„Beginne bei dir selbst“

Einer der wenigen Wow!-Vorträge auf YT.

Im Grunde hatte ich nach etwas völlig anderem gesucht, so aus der Abteilung ‚Nachdenken und Schmunzeln‘. Doch dieser Trainer Tobias Beck hat etwas Mitreißendes an sich.
In diesem Vortrag wird primär die Liebe in einer Partnerschaft behandelt – und was beide dafür tun können, damit diese Liebe nicht mit jedem Jahr des Zusammenseins ein wenig mehr erstirbt: „…eine emotionale Traumreise durch deine eigene Kindheit und welche Parallelen Beziehungen und Unternehmen haben. Es gibt Gefühle, Tränen und eine Definition davon, was Liebe ist. Weshalb man sich um Kinder kümmern und Gefühle zeigen muss.“

Der leicht zynisch gewordene Dauersingle in mir fragte sich anfangs: Hm, was hat das jetzt mit mir zu tun? Schon lange lebe ich ‚lieber alleine‘, weil es dann weniger Enttäuschungen und vor allem keine Verlustängste gibt. Doch im Laufe des Vortrages wird deutlich: Ganz egal wie der augenblickliche Beziehungsstatus lautet – zuallererst ist die Beziehung zum eigenen Selbst zu ‚klären’… was ganz ohne tiefenpsycholgisches Vokabular und Vorwissen erreicht werden kann.

Und ja, auf das kleine Experiment im Laufe des Vortrages darf man sich ruhig einlassen, es tut auch nicht weh… 😉

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Lernen oder Leiden.

Kein Problem wird gelöst,
wenn wir träge darauf warten, dass Gott sich darum kümmert.

(Martin Luther King)

Die Annahme einer als universelle/r Problemlöser/in agierenden Gottheit setzt deren Allmacht sowie ihren Willen voraus, jeden Vorgang und jeden Sachverhalt willkürlich zu beeinflussen.-
Eben davon gehen viele aus: „Gott ist doch allmächtig.“ Und weil er außerdem  allwissend und wirklich gütig sei, könne er doch dem Leid unschuldiger Kinder entgegenwirken – sofern er denn wollte!

Oder: Wenn es überhaupt einen „Allmächtigen“
gäbe, dann würde er das alles – ‚unverdientes Leid‘ – nicht zulassen.

Diese beiden Sichtweisen seien so nicht stimmig: Der Vortrag von Dr. phil. Günther Schwarz  „Leid – Unrecht – Gewalt – Krieg – Warum lässt Gott das zu?“ befasst sich mit eben dieser Frage: Ist Gott im Hinblick auf die Erde allmächtig?

Das Wort „Allmächtiger“ sei ausschließlich in deutschsprachigen Bibel-Übersetzungen zu finden; in den Ursprachen der Bibel kommt es nicht vor – weil: «Das Wort passt nicht. Es ist kein angemessener Ausdruck. […]
»Gott kann jedes Ziel erreichen, das er erreichen will.
Und er kann jeden Weg gehen, den er dabei gehen will. Er kann aber nicht jedes Ziel auf jedem Wege erreichen.»

⇒ Gegen die freie Entscheidung von Menschen wird Gott seinen Willen nicht durchsetzen. Warum nicht? Schwarz bezeichnet die Willensfreiheit als „unser größtes Erbe, die größte Gabe, die er uns geben konnte“ – selbst sehe ich dies weniger positiv: ist es wirklich ein Geschenk, dass unsere Ethik weniger weit entwickelt ist als unsere Technologie, sodass wir unsere Lebensgrundlagen demontieren und in jedem Krieg, mit jedem Gewaltakt selbstzerstörerisch agieren können?

Tatsache ist wohl: Wir sind keine Roboter, …sondern frei wählende Wesen, die sich gegen ihn, gegen seinen Willen entscheiden können –und von Anfang an konnten!
Wenn wir aber die freie Wahl haben, dann tragen wir die Verantwortung selbst.

«[Die Macht Gottes] ist für uns unvorstellbar. Aber er hat sie, um uns so sein zu lassen, wie er uns haben wollte, beschnitten.
…Ich meine natürlich nicht nur die, die hier eingekörpert sind auf der Erde, sondern alle seine Kinder. Geistige Wesen im ganzen All, ob im Körper oder außerhalb des Körpers. Das war seiner würdig. War riskant, aber seiner würdig.»

Leid, Unrecht, Gewalt, Krieg sind gegen seinen Willen, gegen seine Ordnung, gegen die von ihm geschaffene Harmonie. Gott schreitet aber trotzdem nicht ein, „damit wir unseren Weg zu Ende gehen können und am Ende lernen, wohin es führt, wenn einer sich auf seinem Wege von Gott weg begibt“ – entsprechend dem Gleichnis vom verlorenen Sohn.

«Leid entsteht – weil du die Zeit deiner Prüfung nicht erkannt hast
Womit befassen wir uns die meiste Zeit unseres Lebens?
Vielfach dreht sich unser Denken und Handeln um vergänglichem Tand – dabei gegen die Ambitionen oftmals weit über den Bedarf eines bodenständigen Daseins hinaus – sowie mit seichter Ablenkung. Dem zugrunde liegt ein fataler Denkfehler: ‚Ich habe nur dieses eine Leben …und weil es ist so schnell vorüber ist, nehme ich mir, was ich kriegen kann… und genieße, solange es geht.‘
Auch etliche religiöse Menschen scheinen so zu denken, sofern sie ihr Herz an irdische Reichtümer hängen und von diesem Streben nach materieller Sicherheit, Prestige & Status regelrecht ‚besessen‘. So ganz bin ich selbst diese ungesunde Lebensausrichtung bis heute nicht losgeworden, wenngleich die Prioritäten nun verschoben sind.

«Ihr sollt vollkommen werden auf der Erde, wie Abba – der Vater – vollkommen ist in den Himmeln!»
Davon ist die heutige Menschheit weit entfernt. Ohne eine Vorgeschichte – lässt sich nicht einleuchtend erklären, weshalb wir vermeintlich grundlos vom Leid betroffen werden.

Wie konnte es so weit kommen?

In einem weiteren Vortrag (Die esoterische Lehre Jesu) erklärt Dr. Schwarz:

Harmonie ist das Urprinzip jener Ordnung. Und Kern der Harmonie ist die Liebe. Die Liebe zu sich selbst und die Liebe zum anderen verlangt Respekt vor dem anderen, Achtung vor ihm; das Seine zu schützen, nicht anzutasten, sich keine Übergriffe zu erlauben; nichts für sich wollen, sondern wollen für die Gesamtheit…

Dieses Prinzip war ein fruchtbares Prinzip. Es gestattete jedem, sich frei zu entfalten, mit der Möglichkeit grenzenloser Entfaltung in alle Zukunft.

  • Wir waren in jenen Anfängen da, in der geistigen, in der spirituellen Welt, als unmittelbar aus Gott Hervorgegangene. Wir waren da. Das heißt, wir leben jetzt seit undenklichen Zeiten – und sind nicht etwa mit unserer Geburt oder Zeugung ins Leben gekommen.
  • Was mit unserer Zeugung und Geburt begann, ist eine Episode,…das mit dem Tod nicht etwa endet, sondern weitergeht, und mit der Geburt nicht etwa begann, sondern undenkliche Zeiten an Leben bereits hinter sich hat.

