Der Garten

Meanwhile the mind, from pleasure less,
Withdraws into its happiness;
The mind, that ocean where each kind
Does straight its own resemblance find,
Yet it creates, transcending these,
Far other worlds, and other seas;
Annihilating all that’s made
To a green thought in a green shade.

Here at the fountain’s sliding foot,
Or at some fruit tree’s mossy root,
Casting the body’s vest aside,
My soul into the boughs does glide;
There like a bird it sits and sings,
Then whets, and combs its silver wings;
And, till prepar’d for longer flight,
Waves in its plumes the various light.

Den Geist zieht es, von minderen Freuden,
Indes zu eigenen Seligkeiten;
Den Geist – dies Meer, wo jeder Art
Sogleich ihre Entsprechung harrt;
Doch er schweift weiter, bildet selbst
Ganz neue Meere, neue Welt,
Und nicktet alles, was geschaffen,
Zu grüner Schau in grünem Schatten.

Hier, an der Quelle munterem Fluss,
Am Stamm des Obstbaums, dichtbemoost,
Befreit von ihrem Körperkleid,
Schwingt sich die Seele ins Gezweig:
Dort sitzt sie wie ein Vogel, singend
Und spreizt und putzt die Silberschwingen,
Übt sich für längeren Flug und flicht
In ihr Gefieder buntes Licht.

– Andrew Marvell, „Der Garten“

Andrew Marvell (1621 – 1678) war ein englischer Dichter und Politiker. Er gilt als einer der bedeutendsten Metaphysical Poets.

Das vollständige Gedicht ist hier zu finden, in englischer Sprache. Finde die Vorstellung faszinierend, die menschliche Seele lasse sich mit einem Vogel vergleichen, der in einem Garten zur Ruhe kommt, bevor er sich auf eine weitere Reise begibt. Obwohl…der Gesang gehört dabei hoffentlich zur Kür und nicht zur Pflicht;)

Veröffentlicht unter Leben, Lektüre / Buchtipp | Verschlagwortet mit , | 3 Kommentare

Ohne Worte

„Solo“, Ludovico Einaudi

Veröffentlicht unter Leben | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

Irgendwo in dieser Welt…

Wenn mit der Aussage „Alles ist mit Allem verbunden, und jeder mit jedem“Quantenphysik“ verwiesen wird, dann finde ich diese Idee mir das stets ein wenig überfordernd. Denn, um ehrlich zu sein, mit einzelnen Personen mag ich viel lieber verbunden sein als mit 7 Milliarden Individuen. Und… mit manchen von ihnen mag ich weder verbunden sein noch fühle ich mich ihnen in irgendeinem Lebensaspekt nahe.
In seinem Artikel „Quantenmechanik – die beliebtesten Phrasen und was dahinter steckt“ auf Sciensblogs.de geht der Physiker Martin Bäker u.a. auf diese Aussage sowie das zugrunde liegende Phänomen der Verschränkung ein. Er erklärt auch, weshalb wir Verschränkungsphänomene im Alltag nie beobachten können.

Sein Fazit hierzu:

„Ist Alles mit allem verbunden? – Vielleicht, aber leider nicht so, dass man irgendetwas damit anfangen kann. Für alle praktischen Zwecke schlägt die Dekohärenz zu.(…)“

Eine geheimnisvolle Verbindung zwischen allen lebenden Personen lese ich da nicht heraus, jedenfalls nicht in der diesseitigen, materiellen Welt. Falls ein Jenseits existiert, nun, dann dürfte ‚dort‘ andere Naturgesetze und Prinzipien wirksam sein als jene, die hier auf der Erde naturwissenschaftlich beobachten lassen.
Mit Naturwissenschaft lassen sich theologische und esoterische Modelle halt nicht belegen, was mit etwas Nachdenken selbst einem Laien wie mir einleuchtet: Wissenschaftliche Disziplinen, welche sich ausdrücklich auf das Beobachtbare, Messbare und ggf. Vorhersagbare beschränken, haben keinen methodischen Zugang zu den Fragen, deren Beantwortung halt im Feld des Glaubens liegt, nicht aber im Bereich objektivierbaren Wissens.-

Irgendwo

Eine Legende aus China besagt, dass jeweils zwei Personen – und zwar jeder von uns – durch den roten Faden der Liebe miteinander verbunden sind. Dieser Faden kann sich verwickeln, dehnen oder tausendmal um die Welt reisen – aber niemals zerstört werden.
Zeit und Raum seien bedeutungslos für dieses Band, diesen Faden.

