits jemals von ihr getrennt werden. Er ist jedoch nur ein Aspekt eurer Seele. Eure Individualität, wie immer ihr sie euch denken mögt, existiert in eurem Sinne fort.“
Damit wäre die eigentlich wichtigste Frage beantwortet, oder?

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Es klingt schon ein wenig paradox: Eine freie Entscheidung über mein Lebensende kann bzw. sollte ich nicht erst am Lebensende treffen oder kurz davor.
Fest steht aber auch: Ich werde nicht zu lange warten. Und ich werde mich nicht darauf verlassen, dass ich ’schon irgendwie‘ meinen Willen werde kundtun und glaubhaft machen können, wenn es an der Zeit. Eine solche Haltung würde sich allein auf naive Verdrängung gründen.

In diesem Zusammenhang sind zwei Dokumente relevant:

  • Mit einer Patientenverfügung wird geregelt, welche ärztlichen Maßnahmen ich zu meiner medizinischen Versorgung wünsche und welche von mir abgelehnt werden. So übe ich vorab mein Selbstbestimmungsrecht für den Fall aus, dass ich bei einer schweren Krankheit oder nach einem Unfall meinen Willen nicht mehr artikulieren kann.
    Patientenverfügungen sind verbindlich: Sie müssen von Ärzten umgesetzt werden, wenn die Behandlungs- und Lebenssituation eintritt, für die sie ausgestellt wurden. Damit die Verfügung anerkannt wird, muss sie schriftlich vorliegen und konkrete inhaltliche Vorgaben erfüllen:
  • Mit einer Vorsorgevollmacht wird eine Person Ihres Vertrauens beauftragt stellvertretend für mich zu handeln, zu entscheiden und Verträge abzuschließen – entweder umfassend oder in abgegrenzten Bereichen. Die Vollmacht gilt nur, wenn ich diese Dinge nicht mehr selbst bewältigen kann. Die Vollmacht kann dem Beauftragten jederzeit entzogen oder inhaltlich verändert werden.
    Hintergrund: Ehepartner oder Kinder können nicht automatisch für Sie im Alter entscheiden. Fehlt eine solche Vollmacht, wenn Sie wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst treffen können, wird das Amtsgericht dafür einen rechtlichen Betreuer einsetzen – dabei kann es sich auch um eine fremde Person handeln.

Theologische Aspekte?

Tja nun, darüber könnte man etliche Bücher verfassen und käme dennoch nicht zu einem zufriedenstellenden, allgemein verbindlichen Ende.

Die Studie „Haltung der Ärzteschaft zur Suizidhilfe“1) greift die ablehnende Haltung von Ärzten gegenüber Suizidhilfe (=Sterbehilfe) auf. Diese seien in einem Beispiel 2stark geprägt von seinem christlichen (katholischen) Glauben und ’seinem Menschsein'“.
Danach dürfe man nicht „Hand an das eigene Leben legen“. Dieses allgemeine Verbot von Suizid werde verknüpft mit dem Gebot, sein „Schicksal zu akzeptieren“ und der Überzeugung, dass das Leben in allen Phasen lebenswert sei.

Aus dieser Überzeugung werde das Verbot von Suizidhilfe gefolgert, denn man enthalte einem Patienten  „unter Umständen […] einen wertvollen Teil des Lebens“ vor.
„Einem konkreten Leiden sei nicht vorzugreifen, denn niemand dürfe von sich auf andere schließen. Weil Sterben etwas Natürliches sei und Leiden zum Leben dazugehöre, sei der Suizid letztlich widernatürlich. (…) Außerdem bestehe die Gefahr des Irrtums, wenn die Lebensqualität durch eine Drittperson eingeschätzt werde.“
Diese subjektive Äußerung lasse ich unkommentiert, auch weil es sich hier nur um einen winzigen Auszug aus der mehr als 160 Seiten umfassenden Studie handelt.

Indem er sich als katholischer Theologe auf die emotional wie politisch schwer belastete und entsprechend kontrovers diskutierte Frage der Sterbehilfe einlässt, tritt Küng in einen letzten Widerspruch zu seiner Kirche ein. Der Katechismus der RKK nimmt dazu eine gänzlich andere Position ein.

[→ Vgl. Abschnitt „Selbstmord“ im KKK:
„2280 Jeder ist vor Gott für sein Leben verantwortlich. Gott hat es ihm geschenkt. Gott ist und bleibt der höchste Herr des Lebens. Wir sind verpflichtet, es dankbar entgegenzunehmen und (…) zu bewahren. Wir sind nur Verwalter, nicht Eigentümer des Lebens, das Gott uns anvertraut hat. Wir dürfen darüber nicht verfügen.