Damit schließt sich so langsam der Kreis zu jenen Themen, Autoren und Überzeugungen, um welche ich auch mit diesem Blog seit Jahren kreiste:

Was wir heute ernten, haben wir in unsere früheren Leben mit all ihren Entscheidungen und Fehlern selbst gesät. Gott ist kein schlechter Pädagoge, der uns mit Strafen aus purer Rache belegen würde, welche von uns nicht in in einen Zusammenhang mit eigenem schuldhaften Handeln gebracht werden könnten.

«Er erzieht uns. Er schult uns,… er schult uns auf dem Wege, auf dem alleine das möglich ist: nämlich durch Selbstschulung, durch Selbsterziehung.
Aber bevor man das kann, sich selbst in Pflicht nehmen, muss man erkannt haben. Erkannt, woher komme ich. Erkannt, wozu bin ich hier. Erkannt, wohin führt mein Weg.»

Dargestellt habe Jesus das in dem Gleichnis vom verlorenen Sohn. «Dieser mein Sohn war tot und ist wiederbelebt worden.» Das Gleichnis vermittle einen Abriss, der unser ganzes Sein umspannt: von unserem Ursprung aus Gott und unsere lange währende, schrittweise Rückkehr zu ihm.

«An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?
»
Matthäus 7,16; Lukas 6,44:

Hier geht es um Saat und Ernte (was wir ernten, wurde von uns gesät), also um die Kausalität, das Prinzip von Ursache und Wirkung:
Wo Gesinnungen wie Härte, Herausforderung, Rachsucht, Hass, Unterdrückung wie Unkraut wuchern und zunehmen, ist ein harmonischer Zustand des Heil-seins, des Friedens und der Freude nun einmal nicht zu erwarten. (Falls Sie, liebe/r Leser/in, sich nun fragen „Was hat das mit mir zu tun? Ich trage weder Hass noch Rachsucht und auch keine unmenschliche Härte in mir“, dann geht es Ihnen im Grunde wie mir. Bloß, diese Einschränkung müssen wir uns wohl gefallen lassen: → Heute betreffen solche Wesensmerkmale uns nicht, vielleicht niemals in diesem Leben! Aber was wissen wir davon, wie wir davor – in früheren Leben – gesinnt waren, dachten und handelten?

Wer die Möglichkeit einer wiederholten Wiedergeburt (noch) ablehnt, kommt an dieser Stelle (noch) nicht weiter! Die furchtbaren Leiden eines gequälten oder unheilbar kranken Kleinkindes lassen sich niemals in akzeptabler Weise einordnen, solange nur diese eine winzige Lebensspanne jener geplagten Würmchen gesehen wird. Natürlich sind nicht allein Kinder in ihrem Leid gefangen, doch die Tragik ihres Nichtverstehenkönnens macht die Frage nach dem Sinn solchen Leidens um so dringlicher und berührender.
Auf diese Schwierigkeit, diesen Konflikt mit der üblicherweise vertretenen christlichen Glaubenslehre (katholisch wie evangelisch) geht Günther Schwarz explizit ein:

«Also doch Reinkarnation? Also doch Wiedergeburt? Hier kommen wir an einen kritischen Punkt. Wer da anderer Meinung ist, möge mir vergeben, wenn ich sage: Lies einmal genau nach in den Evangelien. Da wirst du genügend Belege finden aus dem Munde Jesu. Aber nicht nur bei Jesus, auch bei den Kirchenvätern.
Einer der Kirchenväter, Hieronymus, schrieb in einem seiner Briefe,  an Demitrias“:
„Die Lehre von der Wiedergeburt wurde seit ältesten Zeiten den Wenigen verkündet als ein überlieferter Glaube, der nicht öffentlich verbreitet wurde.»A

Warum lehrt Kirche die Reinkarnation nicht?

Die lutherische Kirche lehrt zwei Sakramente, die katholische sieben. Luther sagt von der Taufe und vom Abendmahl: „Sie erlösen von Sünde, Tod und Teufel.“
⇒ Nach der Lehre Jesu bewirkt… die Wiedergeburt die Rückkehr zum Vater, auf einem langen Weg; für die Kirche ist Erlösung bereits allein durch die Sakramente (und nur für zahlende Mitlieder) möglich. «Das eine schließt das andere aus. Und da die Kirche nicht von den Sakramenten lässt – noch nicht! – kann sie die Reinkarnation nicht lehren.»

Das ‚göttliche Schulungsprinzip‘ – Reinkarnation und Karma – fordert einen aktiven Beitrag ein: Streben nach (und Erbitten) spiritueller Erkenntnis.  Lernen, „die Lasten, die mich niederdrücken, abzuwerfen“. Es genügt nicht, wenn mir die Sünden durch einen Pfarrer nach der Beichte vergeben werden. Zum einen werde ich mir selbst vergeben müssen, mich alsdann um einen echten Aussöhnung mit von mir verletzten Personen bemühen.
Das Wichtigste jedoch:
Ich muss an mir arbeiten. Das schädliche Fehlverhalten abstellen – gar nicht leicht, sofern es in Fleisch und Blut übergegangen ist. Die meisten von uns sind keine Schläger, Raubmörder oder Vergewaltiger, doch ‚vollkommen‘ sind wir genauso wenig:

  • Welchen besitzt der Begriff Nächstenliebe im Denken, Trachten und Handeln der Menschen hierzulande – oder in den Medien? Dies ist einer der Punkte, wo ich mich getrost an die eigene Nase fassen sollte.
  • Wie oft verdrehen, verzerren wir die Wahrheit aus Bequemlichkeit und ‚Rücksichtnahme‘ …mitunter ein automatischer Reflex.
  • Üble Nachrede – was die Bibel ein falsches Zeugnis wider den Nächsten nennt – lässt sich täglich beobachten. In der Politik sowieso, aber auch im allgemeinen Umgang. Es ist so einfach, voller Selbstgerechtigkeit die Verantwortung für Unzulänglichkeiten auf andere abzuwälzen.
  • Mit sexueller Freizügigkeit habe ich kein Problem, sofern sie offen und aufrichtig gelebt wird. Doch längst werden Ehebruch bzw. heimliche Untreue in einer festen Partnerschaft vermarktet, ausdrücklich in der Werbung angepriesen – Apps und Online-Portale ködern mit dem Label „Fremdgehen“. Wer denkt schon daran, dass aus solchem Verhalten am Ende doch Streit, Unzufriedenheit, ggf. die Zerstörung der Partnerschaft sowie und womöglich eine fiese Geschlechtskrankheit resultieren.
  • Geiz ist nicht geil! Rücksichtslose Gewinnmaximierung zulasten der am Wertschöpfungsprozess Beteiligten stellt erst recht keine Tugend dar. Materielle und soziale Verlustängste eine Lebenseinstellung wie ‚Nie mehr lasse ich mir etwas wegnehmen‘ – mindern die eigene Lebensqualität erheblich.