„Der rote Faden begleitet uns von Geburt an, um ihn kreist unser Leben. Man sagt, dass ein alter Mann, der im Mond lebt, jede Nacht die Neugeborenen besucht, um ihre Seelen mit dem roten Faden, der an seinen Finger gebunden ist, zusammenzuführen.“

Der ewig mäkelnde Skeptiker in mir fragt sogleich, ob/wie denn sicher gestellt sei, dass stets eine gerade (durch Zwei teilbare) Anzahl von Menschen auf der Erde leben. Und warum sich so wenige dieser ‚Duale‘ zu finden scheinen… eine Ehescheidungsrate von mehr als 40 Prozent belegt gewissermaßen, wie oft wir uns ‚vertun‘.

Die verlinkte Legende finde ich trotzdem schön, wie auch den PUR-Song „Irgendwo“, der eine etwas weiter gefasste Perspektive einnimmt. Nicht Zweisamkeit für alle, aber:

„Irgendwo in dieser Welt liegt ein bisschen Glück versteckt…“
– dahinter heißt es zwar nicht „wer danach sucht, wer offen bleibt für Neues und Schönes hat durchaus Chancen, dieses Glück zu finden – wer hingegen resigniert, wer endgültig aufgibt, hat leider schon verloren…“ – doch so setze ich den Text in Gedanken für mich fort.

Irgendwo,
liegt Ruhe und Balance
und die Zufriedenheit im Blick.
Jaja, ich nutz die nächste Chance,
ich zieh’ mich raus,
hol’ mich zurück,
es liegt in meiner Hand,
in meinem Land.

Die ernsten Strophen davor habe ich nicht etwa übersehen, doch auf deren Inhalt einzugehen ist mir, nun ja, zu persönlich für einen Blog.
Den Zustand des Gequältseins werden nicht wenige Seelen während ihres ‚Interludiums‘ auf der Erde durchleben. Die Gründe sind vielfältig. Doch möglicherweise lautet die ‚Aufgabe‘ dann, nicht länger als unvermeidlich in diesem Zustand zu verharren…halt die nächste Chance zu nutzen (s.o)…und diese manchmal auch für sich selbst zu erschaffen.

Jede(n) von Ihnen, den/die dies betrifft, wünsche ich ganz viel Kraft.

 

Veröffentlicht unter Esoterik, Mythen, Naturwissenschaft, Wissenschaftlichkeit | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ein Brief

Vor einem Jahr (oder ist es schon länger her?) erhielt ich einen Brief.

Darin bekundete ein Leser den Wunsch, einen eigenen Artikel auf dieser Webseite zu platzieren. Darüber hatte ich mich ziemlich gefreut – und die Anfrage wurde von mir im Prinzip positiv (per Email) beantwortet.

Danach verlor ich das Anliegen aus den Augen und aus dem Gedächtnis, sie verlief im Sande.

Falls das Interesse an der Veröffentlichung auch nach so langer Zeit noch besteht, würde ich mich über eine weitere Nachricht freuen.

Veröffentlicht unter Erinnerungen | 2 Kommentare

Was wäre, wenn all diese Phantasien uns um die Ohren fliegen?

Es scheint, dieser Tage fange ich erstmals an, fremdsprachige Songs nicht nur zu hören und zu fühlen, sondern auch deren inhaltliche Bedeutung zu verstehen und zu durchdenken.
Dabei verfangen sich meine Gedanken an den Passagen, Zeilen, Aussagen, die auf irgendeine Weise mit meinem Leben zu tun haben…ist dies diese ‚Resonanz‘, von der Esoteriker so gerne sprechen?