2281 Der Selbstmord widerspricht der natürlichen Neigung des Menschen, sein Leben zu bewahren und zu erhalten. Er ist eine schwere Verfehlung gegen die rechte Eigenliebe. Selbstmord verstößt auch gegen die Nächstenliebe, denn er zerreißt zu Unrecht die Bande der Solidarität mit der Familie, der Nation und der Menschheit, denen wir immer verpflichtet sind. Der Selbstmord widerspricht zudem der Liebe zum lebendigen Gott. (…)
Schwere psychische Störungen, Angst oder schwere Furcht vor einem Schicksalsschlag, vor Qual oder Folterung können die Verantwortlichkeit des Selbstmörders vermindern.(…)“]

Hat Gott unser Dasein mit Vorbedacht so eingerichtet, dass Leid darin vorkommt, für die einen in erträglichem, für andere in für sie unerträglichem Ausmaß? Verlangt Gott von uns, am unvermeidbaren Ende unseres irdischen Daseins einen von ihm eigens zubereiteten Kelch aus Leid und Würdeverlust auch ja bis zum letzten bitteren Tropfen auszukosten?

Dazu kann ich nur sagen: Meinem Gottesbild entspricht dies nicht! Von Gott stammen nach meiner Überzeugung die Rahmenparameter dieses Daseins, zu denen auch die Naturgesetze zählen. Kausalität – Ursache und Wirkung – ist eines dieser Gesetze; es macht deutlich: ein erheblicher Anteil des sichtbaren Leids geht auf ebenso ’sichtbare‘ (wissenschaftlich beschreibbare) Ursachen zurück. Ein Beispiel: Sollte ich als langjähriger, inzwischen entwöhnter Raucher trotzdem noch an Lungenkrebs erkranken, werde ich die Schuld dafür ganz sicher nicht bei Gott suchen. Weshalb sollte ich also annehmen, Gott verlange aber von mir, im Endstadium einen langsamen, qualvollen Erstickungstod bis zuletzt bewusst zu durchleben – als Bestrafung, Läuterung oder was auch immer?

Bei anderen Erkrankungen und altersbedingten Gebrechen sind die Ursachen vielleicht nicht so offensichtlich. Dennoch ist eine Sichtweise, welche alles Leid auf einen göttlichen Willen projiziert und dementsprechend ein Verbot folgert, sich diesem Willen z.B. durch passive Sterbehilfe zu widersetzen, in meinen Augen nicht plausibel.
Ich bin überzeugt, Gott ist kreativer. Da wir ‚mehrmals‘ leben, finden sich zweifelsohne geeignetere Gelegenheiten für Lern- und Reifeimpulse als unvorstellbare Qualen…

Fazit

Eine entschiedene Pro- oder Contra-Haltung nehme ich auch nach der Lektüre nicht ein. Das Buch „Glücklich sterben“ von Hans Küng zu lesen, war für mich gleichwohl eine Bereicherung. Der Autor bleibt weder in einer kaltherzigen materialistischen Logik stecken noch in der autoritären, lebensfernen Dogmatik seiner Kirche. Er diskutiert, welche Form der Sterbehilfe (besser: „Hilfe beim Sterben“) ethisch verantwortbar ist und benennt klare Voraussetzungen. „Sowohl die Humanitätsregel wie die Goldene Regel der Gegenseitigkeit ist zu beachten und alles der Ehrfurcht vor dem Leben untergeordnet. Die meisten Menschen würden eine Sterbehilfe verabscheuen, die sie als inhuman oder gar bestialisch empfinden.“

Aus heutiger Sicht kann ich mir eher die Sterbebegleitung in einem Hospiz vorstellen, als einen mich behandelnden Mediziner um den „Gnadentod“ zu ersuchen. Wirklich urteilen in dieser Frage kann ich wohl erst dann, wenn sie mich unmittelbar betreffen sollte. Der Wunsch, bis zur letzten Sekunde die Kontrolle über sein Leben zu behalten, ist eine Idealvorstellung, wie auch Küng feststellen musste. Seine jüngsten Erfahrungen, hätten ihn darin bestärkt, dass jeder Mensch zunächst einmal auch in einer gesundheitlich schweren Krise alles medizinisch Mögliche zur Wiederherstellung seiner Gesundheit und seiner Heilung unternehmen sollte.


Quellenangaben

  1.  Studie: Haltung der Ärzteschaft zur Suizidhilfe (Pdf, 164 S.), 2014, Zürich. Beauftragt von der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW). Eine kurze Zusammenfassung ist hier zu finden.
    Nach aktuellem Standesrecht ist Suizidhilfe in der Schweiz prinzipiell zulässig, wenn die Erkrankung die Annahme rechtfertigt, dass das Lebensende im Zeitraum von Tagen bis einigen Wochen eintritt. Beim auszugsweisen Lesen dieser Studie verfestigte sich mein Eindruck, wonach die Eidgenossen uns in Deutschland in mehr als einem zentralen Lebensbereich um einiges voraus.
  2. Linksammlung „Ärztliche Suizidhilfe“ der SAMW
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