Tja, aber wie Schwarz schon sagte: zu einer echten Veränderung im Denken und Wesen einer Person bedarf es einer hinreichend starken Motivation – etwa indem überhaupt erst der Wunsch entsteht nach dieser Rückkehr, diesem Einssein mit Gott. Nicht wenige der heute lebenden Menschen verspüren diesen Impuls kaum. Zum Ende hin, ja, sobald die verbleibende Zeit merklich knapper wird, kommt zuweilen furchtsames Nachdenken auf… bloß, dann ist es für größere Lernschritte reichlich spät, denn diese brauchen Zeit.
Tröstlich ist dennoch: wer vor lauter Trödeln und Konsumieren die zentrale Sinn- und Zielgebung seines Lebens verpasst, wird deswegen nicht einer zeitlosen Verdammnis überantwortet. Sondern er hat das ‚Klassenziel‘ nicht erreicht und wird diese Klasse in einem weiteren Leben wiederholen.B

(Keine) Gebetserhörung?

Beispiel Krieg und Frieden: Wenn wir Menschen den Frieden wollen … dann müsse dieser Wunsch anfangen in unseren Köpfen, spürbar werden in unseren Herzen. Und unser Handeln muss damit übereinstimmen. «Es ist geradezu töricht, Berge von Waffen zu schmieden und zu verkaufen und wenn es dann kracht, Gott um Frieden zu bitten, dass er den Frieden machen solle. Nö, so läuft das nicht, den müssen wir selber machen.»

Bei den Einstellungen, die wir haben, bei den Handlungsweisen, mit denen wir umgehen, sei einstweilen auf der Erde kein Paradies zu erwarten, sondern Leid, Unrecht, Gewalt und Krieg. «Wenn wir aber die Verursacher sind, wie könnten wir uns dann hinstellen und sagen: wenn es einen Gott gäbe, würde er das nicht zulassen? Es ist doch unser, der Menschen Wunsch und Wille! So sind wir doch, wir Menschen!»

Mit Gebeten verhalte es sich ganz ähnlich:
«‹Gibt es unter euch einen Vater, den sein Sohn um ein Brot bittet
und er gibt ihm einen Stein?› Nur müssen die Bitten stimmen. …Nämlich um Erkenntnis, um den Weg, den wir gehen sollen, und um den Einlass in …die geistige, in die spirituelle Welt. Also Bitten, die darauf zielen, Bitten, die dem dienen, da verfährt Gott so.-

Die Rolle Jesu im ‚göttlichen Schulungssystem‘

Aus diesem Blickwinkel kann, muss ich einräumen: Meine eigenen Bitten (um Erkennen, Verstehen, ‚um ein Weiterkommen in meinem Verstehen‘, was es mit dieser Welt und mit uns auf sich hat…) wurden erfüllt. Nicht immer sofort – das ist ja nicht wie bei der Zahnfee! Auch ist dieser Erkenntnisprozess noch lange nicht abgeschlossen, und die Umsetzung gleich gar nicht.
Doch es war schon so: in verkraftbaren Schritten, auch mit den (in meiner Ungeduld nicht immer als notwendig eingesehenen) ‚Verdauungspausen‘, wurde ich auf diesem Weg des Lernens und Verstehens voran geführt. Mitunter war erstaunlich, wie ich just im richtigen Moment dem neuen Text, dem bis dato unbekannten Autor begegnete, der ‚gebraucht‘ wurde, um das Puzzle ein wenig mehr zu vervollständigen.

Was mir indessen bis in diese Tage fehlte, war eine kohärente Integration der Person Jesu in mein Weltbild.
Denn zeitlebens war ich nur mit dem Kirchen-Jesus vertraut. Wenn der Weg zum Heil, zurück zu Gott so unsagbar schmal war (vgl. Mt 7,14), dass nur ganz wenige die erforderliche Vollkommenheit erlangen würden, …nun, dann wäre einer wie ich kaum Teil dieser elitären Kleingruppe. Träge, zu inkonsequent und oftmals halbherzig in meiner Veränderungsbereitschaft war ich, um solch besonderen Lohn zu erhoffen.
Auch hatte Jesus dem Vernehmen nach betont, nur durch ihn könnten wir (also einige wenige von uns) zum Vater gelangen – ich sah darin eine ähnliche Drohbotschaft, wie ich sie von der RKK kannte. Nein, mit diesem Jesus wusste ich nicht sehr viel anfangen.

Erst die Einordnung der Lehre Jesu in das ‚göttliche Schulungsprinzip‘ von Karma und Reinkarnation ermöglicht mir die Revision dieser doch reichlich verbohrten Sicht auf Jesus: Dass der Weg ’nach Hause‘ schmal und beschwerlich ist, bedeutet nicht, dass nicht jeder von uns ihn einmal beschreiten darf!
Sondern: ‚Nicht alle gleichzeitig‘ und ein Spaziergang wird das auch nicht. Denn die Voraussetzungen müssen erfüllt sein, d.h. der Erkenntnis- sowie vor allem der Lern- und Läuterungsprozess muss abgeschlossen worden sein. Damit wird klar: es kann unter Umständen noch viele Lebensspannen dauern, bis wir so weit sind.

Die Rekonstruktion der ursprünglichen Worte Jesu lässt so viele Zitate in einem völlig anderen Licht erscheinen,  Dr. Schwarz erläutert nun anhand zahlreicher Zitate und Beispiele, wie Jesus uns als Lehrer zum persönlichen Führer auf diesem langen, oft mühsamen Weg zurück werden könne. «Wenn wir also bitten um das, was wir zum Leben brauchen, körperlich-materiell, geistig-spirituell, dann werden wir das bekommen.»

Das ‚Zauberwort‘ indes lautet Selbstentwicklung («bitteschön nicht Selbsterlösung, das ist ein ganz anderes Thema»). Mit Betonung auf Selbst, also auf Eigenanteil, auf Eigenleistung:
«Der verlorene Sohn… er musste jeden Schritt, der ihn vom Vater trennte, gehen, auf eigenen Füßen. Das wird immer übersehen, wenn jemand sagt, die Gnade Gottes macht das alles. Nein, die Gnade Gottes habe ich eben erwähnt: das Herabströmen von oben. Aber wer das nicht tankt, dessen Benzintank ist leer. Fahren Sie mal mit einem leeren Tank.»

In unser Treiben, unsere Konflikte hier auf der Erde mischt Gott sich nicht ein. „Denn wenn er das täte, dann brächte er sich um den Effekt des ganzen. Und er brächte uns um den Effekt des ganzen. Nämlich, dass wir lernten, Unrecht, Gewalt, Krieg zu vermeiden.“

Einwand: Niemand verändert sich wirklich.

Falls es stimmt und wir viele Lebensspannen durchlaufen, um schrittweise zu reifen…nun, dies kann nur gelingen, sofern wir zu tiefgreifender charakterlicher Veränderung überhaupt imstande sind. Erfahrungsbedingte Zweifel daran sind verständlich – wie viele durch und durch geläuterte, zum Positiven gewandelte Personen kennt man denn so? Der Geist mag ja willig sein, aber das Fleisch bleibt eher schwach und träge…

An dieser Stelle sei wiederum auf die Vorgeschichte (s.o.) verwiesen, d.h. die möglichen Vorleben. Ein Prozess tiefgreifender Charakterformung geschieht überaus langsam, sichtbar würde er wohl nur, hätten wir die Vergleichsmöglichkeit, d.h. wie wir vorhergehenden Leben waren.