Das Leben, das ist größer, größer als du
Und du bist nicht ich
Was ich alles auf mich nehmen würde…
Die Entfremdung in deinen Augen
Oh nein, ich habe zu viel gesagt
Ich hab’s vermasselt

Das bin ich dort in der Ecke, dort im Rampenlicht
Ich weiß nicht mehr weiter
Bin dabei, meine Religion zu verlieren.
Ich versuche, mit dir mitzuhalten
Und ich weiß nicht, ob ich das hinkriege
Oh nein, ich habe zu viel gesagt
Und doch nicht genug

Ich dachte, ich hörte dich lachen
Ich dachte, ich hörte dich singen
Ich glaube, ich dachte, ich sah, wie du es versuchtest

Mit jedem Flüstern einer jeden wachen Stunde
Wähle ich meine Geständnisse sorgfältig
Und versuche, auf dich aufzupassen
Wie ein verletzter, verlorener und geblendeter Depp – Depp!
Oh nein, ich habe zu viel gesagt, ich hab’s vermasselt.

Erwäge dies hier:
Sieh dies hier als den Ratschlag des Jahrhunderts an
Sieh dies als den Ausrutscher an
Der mich auf die Knie zwang, ich habe versagt
Was wäre, wenn all diese Phantasien
Uns um die Ohren fliegen?
Jetzt hab ich zuviel gesagt…

Aber das war nur ein Traum
Nur ein Traum…

Meine Geständnisse sorgfältig wählen…? Oh bitte, falls ich etwas zu gestehen habe, dann bestimmt nicht öffentlich;) Hm, das ist auch nicht die Passage, die mich eingehend beschäftigt.

All diese Phantasien…

Ja, dort stutze ich – jedesmal, wenn ich diesen REM-Song höre. Es ist, als streife mich eine unheilvolle Ahnung. ‚Losing my Religion‘ betrifft mich zwar nicht direkt …als Erwachsener war ich nie bereit (oder imstande), mich auf eine einzelne Religion festzulegen.
Gleichwohl habe ich einen Glauben, wie jeder von uns: Im Laufe des Lebens konkretisierte Vorstellungen von dem, was da noch sein könnte – größer als wir, umfassender, wissender, machtvoller. Eine übergeordnete, willentlich agierende Intelligenz, aus der wir hervorgegangen sind?

Wer zu keiner Zeit eine ultimative Gewissheit hinsichtlich solcher Vorstellungen und Überlegungen verspürt, bleibt anfällig für Zweifel – von außen, aber auch von innen (ganz ohne einen Anstoß, eine kontroverse Diskussion etc.). Einer dieser Zweifel ist genau dies: Was, wenn all diese Phantasien uns um die Ohren fliegen?
Der Songtexter scheint darin eine Gefahr zu sehen(?): What if all these fantasies come flailing around? – etwas, das über uns wie ein Dreschflegel  hereinbricht.

Tatsache ist aber: In diesem Fall würde nichts, aber auch gar nichts geschehen. Das ist es ja gerade, wir würden unseren Irrtum überhaupt nicht bemerken (können), weil wir dann bereits tot sind: Sofern sämtliche Jenseits- und Gottesvorstellungen reine Phantasien sind, existiert kein jenseitiges Leben.
(Es bliebe eventuell noch die Ausflucht zum Pantheismus, welcher das Göttliche wird im Aufbau und in der Struktur der Natur, des Universums verortet… es existiere in Allem was ist …alle Dinge würden von ihm beseelt.)

Aber keine Game-Welt mit Leveln und Avataren, deren ungeplante Tode vom Spieler jederzeit annuliert werden kann, indem er einen gespeicherten Spielstand neu lädt und sich nochmals der Herausforderung stellt. Naja, nicht ganz so banal, aber liegt darin nicht eine Faszination der VR-Welten, dass der ‚reale Tod‘ gewissermaßen ausgesperrt wird?

Das soll heute keiner meiner endlosen, kaum lesbaren Aufsätze werden…entscheidend ist: „diese Phantasien“ werden uns niemals um die Ohren fliegen, nicht in der Weise, dass wir etwas davon mitbekommen. Ein Grund mehr, jedem seine persönliche Überzeugung zu lassen und sich nicht deswegen gegenseitig abzuschlachten, oder?