Der Blick auf den Homo Sapiens insgesamt fällt entmutigend aus: Das Bild einer kriegerischen, in hohem Maße selbstzerstörerischen Spezies hat sich abgesehen von technologischen Innovationen seit Jahrtausenden im Kern nicht verändert – die heutige Menschheit setzt zusätzlich alles daran, die Erde zu zerstören. «Sie morden sich gegenseitig, setzen radioaktives Material frei, vergiften die gesamte Biosphäre, heizen die Atmosphäre auf. Wälder werden ohne jedes Bedenken abgeholzt, Tiere aus ihren Heimen vertrieben oder ganz ausgerottet. Gleichzeitig feiert sie den technischen Fortschritt…»

Nur, ist diese diese Betrachtungsweise hilfreich oder mündet sie in eine Sackgasse. Wir Menschen sind zwar soziale, aber keine Schwarmwesen. Nein, wir sind Individuen – Einzelseelen, wie Schwarz schreibt – und den langen Weg zurück treten wir einzeln an, Anders wäre es auch kaum möglich, bedenkt man unsere ganz und gar unterschiedlichen Entwicklungsstände.
Dass die heutige Menschheit einen weithin ungünstigen Weg nimmt, lässt sich wohl konstatieren – dieser sagt indes nichts über den geistig-spirituellen Weg einzelner Personen aus.

Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem du die hundertprozentige Verantwortung für dein Tun übernimmst.” (Dante)

Quellenangabe und Literaturhinweis

Anmerkungen

A -Weitere angeführte Belege lassen sich in dem verlinkten Vortrag nachlesen, Schwarz verweist u.a. auf Johannes Kap. 3: Die entscheidende Frage, die der Rabbi Nikodemus hatte: «Wie kann man eingelassen werden in die Herrschaft Gottes, in die Himmelsherrschaft?»; Jesus sagt: «Ohne Wiedergeburt läuft gar nichts!»

B – Die aufgeführten und verwandte Aktivitäten sind nicht notwendigerweise verwerflich, soweit sie niemandem Schaden zufügen – nur: sie bringen uns spirituell kein bisschen weiter. Es ist zutiefst bedauerlich, wenn ein Leben außerhalb der Arbeitszeit weitgehend für Fußballgucken, Sauforgien und anschließendes Auskatern ver(sch)wendet wird – aber „böse“ ist daran wohl nichts.

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„Sieht nice aus, Bro!“

Menschen allein wegen ihrer Klamotten zu beurteilen – und nicht mal, ob man diese schick, elegant oder örrrks findet, sondern allein anhand ihres Kaufpreises – hat sich mal wieder eingebürgert.

Übrigens betrifft dies nicht ‚diese‘ Jugend, nein, diese verkehrte Sicht kam auch in früheren Generationen vor, zB in meiner: Damals hatten wir auffällig frisierte Popper – und Popper-Wannabe’s, die äußerlich weniger auffielen, aber (mit 14) einen Kaschmir-Schal demonstrativ spazieren trugen. Das Teil kostete wohl 200 Mark (für die 80er schon nicht schlecht) und sollte seinen Träger ‚über die Masse erheben‘.
Ich? – „Neeiiin, so bekloppt bin iiiiich nie gewesen“… da ich mir die Kaschmir-Stola von den erteilten Nachilfe-Stunden nicht leisten konnte. Gleichwohl sparte auch ich Monate auf neue Statussymbole, auf die ich Monate sparte: den Vogel schoss ein ‚Original-‚ ab, schweineteuer und ständig sah man einen neuen Fleck. (‚Schau mir in die Augen, Kleines‘ … 😉

Später dann, mit mehr Kohle und immer noch zu wenig Selbstwert, wertete ich ‚mich‘ mit Uhrenmarken auf: „voll Understatement“, sahen zwar „boah, ist die aber flach!“ und elegant aus, wurden aber selten ‚erkannt’…und rangierten preislich auch nicht auf Rolex- und Breitling-Level.
Wie so oft gilt: da sitze ich im Glashaus und habe keinen Grund, verbale Steine auf jene zu schleudern, die heute genauso drauf sind wie ich vor ca. 35 Jahren.
(Ganz ehrlich? Diesen Superflache-Uhren-Tick habe ich bis heute nicht vollständig abgelegt… nur gehen die zu schnell kaputt. Heute zählt Originalität statt Kaufpreis; und ich bilde mir nicht länger ein, mein Handgelenk-Schmuck sei imstande, mich in den Augen anderer Leute in irgendeiner Weise aufzuwerten.)

Um so mehr gefallen mir heute Songs und Meinungen, die sich von der Tendenz absetzen, Menschen nach ihrem Geldbeutel oder ihrer Fassade aus vorgezeigten Statussymbolen zu beurteilen.

„Wieviel ist dein Outfit wert?“ – Kummer

Diese Welt ist eingeteilt in Gewinner und Verlierer
Zwischen abgetragene Klamotten der Geschwister rocken
Und siebzig Euro für paar Gucci Socken
Solidarität hat Grenzen, du würdest armen Menschen ja zur Seite steh’n
Wenn sie es schaffen würden einfach bisschen geiler auszuseh’n.

„Ja, was hab‘ ich bezahlt, oder was? “
„Ja?“
„Ja, so 7.000 Euro!“
„Moncler, 3.700.“
„Gucci-Hemd, 900.“
„Ähm, Louis Vuitton Ankle Boots, 1.500.“
„Sieht nice aus, Bro!“

Yeah, du hast immer viel gelacht
Über Kinder aus dem Plattenbaugebiet am Rand der Stadt
Was tragen die für Sachen? Haben die keinen Geschmack?
Warum komm’n die mit der Straßenbahn und werden nicht gebracht?
Falscher Rucksack, falsche Jeans, alle seh’n den Unterschied
Hundert Euro liegen zwischen angeseh’n und unbeliebt

Hm, woran erkennt man einen Gewinner?

Dazu müsste erst mal abgeklärt werden, was einen Gewinner auszeichnet. Die Antwort auf diese Frage sieht mit 15 anders aus als mit 30 und erst recht gewinnt man als Ü50er eine veränderte Sichtweise: Bereits heute ist mir überdeutlich bewusst, allen Besitz und das ganze Prestige-Zeug kann ich nicht ‚mitnehmen‘. 

Zudem impliziert Gewinnen eine Gegnerschaft ⇒ muss es auch Verlierer geben? Dieser vergleichende Blick verliert auf der Zielgeraden komplett an Bedeutung. Manch einer verspürt nun den Wunsch, ein Vermächtnis zu hinterlassen und nicht alsbald in Vergessenheit zu geraten. Das Prädikat ‚war immer mit Markenklamotten ausgestattet‚ entbehrt diesbezüglich jeglicher Relevanz.
Statt dessen richtet sich der Blick vielleicht auf Leistungen, welche die eigene Lebensspanne überdauern mögen – doch wie vielen von uns gelingt dies?

Eine zentrale Frage lautet nun: Wie ist das Leben, welches ich geführt habe, zu beurteilen? Nach welchen Kriterien?

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Offline – No Magenta Love

Dass Abhängigkeiten erst richtig bemerkt werden, sobald ein Verzicht eintritt… längst eine Binsenweisheit. Ebenso: ein erzwungener Verzicht wirkt herber als eine freiwillige ‚Diät‘. Herb war sie durchaus, meine Einsicht: Wie abhängig ich doch von einem funktionierenden Internetzugang bin.

„Ich hab‘ doch alles schön bezahlt, also macht euer’n Job!“

Unser Straße sollte auf Glasfaser umgestellt werden, dazu war der Besuch eines Technikers avisiert worden. Bloß, der Techniker kam nicht im genannten Zeitfenster, vier Stunden umsonst gewartet – keine Ahnung woran‘s gelegen hat. Ein neuer Termin wurde in genau 14 Tage später anberaumt – und in der Zwischenzeit war mein Online-Zugang tot. Offenbar war meine alte Leitung überaus pünktlich abgeschaltet worden…alles Meckern und Bitten half nichts:

Damit werden Sie sich jetzt abfinden müssen!

Rasch eine Beschwerde per Mail versenden? Ging ja nicht, hätte auch wenig gefruchtet – denn mein Provider war weitgehend unschuldig: die Umstellung fiel in den umfänglichen Lebensbereich „Spaß mit der Telekom“. Verärgert war ich über die Behauptung des mir leider unbekannten Magenta-Servicepersonals gegenüber meinem Provider, man habe niemanden in meiner Wohnung angetroffen – eine glatte Unwahrheit.

Also alles per Smartphone? Nee… zwar besitze ich so ein 5 Jahre altes Teil, zum Telefonieren (zum Beispiel in diesen 2 Wochen, da mein Festnetz ja ebenfalls tot war). Als eher konservativer Anwender

Scherzhaftes Smombie-Warnschild

brauche ich einen richtigen Bildschirm, auf dem ich auch etwas erkennen kann – sowie eine ordentliche Tastatur, die nicht dermaßen filigran ausgelegt ist, dass ich andauernd 2-3 Tasten gleichzeitig drücke. Nein, ein Smombie werde ich in diesem Leben wohl nicht werden.

Sicher, ohne Internet, Mail und Festnetz kann man auch überleben; das ist nicht der Punkt. Auch finden sich bereichernde Freizeitbeschäftigungen, die offline bestens funktionieren. Dennoch, viele in Fleisch und Blut übergegangene Gewohnheiten stehen plötzlich nicht mehr zur Verfügung:

  • Keine Mails. SMS und WhatsApp nutze ich ganz selten, abkürzungsfreie Kommunikation in ganzen Sätzen ist mir lieber. Also mache ich das bis heute so, wie bis vor ca. 10 Jahren auch alle anderen verständigten: in Gesprächen, Telefonaten und mit Mails. Zudem empfange ich täglich ein paar Newsletter…man will ja nix wichtiges verpassen…
    All das war nun erstmal weg.
  • Rasch mal was nachlesen…einen aufgeschnappten Bergriff, einen geschichtlichen Hintergrund überfliegen – einstweilen gestrichen.
    Wikipedia und ähnliche Online-Nachschlagewerke stellen für mich bis heute eine überaus wertgeschätzte Bereicherung meines Lebens dar. Noch gut erinnere mich an den klassischen Recherche-Aufwand für ein 15-Minuten-Referat in der Schule, an meine Aufenthalte in Bibliotheken während der Uni-Zeit.Tägliche Nachrichten-Überblick: üblicherweise lese ich Schlagzeilen auf einem News-Überblick im Web und rufe jene Artikel auf, welche mich weitergehend interessieren. Die TV-Nachrichten setzen meist andere Schwerpunkte als ich selbst: sie sind da über-ausführlich, wo mir die Information in einer kurzen Aussage ausreicht, aber vieles für mich Relevante erwähnen sie allenfalls am Rande. Zudem enthalten sie fast immer einen Sportteil, der für mich ganz und gar überflüssig ist… warum sollten mich die körperlichen Bestleistungen anderer Menschen tangieren, für meine Komplexe (weil ich soo unsportlich bin) sorge ich schon selber.
  • Abendliche Filme? Auch Fehlanzeige.
    Dazu muss ich gestehen, für Krimis (jeder noch so kleine Ort und wohl auch jede Nordsee-Insel hat inzwischen wohl ‚ihr‘ eigenes Krimi-Format?), laufende Morde und übermäßig gewaltbetonte Formate hab‘ ich keine Verwendung. Auch lehne ich es ab, mich in 11-minütigen Abständen über rezeptfreie Medikamente, Sex Toys und Rasiercreme zulabern zu lassen.
    In Wahrheit lese lese ich ohnehin weit mehr, als sich ‚TV‘ gucke. Einen guten Film weiß ich zwar zu schätzen, weshalb ich einen On-demand-Streamingdienst nutze ⇒ Ja, genau:ganz ohne enervierend eingestreute Verbraucherinformationen „guck‘ ich Netflix und chille…und gestalte mir die Welt wie ich will“ 😉 ↓

(Apropos, dieser Künstler The Tirow hätte für meinen Geschmack viel, viel mehr Aufmerksamkeit verdient, dazu an anderer Stelle ein wenig mehr…

  • Mit Musik verhält es sich ähnlich: um den ganzen Tag ein und demselben Radiosender Gehör zu schenken, bin ich viel zu sprung- und launenhaft. Lieber nutze ich auch hier einen weiteren Streamingdienst oder lasse das Videoportal einfach machen. Mit der Auswahl von 2,3 Stücken habe ich ja eine ungefähre Richtung vorgegeben, die anschließenden automatischen Vorschläge passen überraschend gut dazu. Auch diese Form des Musikhörens war nun …erstmal weg.

Das Leben geht weiter…

Tja, was soll ich sagen: von jetzt auf gleich hatte ich deutlich mehr unverplante Zeit. Man könnte auch sagen, am Tag 1 ohne Internet war ich ein bisschen ratlos: was sollte ich mit mir anfangen?
Nun bin ich ein eher rastloser Geist und mein Notebook war ja intakt geblieben – für den Fall der Fälle hätte ich noch ein altes Netbook …und falls beide verrecken, einen Ebook-Reader. (Wirklich tödlich wäre nur ein anhaltender Stromausfall, klar, dann ginge gar nichts mehr und der Kühlschrank wäre bald ein Biotop für das Große Krabbeln.)

Auch hatte auf dem Notebook mein persönlicher Ordner „Später Lesen!“ überraschende Ausmaße angenommen, weil ich in meinem abendlichen Überfliegermodus einzelne, nein, überaus zahlreiche Texte und Artikel aus dem dort abgelegt hatte… um sie dann alsbald zu Gemüte zu führen. Seit 2013 hatten sich so an die zweitausend kurze bis mittellange PDFs angesammelt.
Diesen Schatz würde ich nun heben…naja, einen Teil davon, bis Internet wieder geht.

Somit verbrachte ich einen Teil der spontan zurück erlangten Freizeit damit, Kommentare, Rezensionen und Filmkritiken zu studieren, die je nach Liegezeit im o.a. Verzeichnis doch ein klein wenig veraltet waren. Spannend war dies trotzdem und mir wurde erneut das Ausmaß der regelrecht gehetzten Konsumption von Inhalten bewusst, wie ich ihn an normalen Tagen betreibe:
Ein Buch lese ich schon noch von Anfang bis Ende, sofern es mich fesselt. Doch darüber hinaus ist meine bewusste(?) Wahrnehmung in bedenklicher Weise sprunghaft-selektiv geworden – es gibt immer, wirklich immer etwas Neues, was ich gleichfalls erfassen, erfahren, nicht verpassen will… nur kommt dabei der Tiefgang, eine mir an sich doch eigene Gründlichkeit, bei weitem zu kurz.

Mucke & Filme waren auch nicht wirklich ein Problem. Sicher, offline war die Auswahl naturgemäß begrenzt …wann hatte ich zum Letzten Mal eine richtige CD gehört? Das muss so 2015 gewesen sein, nach der Staubschicht auf den CD-Hüllen zu urteilen. Vor meinem Eintritt in die Immer-Online-Lebensphase hatte ich auch eine ganze Reihe DVDs erworben, insofern musste ich auch jetzt nicht ‚darben‘.

Telefonate erledige ich normalerweise über‘s Festnetz, weshalb auf dem klapprigen Smartphone fast nur Notfall- und Ärzte-Nummern gespeichert sind. Auch scheint es, soweit ich als technischer Laie dies den Expertenmeinungen entnehme, wirklich ungesund zu sein, sich diesen Strahlengenerator über lange Zeiträume ans Ohr zu halten. (Bei WLAN ist die Sendeleistung (und -strahlung) in der Regel niedriger als bei den Mobilfunkstandards UMTS, GSM und LTE.)
Weil die Abschaltung der alten Leitung unangekündigt erfolgt war, hatte ich auch niemanden vorher informieren können, weshalb ich die kommenden 14 Tage nicht so zu erreichen wäre wie sonst.

Logisch, auch dieses Problem ließ sich lösen: Nummern raussuchen und eine Sammel-SMS (arrrghh, dieses mikroskopische Eintipfeln) versenden, damit sich keiner unnötig sorgt.

Fazit: An einem echten Mangel habe ich nicht gelitten.

Aber ich war nicht mehr dabei; manches war ‚anders als sonst‘, man könnte auch sagen: ein bisschen weniger bequem.
Ja, und gestern war es dann so weit: der Techniker kam, wurschtelte an meiner Telefondose und anschließend noch im Keller, was keine 10 Minuten beanspruchte – und wenig später war mein Zugang wieder intakt.

Auch interessant: Mein Notebook weist rudimentäre Merkmale von Leben auf…Jedenfalls stürzte es sich schnaufend und vor Freude quietschend auf die ganzen Daten, Updates usw., welche sich in zwei Wochen angesammelt hatten und nun in einem Rutsch abgerufen werden konnten. Damit hatte ‚die Kleine‘ (mein Notebook ist selbstverständlich als Frau mit rauchiger Stimme vermenschlicht 😉 eine ganze Weile zu tun.

Alles nur wegen der Telekom – ExeCute

 

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Nachlese: Sturm auf Area 51 und ‚Laufen wie Naruto’…

Das Thema ist eigentlich schon längst durch, aber ich muss immer noch darüber schmunzeln: Auf der Suche nach versteckten Aliens versammelten sich zahlreiche Menschen am Wochenende in dem kleinen Ort Rachel (Nevada) – eigentlich, um die legendäre US-Militärbasis „Area 51“ zu stürmen. (Vgl.Emergency order issued for Area 51)

„Ein historischer Moment“??

Ende Juni hatte der Student Matty Roberts ein Facebook-Event erstellt und dazu aufgerufen, am 19. September 2019 jenes Sperrgebiet zu stürmen, über das sich seit Jahrzehnten abenteuerliche Gerüchte über abgestürzte UFOs, deren außerirdische Besatzung sowie militärische Geheimprojekte halten. Die Resonanz war erstaunlich groß: Verabredet hatten sich rund 2.000.000 Menschen sich auf Facebook verabredet, erschienen sind rund 3.000 (die meisten ohne Aluhut), die friedlich in der Wüste feierten.

Hm, als begeisterter Science-Fiction-Fan bin auch ich neugierig, was sich in den diversen geheimen Militärbasen weltweit wohl verbirgt – einen Konflikt mit bewaffneten Sicherheitskräften würde ich dafür nicht einmal in Erwägung ziehen.
Von daher halte ich auch entsprechende Aufrufe für bedenklich, denn eine Handvoll Übereifriger findet sich doch meistens:
Einzelne Besucher nahmen den Aufruf offenbar ernst und versuchten allen Ernstes diese durch bewaffnetes Personal gesicherte Basis der US-Armee zu stürmen. Bevor die UFO-Fans aber an den Toren der Anlage ankamen, wurden sie von einem wohl erst kürzlich ausgelegten Stacheldraht aufgehalten – anscheinend nahm selbst das US-Militär die Facebook-Ankündigung nicht ganz auf die leichte Schulter. Eine Frau habe versucht, unter dem Stacheldraht hindurch zu kriechen, sei jedoch von Sicherheitskräften ‚mitgenommen‘ worden.

Und dann ereignete sich offenbar noch eine „Sensation“, zu der mir das Hintergrund-Verständnis fehlt: Die meiste Aufmerksamkeit habe der Naruto-Runner auf sich gezogen, der hinter einem Reporter gesichtet wurde.

 

Das sagte mir alles gar nichts, vermutlich weil ich kaum asiatische Animes anschaue.

What is a Naruto run? (via metro.co.uk)

„For anyone who isn’t well-versed in anime-lingo, a Naruto or ninja run is a style of running in which person or character runs leaning forward with their arms stretched out behind them. It’s named after the way characters run in the anime series Naruto and became a widely-spread meme.

In recent years, Naruto running in large groups in real life became popular with fans of the show and of anime in general. It’s worth pointing out that Naruto running will not improve your chances of out-running any bullets, which is something anyone considering storming Area 51 should keep in mind.“

Um das mal klar zu kriegen: wenn jemand ‚wie Naruto‘ läuft, entsteht dabei der leider nur subjektive Eindruck, kugelsicher zu sein? Oder unsichtbar? Klappt das auch an einer Kassenschlange, indem man den Einkaufswagen im Tiefflug hinter sich herzieht und so an den übrigen Wartenden vorbeihuscht? Wäre eventuell einen Versuch wert, brauche ich dazu so ein Stirnband (↓) oder ist die exakte Laufhaltung maßgeblich…? 😉

„Ninjas in Naruto tragen Stirnbänder mit den Symbolen ihrer Dörfer darauf. „

Wer sich eingehender mit Naruto-Techniken befassen möchte, findet auf Wikipedia ersten hilfreichen Input.

Zu Fuß hinein, mit dem UFO zurück?

Mal für einen Augenblick angenommen, ein unvorbereiteter Besucher würde tatsächlich einen (entlaufenen) Außerirdischen in Nevada finden – was dann? Notdürftig einkleiden und im Fahrradkorb mitnehmen? Oder im White House abgeben, weil sich dort seit dem 20.Januar 2017 bereits 1 Alien aufhält, welches die meiste Zeit twittert, Erinnerungen an Erotikdarstellerinnen verdrängt und Golf spielt?

Ähnliche Fragen dürfte sich auch The Tirow gestellt haben, als er seinen Area-51-Song komponierte, der sich mit dieser Idee einer Erstürmung des Areals eher kritisch-humorvoll auseinandersetzt:

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Sockosophie

Auch auf der Suche nach Denkanstößen, die über das alltägliche Kleinklein hinausreichen, aber nicht gleich Stunden über Stunden beanspruchen? Und wenn’s geht, auch ohne bierernste Rechthaberei und bedrohliches Gezeter?
Da ist der Song ‚Sockosophie‘ ganz gut geeignet, finde ich. Zunächst geht es um den Ursprung von Allem, was ist. Und um die Frage, ob dahinter eine erste Ursache, eine willentliche (göttliche) Kraft steht.

Am Schluss dann eine (nicht so sehr) überraschende Pointe: was geschieht allzu häufig, wenn wir Menschen unsere neue Religion/Philosophie/ Weltanschauung entdecken …die wir mit allen anderen teilen wollen …aber rasch feststellen müssen: die anderen sind schon versorgt und merklich weniger begeistert als wir?

⇒ „Halts Maul!! Du bist dumm, falsch, frech und faul!
Konvertiere!!“

Es sind nicht alle tolerant und ‚politisch korrekt‘  – die Beschimpfung, Unterdrückung und z.T. auch Verfolgung von vermeintlich Ungläubigen setzt sich bis zum heutigen Tage fort, obgleich wir hierzulande davon eher wenig mitbekommen.
Und die letzte Ermordung einer „Hexe“ durch einen fanatischen Mob oder ein Religions-Gericht fand auch nicht um 1850 statt, sondern bleibt eine beständige, aktuelle Gefahr.

Möglicherweise wären alle ‚Suchenden‘, die ihre bevorzugte Glaubens- und Weltanschauung noch nicht gefunden haben – gut beraten, sich schon jetzt eine bedeutsame Frage zu beantworten: Wie werde ich mit meinem neuen ‚einzigartigen, bedeutsamen Wissen und Glauben‘ umgehen, sobald ich meine Suche erfolgreich beendet habe?

  • Will ich das ‚Geheimwissen‘ nur für mich behalten und niemanden sonst daran teilhaben lassen?
  • Ermögliche ich meinen Freunden, Bekannten, Zuhörern, …Lesern, sich ebenfalls mit jenen Gedanken und Erkenntnissen auseinander zu setzen, welche mich so faszinieren?
  • Oder entscheide ich für die anderen mit …geht meine ‚Erleuchtung‘ weit genug, meinen Mitmenschen nun meine Denkweise aufzunötigen und bei Widerstand auch aufzuzwingen? Gebe ich mich in diesem Fall mit Wutgebrüll und Verdammnis-Drohungen zufrieden …oder werde ich sogar gewalttätig auf der Suche nach ‚Gläubigen‘?

Die Antwort ist doch offensichtlich? Tja nun, das würde ich von mir ebenfalls sagen.
Doch allgemein gültigen Charakter haben Ambiguitätstoleranz1) und strikter Gewaltverzicht augenscheinlich nicht erlangt, denn Beobachter sehen eine 
Zunahme religiöser Verfolgung weltweit (Jan. 2019), …wobei die Gesinnungskontrolle durch die Digitalisierung noch vereinfacht wird. Unter Ausklammerung einer eng gefassten Definition von ‚religiös‘ lässt sich konstatieren: auch im 21. Jahrhundert bekämpfen sich immer noch Menschen aufgrund unterschiedlicher Überzeugungen von etwas, das objektiv nicht bewiesen werden kann.

(Hinzu kommen natürlich all die anderen Konflikte, etwa wenn Gruppe/Nation B im Besitz von einem knappen Gut ist, welches Gruppe/Nation A für sich begehrt.Rasch wird B zum Feind gemacht und entweder überfallen oder ‚auf humanere Weise überzeugt‘, sprich brutal erpresst.)

Und doch halten wir (als Spezies) uns für überaus zivilisiert…

Nun will ich nicht meine Unzufriedenheit über den Umgang von Menschen mit Ideologien, Überzeugungen (und materiellen Besitz) lamentieren. Durch den u.a. Song war mir halt wieder einmal bewusst geworden, wie leicht ‚man‘ vom Suchenden zum überheblichen Verfechter einer weiteren Ideologie und zu einem unter Millionen Rechthabern mutieren könnte…

Sockosophie – Käptn Peng u. die Tentakel von Delphie

Mein Problem mit dem schnellen Sprechgesang (ist das alles Rap? oder gibt es da unterschiedliche Genres? Oje, ich bin sowas von ahnungslos): ich verstehe beim reinen Hören kaum ein Drittel des Textes – außer ich lese mit:

Nach all den Jahren kann ich immer noch nicht fassen:
(Woraus) hat sich dieser ganze Kram erschaffen?
Hat er sich, von 0 auf 100 in den Raum gesetzt?
Ohne zu fragen, vom Nichts ins Jetzt?
Einfach so, und aus sich selbst heraus?
Und gibt den ganzen Tag heimlich sich selbst Applaus?
Während, billiarden Mal, billiarden Mal, billiarden Formen wachsen
Und sich zu halbbewussten Wesen formen lassen
Es war Gott!
(Aha – und wer hat Gott erschaffen?)

Hm, ich finde dabei will doch irgendwas nicht passen
Fassen wir, jetzt nochmal zur Übersicht zusammen:
Das Nichts, der Urknall, Menschheit, Untergang
Nee Moment, Stopp, das ist zu einfach und zu ausgedacht
Wir werden schon von all den andern Weltraumrassen ausgelacht
Als die nichts Checkenden
Sich selbst zerstörenden Verrückten, Deprimierten,
Die nichts sehen und nichts hören.
Und die um sich schlagenden Verängstigten, Bekloppten
Die vergaßen was sie waren und sich selber ständig foppten
Und sich toppten, in der Disziplin der Selbstverarschung
Unsere Labyrinthe übersteigen die Erwartung
Jedes möglichen Meisters der Labyrinthedichtkunst
(Wir folgen dem Kaninchen)

Und, huch, plötzlich bricht uns der Boden weg
6000 Jahre fallen
Leute, die versuchen sich mit Gurten festzuschnallen
Ein elegant gestaltetes, jedoch ebenfalls fallendes
Vom Wind schon ein erkaltetes
Das sich den Spaß gefallen lässt
Bis schallendes Gelächter durch den Wind hallt
Denn Manche machen plötzlich mitten im Wind halt
Sie stoppen, denn sie schweben
Und sie lachen sich halb tot
Haben aufgehört zu halten
Und gestalten ihre Not um zu Tugend:
Sie bemerken, dass das Fallen zu Schweben wird
Wenn man aufhört sich an Dingen festzukrallen.

[Strophe 2]
Noch mal zurück zum Universum und zum Leben:
Genau genommen dürfte es das alles gar nicht geben
(Warum?)
Naja, woher soll es denn kommen?
(Aus dem Nichts!)
Hey, wir haben gesagt: genau genommen!
Und genau genommen kann aus Nichts nichts entstehen
(Vielleicht kannst du’s nur aus deiner Sicht nicht sehen.)

Hmmm, möglich wär’s, vielleicht ist das mein Problem
Denn Variante Zwei ist für mich auch nicht zu verstehen
Sie lautet irgendwas hat schon immer existiert
(Schon immer? Ich glaub ich hab’s noch immer nicht kapiert.)
Es war nie nichts vorhanden
Es ist immer was passiert
(Seit wann?)
Mann, bleib mal bitte konzentriert
(Worauf?) – Auf dich und das Ewige, verdammt!
(Warum?) – Es ist der Ort aus dem deine Existenz stammt
(Na und? Ist doch nicht mein Problem.)

Wer spricht denn von Problem
Kannst du das Wunder denn nicht sehen?
Das sich dreht und entsteht
Und nie stoppt sich zu drehen
Und dabei Licht zu imitieren
Und in sich selbst einzugehen
(Licht, Welches Licht?)
Erzähl mir nicht du siehst das Licht nicht!
(Nee!)
Alles um dich rum glüht – Nur dein Ich nicht
Denn dein Ich ist das Prisma
Durch das sich das Licht bricht
Es bündelt, selektiert und stellt sich dar wie deine Ich-Sicht
Doch in Wirklichkeit ist dein Ich viel umfassender
Ein Teil des Teils (der anfangs alles war)
Und wieder sein wird.
Wenn du dein Ich verschmelzen lässt
Mit Allem um dich rum
In dir drinnen und dem ganzen Rest
Licht mit Dunkel, die Null mit der Eins
Das Bewusstsein mit dem Körper
Und das Alles mit dem Keins
Und so vereinst du den Schein mit dem Sein
Demontierst dein altes Heim um dein Wesen zu befreien

(…Liefer mir erst mal Beweise!)
Wofür?
Du meinst das mit der Quelle und der Null und der Eins?
(Jaa!)
Okay, lass mich grübeln
Ich kann dir deine Zweifel leider wirklich nicht verübeln
Doch du musst wissen, dass es hier ums Ganze geht
Nicht um den Namen, der auf deinem Schulranzen steht
Identität ist etwas Überpersönliches
Ja und Nein sind nichts Unversöhnliches
Schwarz und Weiß sind beide Licht
Und die Nonexistenz, die gibt es nicht

(Das sind keine Beweise!)
Nein, das ist nur Vorbereitung für das, was ich dir zeige
Du willst Erwachen, Enthüllung, Befreiung von allen Schleiern?
Dann bitt‘ ich um Verzeihung mit dem was ich dir zeige
Schock‘ ich dein Verstand:
In Wirklichkeit bist du ne Socke auf ’ner Hand!

(Nein) Doch!
(…)

Also kehren wir zurück
An den Ursprung des Ursprungs, des Ursprungs, des Ursprungs
Zurück an den sogenannten Eisprung des Ursprungs
Und was davor ist, ist dann quasi meine Quelle
An die ich jetzt mal, jene kühne Frage stelle:
(„Warum?“)
Sie antwortet nicht.
Nicht gerade eine Quelle, die durch Service besticht.
Vielleicht ist sie auch grad‘ nicht da
Oder wollte nicht gestört werden
Oder hat mich kommen sehen
Und wollte nicht genervt werden

Oh man, schon wieder dieser Peng
Der kommt hier immer an und sieht alles so eng
Und fragt Fragen Fragen, die ’nen hochgestellten Kragen tragen
Zerfragt seine Frage
Bis sich sogar seine Fragen fragen:
„Fragt er nur des Fragens Willen?
Will er wirklich Fragen stellen?“
Fatale Fragen …Fraktale, Die ihm aus den Poren quellen
Versucht mich zu umstellen, reitet fragende Wellen
Die sogar selber Fragen stellen
Wartet, ich verarsch ihn
Werd mal meine Stimme verstellen
Und ihm sagen
Antworten soll er bei Quelle bestellen

„Jo Peng, bestell doch all deine Antworten bei Quelle
Und nicht bei mir, der Quelle allen Seins. Oder?“

Pass mal auf:
Also wenn du schon von Schocken redest
Du bist hier der Typ der grade mit ’ner Socke redet
Die auf deiner Hand sitzt
Und mit deiner Stimme spricht
Und du behauptest die Behauptung dieser Socke stimmt nicht?
Falsch! Ich bin die Quelle selbst
Das ist gar keine Hand mit der du dich unterhältst
Du glaubst wirklich, du bist ein abgetrenntes Wesen
Vom Kosmos, vom Urgrund, von mir, vom Leben?
Eigenständig, Unabhängig, mit eigenen Gedanken?

Du spinnst wenn du nicht fühlst
Du bist Teil eines Ganzen
Von mir, der Socke des Lebens!
Ich bin Ursache all deines Strebens!
Manifestation eines höheren Wesens!
Erkenne! Widerstand ist vergebens!
Du bist die Socke auf meiner Hand
Bisher bist du vor der Wahrheit weggerannt!
(Aber Socke!)
Schweig!!
(Aber Socke! )
Halts Maul!!
Du bist dumm, falsch, frech und faul!
Konvertiere!!
Zur Sockosophie – Zum Sockismus
Jetzt oder nie!
Ich sockifiziere dich es geschieht
Jetzt grade hier
Im Takt zum Beat
Das hier ist mein Gebiet!

Anmerkung

  1. Ambiguitätstoleranz (v. lat.  „Mehrdeutigkeit erdulden/ertragen“),→ Fähigkeit und Wille, mehrdeutige Situationen und widersprüchliche Handlungsweisen zu ertragen. Ambiguitätstolerante Personen sind in der Lage, Widersprüchlichkeiten, kulturell bedingte Unterschiede oder mehrdeutige Informationen, die schwer verständlich oder sogar inakzeptabel erscheinen, zur Kenntnis zu nehmen, ohne darauf aggressiv zu reagieren. Im Idealfall wird zudem darauf verzichtet, diese Ambguitäten einseitig negativ oder vorbehaltlos positiv zu bewerten.
    In psychologischen und pädagogischen Theorien wird diese Fähigkeit als Merkmal/Kriterium der Persönlichkeitsentwicklung benannt. 

     
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Im Nebel

Kommt der Herbst, kommt er, jajaja…endlich?
Hach, ich freu‘ mich so auf kühle Tage…

Im Nebel (Hermann Hesse)

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den anderen,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allem ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Kein versteckter Hinweis von meiner Seite oder so… zwar verbringe ich viel Zeit alleine, bloß fühle ich mich dabei selten einsam. Glaube, Hesse meint auch eine andere Einsamkeit als jene, die mitunter beim Alleinsein empfunden wird. 

 

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