 

Veröffentlicht unter Erinnerungen, Glaube, Leben, Vernunft | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Lauter Zombies

Nee, nicht im Songtext…
sondern in dieser Einkaufspassage …da in Drottninggatan (hoffe, das ist richtig buchstabiert):

Achtlos an diesem herausragenden Interpreten vorbei zu gehen, ohne ihm auch nur für 5 Sekunden Beachtung zu schenken – woran erkennt man Zombies zielsicher, wenn nicht genau daran?

Dave Stewart – Zombie (Cranberries cover)

Veröffentlicht unter Leben, Umwelt, Zukunft | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Grönemeyers Kühe oder ‚Was geht ab‘?

25 Jahre meines Lebens und immer noch versuche ich,
das Ziel, diesen großen Berg der Hoffnungen zu erreichen,

auf eine Bestimmung.
Ich begriff schnell, als ich wusste, es war an der Zeit.
Dass die Welt errichtet werde für die Brüderschaft der Menschheit.
…was immer das auch bedeutet.

Und so weine ich manchmal, wenn ich im Bett liege.
Nur um alles herauszubekommen, was in meinem Kopf ist.
Und ich, ich fühle mich ein wenig sonderbar.

So wache ich am Morgen auf und gehe nach draußen.
Ich nehme einen tiefen Atemzug.
Und ich werde ganz schön high,
Und ich schreie aus vollen Kräften:
Was geht hier ab?
(Refrain)

Und ich versuche, oh mein Gott, wie ich es versuche!
Ich versuche es die ganze Zeit …in dieser Einrichtung.
Und ich bete, oh mein Gott, wie ich bete!
Jeden einzelnen Tag bete ich für drastische Veränderung.

Und manchmal weine ich, wenn ich im Bett liege.
Um alles los zu werden, was in meinem Kopf ist.
Und ich, ich fühle mich ein wenig seltsam.

Was geht da ab?
25 Jahre meines Lebens und immer noch versuche ich,
das Ziel, diesen großen Berg der Hoffnungen zu erreichen.

In meinem Fall sind es 2 mal 25 Jahre, und noch ein wenig mehr. Wie hat sich mein Blick auf das Leben seit etwa 1993 verändert? Nun, meine Hoffnungen, Sehnsüchte sowie die Suche nach Antworten auf große Fragen haben sich geordnet und teilweise relativiert.
Was ist mit Gott, der in in diesem Song so eindringlich angerufen wird, wie dies auch in meinem Leben oft geschah? Kurze Antwort: Keine Reaktion, geschweige denn ein ‚Zeichen‘.

Die wichtigere, konkrete Frage: Was ist mit uns Menschen, die wir überwiegend in unreflektiertem Trott umher hetzen und Zielen nachjagen, die kaum unsere eigenen sind? Fast jeder von uns wird zwischendurch mal wach und fragt sich: Was tue ich eigentlich? Sollte so mein Leben aussehen, von dem behauptet wird, es sei einzigartig?

Sofern mein Blickfeld nicht allzu eingeschränkt ist, bleibt es bei dem kurzen Innehalten. Anschließend verhalten wir uns wieder wie Grönemeyers Kühe:

Wir werden dosiert zensiert,
Menschen achtlos diffamiert
wie eine träge Herde Kühe
schau’n wir kurz auf und grasen dann gemütlich weiter.

Das Fernsehen redet uns tot
Pflanzen sterben an Atemnot
wir warten immer zu lange…

Wer ewig schluckt, stirbt von innen.

Herbert Grönemeyer – Jetzt oder nie (Mai 1984)

Klingt das sehr desillusioniert? Dieser Eindruck wäre der falsche, was mich angeht. Mein ‚großer Berg der Hoffnungen – „Brüderlichkeit“, Liebe, Integrität als Leitbild, als real möglicher Konsens für alle, die noch lebendig sind – bestehen weiterhin – nur habe ich inzwischen begriffen: Idealisierung und Illusionen sind halt (leider) nicht mit Wirklichkeit und Gegenwart zu verwechseln… und kaum je in Übereinstimmung zu bringen.

Falls ich in den zweiten 25 Jahren zu einer Erkenntnis gelangt bin, dann ist es diese: Die Menschen um mich herum vermag ich niemals zu verändern – nur mich selbst. Und damit habe ich genug zu tun …möglicherweise bleiben mir ja nochmals 25 Jahre dafür?

Veröffentlicht unter Erinnerungen, Leben | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar